Familienfrieden ist wichtiger als Mathe: Die Schule Kreuzlingen richtet sich für einen längerfristigen Fernunterricht ein

Die Schule Kreuzlingen hat darüber informiert, wie es in Zeiten von Corona weitergehen soll. Geplant sind insgesamt drei Phasen.

Rahel Haag
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An der Pressekonferenz der Schule Kreuzlingen steht das Desinfektionsmittel bereit: Schulpräsidentin Seraina Perini informiert über den aktuellen Stand in Zeiten von Corona.

An der Pressekonferenz der Schule Kreuzlingen steht das Desinfektionsmittel bereit: Schulpräsidentin Seraina Perini informiert über den aktuellen Stand in Zeiten von Corona.

(Bild: Donato Caspari)

«Wir sind im Bereich Digitalisierung noch nie so schnell vorwärtsgekommen wie in Zeiten von Corona», sagt Ralph Huber, Schulleiter der Primarschule. Diese Erkenntnis habe ihn schmunzeln lassen.

Ralph Huber, Schulleiter der Primarschule.

Ralph Huber, Schulleiter der Primarschule.

(Bild: Donato Caspari)

Am Dienstagvormittag hat die Schule Kreuzlingen zu einer Pressekonferenz geladen. Ins Sport- und Kulturzentrum Dreispitz – damit der Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann. So sind denn auch die Stehtische der Vertreterinnen und Vertreter der Schule im obligaten Abstand von zwei Metern aufgestellt.

Seit einer Woche findet bereits kein Präsenzunterricht mehr statt. «Wir befinden uns in einer Situation, die bis vor kurzem noch für alle unvorstellbar war», sagt Schulpräsidentin Seraina Perini. Von heute auf morgen hätten die Weisungen des Bundes umgesetzt werden müssen. Die Schule Kreuzlingen hatte jedoch bereits davor einen «Kernstab Corona» gegründet. Dieser habe am 26. Februar eine erste Weisung beschlossen. Sie lautete:

«Es werden keine Hände mehr geschüttelt und sie werden gründlich gewaschen.»

Eltern und Kinder gemeinsam im Homeoffice

Während der Corona-Pandemie seien drei Phasen geplant. Die erste dauerte bis vergangenen Freitag und hatte den Schwerpunkt auf den Aufbau von Lernen at Home und die Betreuung gelegt. Die zweite Phase dauert noch bis zum 17. April. Lernen at Home beinhalte aktuell einen Wochenplan mit Aufgaben, welche die Schülerinnen und Schüler lösen sollten. Christina Gassmann, Klassenlehrerin einer 1. und 2. Klasse betont aber:

«Der Familienfrieden ist wichtiger als eine Matheaufgabe.»
Christina Gassmann, Klassenlehrerin.

Christina Gassmann, Klassenlehrerin.

(Bild: Donato Caspari)

Sie spricht damit die Problematik an, dass viele Eltern aktuell im Homeoffice arbeiteten und zugleich die Kinder betreuten. Darüber hinaus sollen sich in der zweiten Phase die Lehrpersonen verstärkt weiterbilden, um in der dritten Phase, die vom 27. April bis 3. Juli dauern soll, einen digitalen Fernunterricht anbieten zu können. Geplant seien dann auch einzelne Sequenzen über Videochat. Hierzu sagt Perini:

«Wir richten uns für einen längerfristigen Fernunterricht ein.»
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