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Das Kreuzlinger Theater an der Grenze ist familiär, romantisch und besonders

Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen hat seinen 50. Geburtstag gefeiert.
Am Samstag schwelgten die Besucher des Festakts in Erinnerungen und die Zuschauerplätze bekamen Zuwachs.
Leandra Reiser
Theaterpräsident Fritz Brechbühl mit zwei Gratulanten: Stadtpräsident Thomas Niederberger und Regierungsrätin Monika Knill. (Bild: Leandra Reiser)

Theaterpräsident Fritz Brechbühl mit zwei Gratulanten: Stadtpräsident Thomas Niederberger und Regierungsrätin Monika Knill. (Bild: Leandra Reiser)

Die Tür bleibt offen. Zum Glück. Gefühlte 35 Grad treiben Schweisstropfen auf die Stirne der Zuschauer, welche der Schwester Cordula, alias Saskia Kästner, hautnah dabei zusehen, wie selbige im weissen Kittel im Scheinwerferlicht schwitzt. Schallendes Gelächter hallt über die schmale Tribüne des aparten Holzbaus, der bis in die hinterste Sitzreihe besetzt ist. Das Theater an der Grenze feierte am Wochenende mit drei verschiedenen Programmen sein 50-jähriges Bestehen.

Nicht nur die räumliche Nähe zwischen Publikum und Künstler, sondern auch Freundschaften, die hier entstehen, sind indes ein Hauptkriterium dafür, dass es das älteste Kleintheater im Thurgau auch nach einem halben Jahrhundert noch gibt und die Leute mit seinem Charme fasziniert. «Hier kommt direkter Kontakt zustande», meint Birgit Auwärter, die zusammen mit Simon Hungerbühler die Programmleitung bildet. Dem stimmt Vorstandsmitglied Roland Wohlfender zu: «Die familiären Verhältnisse in diesem Theater sind wirklich speziell.»

Schwärmereien für die Götter in Weiss

Frech, temperamentvoll, virtuos: Die stimmlichen Einlagen und ihr scharfer Witz versetzten Saskia Kästners Publikum am Samstag in paralleles Lachen und Staunen. Im Anschluss an die sekundenschnellen Rollenwechsel und urkomischen Schwärmereien für Dr. Jürgen Hartmann und andere «Halbgötter in Weiss» folgte die offizielle Jubiläumsfeier mitsamt kulinarischem Verwöhnprogramm und nostalgischen Schwärmereien fürs Theater im Festzelt.

«Wir sind schon ein bisschen stolz», verkündet Fritz Brechbühl, Präsident des Theaters. Seit 50 Jahren habe es keine gravierenden Veränderungen gegeben, womit die Kleinkunstbühne hierzulande den Stellenwert einer Rarität hat. Es gebe natürlich Hochs und Tiefs, doch «momentan haben wir nur Hochs». Nebst dem zwischenmenschlichen Benefit geniesse das Theater an der Grenze eine breite gesellschaftliche Akzeptanz.

Seitens des Regierungsrats gratuliert Monika Knill dem ältesten Kleintheater im Thurgau: «Schon wieder an einem 50. Geburtstag eingeladen», sagt sie und schmunzelt. Das Theater an der Grenze zeigt seit der Gründung durch Norman Elrod anno 1968 jährlich 15 bis 20 Vorstellungen querbeet aus den Sparten Theater, Kabarett, Musik und Literatur. Die «Hinterhofromantik» sei über all die Jahre glücklicherweise bestehen geblieben, meint Knill.

Ein Ort, um neue Freunde zu finden

Auch Stadtpräsident Thomas Niederberger ist beeindruckt vom Werdegang und Charakter des Gastspielbetriebs: «Es ist viel mehr, als das Konsumieren von Darbietungen», meint er. Es sei ein Ort der Begegnung, an dem lebenslange Freundschaften geschlossen werden. Die Bühne lasse sowohl junge als auch etablierte Künstler ein kleines, feines Publikum verzaubern – und genau das mache die Atmosphäre hier aus. Als Dank für den grossen Beitrag an kulturellem Reichtum für die Stadt Kreuzlingen schenkt Niederberger dem Theater – das bislang nur exakt 99 Stühle zählte – mit einem Augenzwinkern einen hundertsten, «um die Kosten zu decken».

Das annährend ausschliesslich durch ehrenamtliche Arbeit und mit viel Herzblut geführte Theater gebe es bestimmt noch lange, zeigt sich Präsident Brechbühl zuversichtlich. Er hofft auf weitere 50 Jahre «grosse Kunst auf kleiner Bühne» und auf einen Umzug ins Schiesserareal, wenn es dann so weit sei: «Wir sind auf jeden Fall parat.»

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