Falsche Vorwürfe
Im Streit um den McDonald's in Romanshorn liegen die Nerven blank: Vermeintliche Brandstiftung war ein Freudenfeuer von Schülern

Das geplante Schnellimbiss-Restaurant in der Hafenstadt ist seit bald eineinhalb Jahren durch Einsprachen blockiert. Die Nerven liegen blank. Auch beim Besitzer der Liegenschaft.

Luca Hochreutener
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Verdacht auf Brandstiftung beim geplanten Romanshorner McDonald's

Verdacht auf Brandstiftung beim geplanten Romanshorner McDonald's

Bild: Donato Caspari

Der Eigentümer der Parzelle an der Durchgangsstrasse gegenüber dem Restaurant Scharfes Eck dachte sofort an Brandstiftung, als er die verkohlten Reste herumliegen sah. Und er meldete sich bei der «Thurgauer Zeitung», weil er meinte, die Öffentlichkeit müsse wissen, wie weit die Gegner zu gehen bereit sind. Er reichte ausserdem Anzeige bei der Polizei ein.

Tatsächlich hat niemand erfolglos versucht, den ehemaligen Showroom einer Autogarage abzufackeln, den McDonald's für sein neues Restaurant nutzen will. Es gab zwar ein Feuer. Gelegt haben es aber nicht die Kritiker des Schnellimbiss-Restaurants, sondern zwei Schüler, die den Beginn der Sommerferien auf ganz eigene Art feierten.

Zwei Jugendliche zündeten Schulunterlagen an

«Sie zündeten ihre nicht mehr benötigten Schulunterlagen an», sagt Claudia Brunner vom Mediendienst der Kantonspolizei Thurgau. Die Asche verteilte sich auf dem Grundstück und versetzte den Liegenschaftsbesitzer in Alarmstimmung. Es entstand jedoch kein Sachschaden. Brunner sagt:

«Gegen die Jugendlichen wurde keine Anzeige erstattet.»

Die beiden Jugendlichen konnten schnell ausfindig gemacht werden. Ihre Namen standen nämlich teilweise noch auf den halbverbrannten Blättern.

Dass McDonald's in Romanshorn eine Filiale eröffnen will, stösst in Teilen der Bevölkerung auf erbitterten Widerstand. Im Frühling 2020 legte die Stadt ein erstes Baugesuch der Fast-Food-Kette auf. Insgesamt gingen neun Einsprachen ein. Als Gründe nannten die Gegner unter anderem Littering, Mehrverkehr und Lärmbelästigung. Die Stadt reagierte und verlangte von McDonald's Nachbesserungen.

Im Juli vergangenen Jahres reichte McDonald's ein zweites Baugesuch ein, welches die Forderungen der Stadt erfüllen sollte. Es gab wieder neun Einsprachen. Trotzdem erteilte die Stadt im Mai die Baubewilligung. Dagegen sind zwei Rekurse eingegangen. Der Fall liegt jetzt beim Kanton.

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