«Ewigi Liebi» an der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen

45 Schülerinnen und Schüler der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen führen im März ein Musical auf.

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Daniel Steger, Franziska Diebold und Alexa Vogel (von rechts) mit einem Tel des Musical-Chors.

Daniel Steger, Franziska Diebold und Alexa Vogel (von rechts) mit einem Tel des Musical-Chors.

(Bild: PD)

Singen, Tanzen, Schauspiel, Musizieren und Kulissen gestalten stehen seit August auf dem Stundenplan von 45 Schülerinnen und Schülern der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen. Sie besuchen das Freifach Musical. «Es gab bei der Anmeldung einen grossen Ansturm, wahrscheinlich weil vor zwei Jahren das Musical Hair so gut angekommen ist», sagt Alexa Vogel, die mit Franziska Diebold und Daniel Steger das Leitungsteam bildet.

«Wir sind gut aufeinander eingespielt», sagt Sportlehrerin Diebold, die für die Choreografie und Regieassistenz zuständig ist. «Die Jugendlichen merken, dass wir mit Leidenschaft dabei sind. Das steckt an.» Der Aufwand für die Produktion ist gewaltig.

«Wir sind etwas überrannt worden von den vielen Teilnehmern. Jeder muss ja gecoacht werden.»

Nebenbei hat Alexa Vogel für die 37 Darsteller passende Kostüme zusammengesucht – mal schräg, mal alpenländisch chic. Das Musical ist schliesslich eine Satire, also darf man auch optisch dick auftragen.

Preisgünstige Kulisse aus Karton

Für die richtige Kulisse sorgt Werklehrer Daniel Hausammann gemeinsam mit vier Schülerinnen und Schülern. Zusammen hätten sie Ideen generiert und dann mit Hilfe des Computers ausgearbeitet. «So kompliziert wie im Original können wir es nicht machen», erklärt er.

«Es muss preisgünstig sein. Deshalb nutzen wir Karton als Baumaterial.»

Im Zuschauerraum der Aula liegt noch ein unfertiger Baum, der später das Bühnenbild schmücken soll. Eine Bergbahn-Gondel steht schon parat und wartet nur noch auf einen farbigen Anstrich.

Das Stück erzählt anhand von bekannten Schweizer Pop- und Mundartsongs eine Liebesgeschichte, die vor dreissig Jahren an Missverständnissen und Intrigen gescheitert ist. Jetzt soll eine Zeitreise sie im Nachhinein wiederbeleben. Im Vergleich zum Original ist die Kreuzlinger Version etwas gekürzt.

«Es ist für Amateure schwer, das Schauspiel- und Gesangs-Niveau über so lange Zeit hoch zu halten»

erklärt die Solo-Gesangslehrerin Alexa Vogel. Viele Jugendliche schnuppern zum ersten Mal Bühnenluft. Sie lernen unter anderem, wie viel Arbeit hinter einem perfekten Unterhaltungsabend steckt. «Unsere Ansprüche sind hoch. Und es ist ein Riesenereignis für alle Beteiligten.» Das Wichtigste sei es, immer Freude daran zu behalten, sagt Alexa Vogel.

Kein Jöh-Effekt nötig

Eine besondere Rolle hat Daniel Steger, nicht nur weil er die musikalische Leitung übernommen hat und selbst den Bass in der fünfköpfigen Band spielt, sondern vor allem, weil er die Aufführung erst möglich gemacht hat. Er wirkte beim Original in Zürich zwischen 2007 und 2018 als Bandleader mit und war seit der dritten Saison auch dort musikalischer Leiter. Mit dem Buchautor Roman Riklin hat Steger schon in diversen Projekten zusammengearbeitet. Von ihm haben sie für die Schulvorstellung grünes Licht bekommen.

Es mache ihm Freude, nun mit den jungen Talenten zu arbeiten. «Um an ihre Leistungen heranzukommen, müssten sich auch Profi-Schauspieler anstrengen. Unsere Aufführung braucht nicht auf einen Jöh-Effekt setzen. Die PMS zieht wirklich überdurchschnittlich gute Sängerinnen an. Und in der Band habe ich grossartige Musiker.» Die Gitarristin Anja Kessler beispielsweise ist in der Kunst- und Sport-Klasse und übt jeden Tag mehrere Stunden auf ihrem Instrument.

Aufführungen am 19., 20. und 21. März um 19 Uhr, am 22. März um 17 Uhr. Der Eintritt  ist frei. Über ein Spende freuen sich die Mitwirkenden aber.

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