Evangelische Kirchgemeinde Arbon will Orgel für 400000 Franken sanieren

Die Kirchbürger genehmigten das Budget 2019 und liessen sich über die aufwendige Renovierung des Instruments informieren.

Hedy Züger
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Der Organist Simon Menges. (Bild: Max Eichenberger)

Der Organist Simon Menges. (Bild: Max Eichenberger)

Vielseitige und spannende Traktanden warteten auf die evangelische Kirchgemeinde. Röbi Schwarzer stand ihr vor. «Die Rechnung 2018 wird mit einem Einnahmenüberschuss abschliessen», konnte Pfleger Peter Roth bereits ankündigen.

Das Budget 2019 sieht dagegen einen Rückschlag von 97550 Franken vor. Investiert werden 40000 Franken in die Kirche sowie ins Haus Lichtenberg. Die 62 Kirchbürger im Saal nahmen Budget und Steuerfuss, wie bisher 20 Prozent, einstimmig an.

Orgelbau Rieger soll Auftrag übernehmen

Ins Zentrum der Informationen rückte die Kuhn-Orgel, die 65 Register und 4000 Pfeifen zählt. Sie kam mit der neu erstellten Kirche 1924 in Betrieb und wurde 1988 letztmals renoviert. Die Dringlichkeit der Reinigung und Sanierung ist unbestritten, eine Nutzungsperiode sollte 25 Jahre nicht überschreiten.

Das Instrument in evangelisch Arbon ist das grösste und bedeutendste im Kanton. Es wird von Simon Menges bespielt, der ein anerkannter Künstler und Fachmann ist.

Die Schritte der umfangreichen Restaurierung wurden an der Kirchgemeindeversammlung von einem Experten dargelegt. Arbon möchte die Aufgabe an Orgelbau Rieger im Vorarlberg übertragen. Dass es sich da um erfahrene Orgelbauer handelt, erklärt sich schon daraus, dass Rieger derzeit das Orgelwerk im Stephansdom in Wien saniert.

In katholisch Romanshorn war es Rieger auch gelungen, eine stark stockende Orgelrenovation zu übernehmen – und den Frieden unter dem Kirchendach wieder herzustellen.

Im Durchgangsheim werden Erntehelfer untergebracht

Die Ausführung in Arbon ist für 2020 vorgesehen. Die Kosten werden sich, samt neuem Spieltisch und erneuerter Elektronik, auf gegen 400000 Franken belaufen. Bei früheren Sanierungen wurden, dem Zeitgeist entsprechend, Veränderungen an der Klangwelt vorgenommen, die heute bedauert werden. Kirchenvorsteherin Ursula Gentsch sagt:

«Man sollte sie rückgängig machen.»

Ein zusätzlicher Aufwand, der nur über eine grosszügige Spendenaktion möglich sei. Präsident Schwarzer informierte, dass das ehemalige Pflege-, dann Durchgangsheim Romanshornerstrasse von Mai bis Oktober von einem Landwirt für 10 bis 20 Erntehelfer zwischengenutzt wird.

Die Aktion «Grüner Güggel» reduzierte 2018 die Stromrechnung. Erica Willi erinnerte an laufende Aktionen im Sinn der Tier- und Pflanzenwelt. Schwarzer dankte Ruth Testa für ihre freiwilligen Dienste in der Kirchgemeinde; seit der Konfirmation, also seit 70 Jahren, machte es ihr Freude, für neue Aufgaben und andere Menschen da zu sein.