Evangelisch Arbon: Junge helfen Bedürftigen

Bei der evangelischen Kirchgemeinde staunt man über das grosse Engagement von Oberstufenschülern im Rahmen eines Hilfs- und Einkaufsdiensts.

Tanja von Arx
Hören
Drucken
Teilen
Oberstüfenschüler aus Arbon gehen für Personen einkaufen, die in Bezug auf das Coronavirus zur Risikogruppe gehören.

Oberstüfenschüler aus Arbon gehen für Personen einkaufen, die in Bezug auf das Coronavirus zur Risikogruppe gehören.

Symbolbild: Patrick Hürlimann

Die evangelische Kirchgemeinde Arbon wappnet sich. Wie die Behörde vor Kurzem bekannt gab, hat man vor dem Hintergrund der Corona-Krise einen Hilfs- und Einkaufsdienst für Risikogruppen ins Leben gerufen (unsere Zeitung berichtete). Auf Anfrage sagt Theologe und Jugendarbeiter Joachim Gerber:

«Wir haben schon einige Leute beieinander.»

Konkret würden drei bis vier Erwachsene den Dienst unterstützen und zehn Jugendlichen aus der Oberstufe. «Besonders gefreut hat mich, dass Letztere praktisch keine Nachfragen für Gegenleistungen gestellt haben», sagt Gerber. Der Theologe erklärt, dass es in der Kirchgemeinde ein Sammelsystem mit Stempeln gebe, das normalerweise in so einem Fall zum Einsatz komme. «Aber für die Jungen war das in so einer Zeit selbstverständlich.»

Gerber arbeitet die ganze Nacht

Gerber sagt, man sei nach wie vor am Organisieren. «Es stellen sich Fragen: Wie macht man das, wie setzt man dies um?» Er selber habe so etwas noch nie gemacht. Bis jetzt hätte sich eine betroffene Person gemeldet. «Das Angebot ist noch recht frisch.» Allerdings wolle man vorbereitet sein, wenn sich das Virus weiter ausbreite. «Wir rechnen damit, dass die Nachfrage sprunghaft steigt, wenn der Bundesrat die Massnahmen verschärft.» Da wolle man gewappnet sein.

«Das ist nötig, damit man nicht überrannt wird.» Grundsätzlich sei eigentlich egal, wie hoch die Nachfrage sei. «Es geht in erster Linie um das Vertrauen in die Kirche.» Er selber sei ein Grenzgänger aus Deutschland und habe gehört, dass dort Betrüger unterwegs seien. «Es gibt Menschen, die sich täuschen lassen.» Deshalb sei das Angebot so wichtig.

Gerber sagt, er habe für den guten Zweck gerne die Nächte durchgearbeitet. «Der letzte Knackpunkt war das Bargeld: Nicht jeder hat endlos Geld zu Hause.» Dafür habe man jetzt die Lösung gefunden. «Wir stellen Rechnungen aus.»

Hinweis Wer den Dienst in Anspruch nehmen will, kann sich unter 071 446 25 09 oder sekretariat@evang- arbon.ch melden.