«Etwas für den geistigen Gebrauch»: Einheimisches Künstlerpaar stellt in Egnacher Zigerlihütte aus

Der Kulturclub Wanderbühne zeigte übers Wochenende Bilder und Objekte von Barbara Leuthold und Urs Hanselmann.

Trudi Krieg
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Barbara Leuthold im Gespräch mit Besuchern.

Barbara Leuthold im Gespräch mit Besuchern.

Bild: Trudi Krieg

Der Abend hätte nicht schöner und gegensätzlicher sein können. Moderne Obstanlagen neben der Zigerlihütte, in welcher früher Tresterstöcke getrocknet wurden, davor ein uralter knorriger Holunderbaum und drinnen eine Ausstellung mit Werken des einheimischen Künstlerpaars Barbara Leuthold und Urs Hanselmann.

Beide haben 2004 in Barcelona eine Wahlheimat gefunden und leben doch immer wieder in Hegi im Elternhaus von Barbara Leuthold. Alfred Bissegger vom Kulturclub Wanderbühne begrüsste die Besucher am Donnerstag bei der Vernissage vor der Hütte.

Zwei unterschiedliche Lebensläufe

Barbara Leuthold ist in Hegi aufgewachsen und besuchte die Kunstgewerbe- und Textilfachschule in St. Gallen und die Hochschule für Gestaltung in Zürich. Später arbeitete sie als Gestaltungslehrerin.

Urs Hanselmann hatte als Hochbauzeichner und Grafiker einen etwas anderen Werdegang. Er war später Dozent an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. Beide machten schon zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

Das Besondere an ihrer ersten Werkschau in Egnach ist, dass sie Bilder und Objekte aus drei Jahrzehnten zeigen. Hanselmann sagt dazu:

«Sonst präsentieren wir an der Ausstellung jeweils nur das Neueste.»

Mal rassig mit feurigem Farbenspiel, dann wieder zierlich verspielt wie St. Galler Spitzen, schachbrettartig angeordnet oder wie zufällig zusammengetragen präsentieren sich Bilder und Objekte aus Holz, Stahl, oder Plastik. «Die kaufe ich mir für mein neues Büro», meinte ein Besucher vor der Tafel mit einem bunten Sammelsurium an Gegenständen, die Geschichten aus dem Alltagsleben erzählen.

«Das Gute daran ist, dass es keine Mona Lisa und kein van Gogh ist und doch ein Gegenstand zum Nachdenken, etwas für den geistigen Gebrauch», meinte Hanselmanns Studienfreund Peter Lüthi bei der Laudatio. Er fand es bemerkenswert, wie zwei Künstlerpersönlichkeiten zusammen wirken und leben.

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