Kommentar

Eskalation an der Wigoltinger Oberstufe: Der Maulkorb für die Lehrer muss weg

Einmal mehr stellt Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen in einem Elternbrief klar: Die Schuldigen sind die Lehrer. Dabei vergisst sie scheinbar, dass sie auch für die Lehrpersonen zu sorgen hat. Stattdessen löst sie mit ihrer Kommunikationspolitik einen Sturm aus, den sie nicht mehr unter Kontrolle hat.

Sabrina Bächi
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Sabrina Bächi, Redaktorin Ressort Weinfelden, Thurgauer Zeitung. (Bild: Andrea Stalder)

Sabrina Bächi, Redaktorin Ressort Weinfelden, Thurgauer Zeitung. (Bild: Andrea Stalder)

Sieben Lehrer haben gekündigt, die Schüler sind traumatisiert, die Eltern sind verunsichert. Doch Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen hat die Übeltäter überführt: Medien, Lehrer und auch die Eltern sind schuld an der Eskalation des Konflikts an der Wigoltinger Oberstufe.

So laut die Präsidentin auch austeilt, von der anderen Seite hört man nichts. Denn Wasserfallen hat ihrem Personal einen Maulkorb verpasst. Sie droht ihnen mit rechtlichen Konsequenzen, Abmahnung, Freistellung. So müssen sich die Lehrer in aller Öffentlichkeit anhören, dass sie die Verweigerer sind. Dabei vergisst die Schulpräsidentin offenbar, dass sie nicht nur für Schulleiter Mirko Spada verantwortlich ist, sondern auch für ihre Lehrer. Denn diese erledigen die Alltagsarbeit.

Sie selbst kritisierte bei ihrer Kandidatur für diese Behörde die schlechte Kommunikationspolitik. Dann schaffte sie mit frischem Wind vor zwei Jahren den Sprung in das Gremium. Nun hat sie einen Orkan ausgelöst, den sie nicht unter Kontrolle haben kann.

Selbstkritik liegt ihr scheinbar fern. Lieber mauert sie. Dabei sollte sie wissen, offene Kommunikation ist das A und O zur Bewältigung einer Krise.