Es geht nicht um die Seesicht von Superreichen: Eschen in Uttwil sind krank und müssen deshalb gefällt werden

Die Fällung von Bäumen am Seeufer sorgt für Unmut. Kreisforstingenieur Erich Tiefenbacher beruhigt.

Alessa Sprinz
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Am Uttwiler Seeweg sollen Eschen gefällt werden.

Am Uttwiler Seeweg sollen Eschen gefällt werden.

Reto Martin

Die Eschen am Uttwiler Seeufer unterhalb der ehemaligen Reederei sollen gefällt werden. Jemand hatte vor zwei Wochen Zettel an die Bäume gehängt, weil er vermutete, dass so Superreichen freie Sicht auf den See geschaffen werden soll. Die anonymen Kritiker forderten die Uttwiler dazu auf, sich zu wehren. Die ehemalige Grüne Kantonsrätin Françoise Jucker-Egli war nicht die einzige, die stutzig wurde, als sie die Nachricht letzte Woche in der «Thurgauer Zeitung» las. «Es haben sich mehrere Personen bei mir gemeldet», sagt Jucker-Egli auf Anfrage.

Die Bäume sind ein Sicherheitsrisiko

Auch Gemeindepräsident Richard Stäheli hatte deswegen einige Telefonate mit Bürgern, denen er erklärte, die Bäume seien ein Sicherheitsrisiko. Darauf weist auch der zuständige Kreisforstingenieur Erich Tiefenbacher hin. Aus einer Stellungnahme von ihm geht hervor, dass die Eschen krank sind. «Die Bäume stellen eine Gefahr für Spaziergänger dar.» Jucker-Egli sagt nach Einsicht in die entsprechenden Unterlagen:

«Ich bin sehr beruhigt.»

Die Stellungnahme sei sehr umfassend und überzeugend.

Ein Sichtschlag, wie er der Gemeinde auf dem Zettel unterstellt wird, dürfte laut Tiefenbacher nicht vorgenommen werden. Dies, weil die Bäume am Seeufer rechtlich betrachtet Wald sind.

In der Stellungnahme heisst es, dass nach der Fällung Eichen gepflanzt werden sollen. «Die Bäume sind ebenfalls hochwachsend und passen in die Uferbewachsung», sagt Tiefenbacher auf Anfrage. «Sie sind - im Gegensatz zu anderen Bäumen - vital und robust.»

Eschen werden können noch nicht gefällt werden

Die Eschen können aber noch nicht gefällt werden. Der Grundeigentümer muss ein Gesuch stellen, das der Forstingenieur dann bewilligt. Darum steht noch nicht fest, wann die Bäume gefällt werden. Abgesehen von den kranken Eschen müsse man in naher Zukunft keine Bäume am Ufer mehr fällen, sagt Tiefenbacher.

Gemeindepräsident Stäheli sagt auf Nachfrage: «Mittlerweile hat man den Übeltäter ausfindig machen können, der die Zettel an die Eschen gehängt hat.» Er habe sich entschuldigt.

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