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Es wird eng im Ermatinger Rathaus

Die Stimmbürger weisen den Kredit zur Sanierung des Verwaltungsgebäudes zurück. Der entsprechende Antrag stammt von einem ehemaligen Gemeinderat.
Kurt Peter
Blick auf die Frontseite des Ermatinger Rathauses. (Bild: Andrea Stalder)

Blick auf die Frontseite des Ermatinger Rathauses. (Bild: Andrea Stalder)

Der Kreditantrag des Gemeinderates über 770000 Franken für den Umbau des Gemeindehauses war das Haupttraktandum der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend. Die Sanierung sei notwendig, um dem heutigen Personalbestand Rechnung zu tragen, argumentierte die Exekutive. «Ausserdem rechnen wir mit zusätzlichen Stellen», meinte Gemeindepräsident Martin Stuber. Die gewichtigsten Massnahmen seien der Liftneubau sowie der Umbau der Abwartwohnung im Obergeschoss zu Büroräumen. Die Baumassnahmen sollten 636000 Franken kosten, die Möblierung wurde auf 134000 Franken veranschlagt.

Geschäft kommt ein Jahr zu früh

In der Diskussion wurde schnell klar, dass der Umbau für mehrere Votanten zu teuer war. Die Parkplatzsituation wurde als problematisch bezeichnet und ausserdem fehle ein Gesamtkonzept über die künftigen Sanierungsmassnahmen. Es sei zu prüfen, ob ein Abbruch und Neubau nicht sinnvoller wären. Schliesslich stellte Peter Hausammann den Antrag, das Geschäft um ein Jahr zurückzustellen. Es könnten so die Gesamtinvestitionen aufgezeigt werden und «ausserdem ist dann der neue Gemeindepräsident im Amt». Der Antrag fand schliesslich mit 44 Ja-Stimmen eine Mehrheit. 77 Stimmberechtigte waren anwesend.

Budget rechnet mit moderatem Defizit

Der Nachtragskredit über 332000 Franken für eine neue Meteoleitung im Gebiet Hofacker fand grosse Zustimmung. Der Bau der Leitung sei notwendig, weil bei Starkregen immer wieder Probleme aufträten, erklärte Martin Stuber. Es seien Schwachstellen festgestellt worden, die den schnellen Ersatz der Leitung erfordert hätten. Gemeinderat Benjamin Kasper stellte das Budget 2019 vor. «Dieses sieht ein Defizit von 73200 Franken vor, schliesst also deutlich besser als das Budget 2018 ab».

Den höheren Ausgaben in den Bereichen ambulante Krankenpflege, Regionalverkehr und Soziale Sicherheit ständen verschiedene Minderausgaben gegenüber. So müsse weniger an die Berufsbeistandschaft bezahlt werden. Ausschlaggebend für das Ergebnis seien aber die Steuern:

«Wir rechnen mit höheren Einnahmen bei den Einkommens- und Vermögenssteuern der natürlichen Personen»,

erklärte Kasper. Aufgrund des neuen Finanzausgleichs gehe die Gemeinde von 50000 Franken höheren Beiträgen an den Kanton aus. «Die Investitionen betragen 3,212 Millionen Franken, abzüglich des verschobenen Umbaus des Rathauses.»

Kein Verständnis hatten die Stimmberechtigten für die Streichung der Abovergünstigungen für die Bahn. Der Antrag, die Subventionen, die auch den Umsatz der Station Ermatingen fördern sollen, wieder ins Budget aufzunehmen, stiess auf breite Zustimmung. Das Defizit erhöht sich dadurch aber um 29000 Franken. Knapp scheiterte der Antrag von Peter Dransfeld, den Budgetposten «Verkehrssicherheit» bei der Besoldung um 10000 Franken zu reduzieren. Mit 34 Ja- gegen 36 Nein-Stimmen wurde er abgelehnt. Bei den Einbürgerungen gab es keine Einwände und die Rechnungsprüfungskommission sowie das Wahlbüro wurden in stiller Wahl bestimmt.

Nachgefragt

Die Rückweisung der Sanierung des Rathauses ist für Gemeindepräsident Martin Stuber kein Weltuntergang. Er glaubt aber auch nicht an eine günstigere Lösung.

Gemeindepräsident Martin Stuber. (Bild: Andrea Stalder)

Gemeindepräsident Martin Stuber. (Bild: Andrea Stalder)

Was hat ihrer Meinung nach den Ausschlag gegeben, dass die Stimmbürger ihrem Antrag nicht folgen wollten?

Zum einen war das wohl für viele ein emotionaler Entscheid. Investitionen in Verwaltungsbauten haben es immer etwas schwer. Zudem will das Volk offensichtlich den neuen Gemeindepräsidenten, die neue Regierung, in den Entscheid einbinden.

Es ging also weniger um das Finanzielle?

Davon gehe ich aus. Wir haben die Preise wirklich gut abgeklärt. Ein Umbau kostet so viel. Und für den ins Spiel gebrachten Abbruch mit Neubau müsste man klar noch tiefer in die Tasche greifen.

Was sind nun die Folgen für die Verwaltung?

Für unsere Angestellten wird es schwierig. Wir bräuchten eigentlich dringend mehr Büros. Vielleicht werden wir die Wohnung, die ab Dezember leer steht, doch nutzen müssen - mit rudimentären Anpassungen. (meg)

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