«Es tut schon weh»: Der Frauenverein Schmidshof-Buch löst sich auf

Nach 84 Jahren ist Schluss: der Frauenverein Schmidshof-Buch löst sich per Ende Jahr auf. Die Gründe für den Entscheid: Zu wenig Frauen im Vorstand und die fehlende Präsidentin.

Sabrina Bächi
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Einige Mitglieder des Frauenvereins Schmidshof- Buch.

Einige Mitglieder des Frauenvereins Schmidshof- Buch.

Bild: PD

Am 18. Oktober 1936 gründeten 24 Frauen den Frauenverein Schmidshof. Dieses Jahr wird er in die Geschichte eingehen. Denn der Verein löst sich auf. Das haben die Frauen an einer Mitgliederversammlung beschlossen. Der Grund: Hauptsächlich zu wenig Personal im Vorstand und derzeit keine Präsidentin.

Seit 1962 ist Elsi Wellauer Mitglied im Frauenverein. «Meine Schwiegermutter gehörte zu den Gründungsmitgliedern», erzählt sie. Sie selbst hat den Verein bis zum 75-Jahr-Jubiläum sieben Jahre lang präsidiert. Schon bevor sie dieses Amt antrat sprach man über eine mögliche Auflödung. «Die Zeiten haben sich halt geändert», sagt Wellauer.

Früher gingen die Frauen in keine anderen Vereine und waren als Bauersfrauen ganztags Zuhause im und um den Hof. «Der Frauenverein war auch eine Auszeit vom Alltag und jährlichen Reisen früher noch ein riesiges Ereignis.» Man habe zusammen «glismet» oder Kurse organisiert. «Ich habe viel gelernt», sagt sie.

Geselliges war auch immer wichtig: Hier der Verein auf einer Vereinsreise.

Geselliges war auch immer wichtig: Hier der Verein auf einer Vereinsreise.

Bild: PD

Die Zeit für den Verein fehlt

Produkt aus einem Tontöpflikurs.

Produkt aus einem Tontöpflikurs.

Bild: PD

Einiges habe sich in den vergangenen 30 Jahren geändert. Junge Frauen seien in Beruf und Familie heute anders eingespannt. «Ich verstehe die Jungen, dass man da nicht mehr so Zeit hat für den Frauenverein», sagt die 79-Jährige. Dennoch: «Es tut schon weh, ich blicke wehmütig zurück. Es war ein Fixpunkt.»

Per Ende Jahr löst sich der Verein auf. Rechnungen werden noch bezahlt, alles Übrige gespendet. «Ich denke die umliegenden Frauenvereine freuen sich über neue Mitglieder», sagt Wellauer. Eigentlich wollte man am 17. Dezember eine Abschiedsfeier durchführen. «Ob das aber zustande kommt ist fraglich.» Schade, fände sie das, wenn der Schluss so still und leise wäre. (sba)