Es stockt wieder zur Rush Hour: Kreuzlingen wird nochmals zur Baustellen-City

Das kantonale Tiefbauamt baut ab Montag an der Seetalstrasse und schon seit 10 Tagen an der Remisbergstrasse. Die Stadt sperrt derweil eine Ausweichroute.

Urs Brüschweiler
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Die Seetalstrasse wird ab Montag vom Ziil-Kreisel (unten links) bis zum Seepark (oben rechts) nur einspurig stadteinwärts befahrbar sein.

Die Seetalstrasse wird ab Montag vom Ziil-Kreisel (unten links) bis zum Seepark (oben rechts) nur einspurig stadteinwärts befahrbar sein. 

(Bild: Reto Martin)

Es wird erneut eng für den Verkehr im Osten Kreuzlingens. Seit eineinhalb Wochen wird bereits an der Remisbergstrasse gearbeitet und am Montag gehen die Arbeiten an der Seetalstrasse in die nächste Phase. Beide Achsen werden für mehrere Monate nur einspurig befahrbar sein.

Dieselbe Baustellen-Situation bestand schon am Ende des vergangenen Jahres für längere Zeit. Für Autofahrer brachte dies einiges an Frustration mit sich. Denn Rückstaus an der Romanshornerstrasse beim Ziil-Kreisel und Ausweichverkehr durch Quartierstrassen waren die Folge.

Der Verkehrsfluss spielt sich nach einigen Tagen ein

Erich Müller vom kantonalen Tiefbauamt ist sich bewusst, dass die Situation Schwierigkeiten birgt. Der Kanton ist Eigentümer beider Strassen und für die Bauarbeiten verantwortlich. Die Verkehrsprobleme beschränkten sich hauptsächlich auf die Rush Hour, sagt er. Erfahrungsgemäss spiele sich der Verkehrsfluss jedoch nach einigen Tagen ein.

Bei der Signalisation und den Umleitungen auf den beiden Kantonsstrassen ändert man denn auch nichts im Vergleich zum Vorjahr. Das betroffene Teilstück der Seetalstrasse zwischen Ziil- und Seeparkkreisel wird stadteinwärts befahrbar bleiben, stadtauswärts sollen die Autofahrer die Romanshornerstrasse benutzen. Die Remisbergstrasse kann nur noch bergwärts in Richtung Lengwil befahren werden.

Stadt ergreift eine Massnahme

Eine Massnahme zur Eindämmung des Schleichverkehrs durch die Quartiere gibt es allerdings von Seiten der Stadt Kreuzlingen aus. Die Alte St. Gallerstrasse wird temporär gesperrt werden und nur für Zubringer und Velofahrer befahrbar sein, sagt Stadtrat Ernst Zülle. Aufgrund der zahlreichen Reklamationen von Anwohnern – es wurden gar Unterschriften gesammelt – habe man sich entschieden, dies zu testen.

Ernst ZülleStadtrat (CVP)Departement Bau

Ernst Zülle
Stadtrat (CVP)
Departement Bau

(Bild: pd)
«Wir nehmen die Beschwerden aus den Quartieren ernst.»

Die Alte St. Gallerstrasse dient für Bottighofer Kinder als Schulweg auf dem Weg ins Kreuzlinger Remisbergschulhaus. Insbesondere ihnen will man mit dieser Massnahme einen besseren Schutz vor dem zunehmenden Autoverkehr gewähren. Die Sperrung kann die Bauverwaltung für zwei Monate in Eigenregie einrichten. Da die Baustelle an der Seetalstrasse allerdings bis im August dauert, legt die Stadt die Sperrung öffentlich auf.

Quartierstrassen werden mehr belastet

In gewissen Quartierstrassen im Osten der Stadt Kreuzlingen habe sich der Verkehr während der letzten Baustellenphase fast verdoppelt, sagt Zülle. Eine übermässige Belastung stelle dies aber noch nicht dar. Und der Stadtrat betont auch, dass sich der Verkehr immer seinen Weg suche. «Alle können wir nicht glücklich machen.» Bezüglich der Remisbergstrasse hätte man weniger Beschwerden erhalten, als befürchtet.

Gefahrenschwerpunkt Lengwilerstich

Die Alte St. Gallerstrasse ist ein vielbenutzter Schulweg für die Bottighofer Oberstufenschüler, die im Kreuzlinger Remisbergschulhaus den Unterricht besuchen. Ein Gefahrenschwerpunkt auf diesem Weg sei die Überquerung der Lengwilerstrasse, sagt der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle. Gemeinsam mit der Gemeinde Bottighofen und den beiden Schulgemeinden habe man deshalb einen Brief ans kantonale Tiefbauamt geschrieben. Kreuzlingen und Bottighofen stellen den Antrag, auf der Kantonsstrasse ab Bottighofen bis nach der Kreuzung Alte St. Gallerstrasse eine Tempobeschränkung auf 50 Stundenkilometer einzuführen. In der anschliessenden S-Kurve im Lengwilerstich soll Tempo 60 gelten. Auf Höhe der Kreuzung soll auf der Lengwilerstrasse ausserdem eine Schutzinsel das Gefahrenpotenzial entschärfen. «Wir müssen dort etwas machen», sagt Zülle.

Zwei Baustellen auf zwei Kantonsstrassen

An der Remisbergstrasse wurden Ende 2019 durch die Technischen Betriebe Kreuzlingen die Werkleitungen erneuert, nun stehen die Strassenarbeiten an. Das Trottoir wird verbreitert, ein Radstreifen erstellt und die Bushaltestellen hindernisfrei gestaltet. Die Arbeiten sollen bis Ende April abgeschlossen werden.

Das Stück der Seetalstrasse zwischen Ziil- und Seeparkkreisel wird bis Ende August umgestaltet. Nebst der Erneuerung der Werkleitungen wurde bereits der Bau der Lärmschutzwände vorbereitet. Die Strasse wird nun verbreitert, erhält eine zusätzliche Busspur, eine Aufspurstrecke für das Abbiegen in die Reutistrasse sowie einen Fussgängerübergang mit Schutzinsel.

2021 folgt die Sanierung der Romanshornerstrasse 

Dass beide Projekte gleichzeitig realisiert werden, sei unumgänglich. Sie müssten 2020 abgeschlossen werden, da für 2021 die Sanierung der Romanshornerstrasse geplant ist. Der Kanton hätte die Arbeiten an der Remisbergstrasse eigentlich lieber in einem Zug durchgezogen und nicht in zwei Phasen aufgeteilt, sagt Erich Müller vom Tiefbauamt. Grund dafür war, dass die Technischen Betriebe Kreuzlingen und das kantonale Tiefbauamt ihre Arbeiten separat vergeben haben und nicht dasselbe Unternehmen den Zuschlag erhalten hatte.

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