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Es sieht schlecht aus für die Pergolas beim «Roten Kreuz» in Arbon

Neben dem Heimatschutz will sie auch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission weg haben.
Eva Wenaweser
Die von der Stadt tolerierte Pergola im Kastaniengarten. (Bild: Andrea Stalder)

Die von der Stadt tolerierte Pergola im Kastaniengarten. (Bild: Andrea Stalder)

Der Thurgauer Heimatschutz darf sich berechtigte Hoffnungen machen, dass er recht bekommt. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) sieht die Sache gleich wie er: Die beiden Pavillons beim «Roten Kreuz» in Arbon müssen weg. Gionatan Capuano liess sie im März 2017 für sein Restaurant bauen – als Sonnen- und Wetterschutz für die Gäste draussen. Der eine steht im Kastaniengarten und der andere zur Schlosswiese hin. Insgesamt investierte der Wirt und Hotelier dafür 100 000 Franken. Allerdings unterliess er es, vorgängig eine Baubewilligung einzuholen. Auf wiederholtes Drängen der Stadt, reichte er nachträglich Eine ein.

Der Stadtrat drückte aber nicht beide Augen zu, sondern bewilligte im November 2017 nur eine der beiden Neubauten, und zwar diejenige im Kastaniengarten, die ingesamt für mehr als 100 Gäste Platz hat. Der andere Pavillon, für rund 30 Besucher, und die Hüttenbar müsse Capuano entfernen, entschied die Behörde. Capuano war damit nicht einverstanden und reichte Rekurs ein. Das tat auch der Heimatschutz, der befand, dass der Stadtrat Capuano zu weit entgegengekommen war. Der Verband forderte, es müsse wieder der ursprüngliche Zustand hergestellt werden – ohne die beiden Konstruktionen.

Der Heimatschutz erhält
prominente Unterstützung

Die Eidgenössische Natur- und Heimatkommission teile ihre Haltung, sagt Gianni Christen, der Geschäftsführer des Thurgauer Heimatschutzes. Sie habe Anfang April ein Gutachten abgegeben, in dem es heisse, dass beide Pavillons wieder rückgebaut werden sollen, auch der im Kastaniengarten. Die Pergolas würden an einem besonders sensiblen Ort teilweise zwischen geschützten Bäumen in einer so genannten Freihaltezone stehen und den Blick vom See auf die Kulisse mit der katholischen Kirche beeinträchtigen.

Der Heimatschutz und die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission wollen, dass beide Pavillons rückgebaut werden. (Bild: Andrea Stalder)

Der Heimatschutz und die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission wollen, dass beide Pavillons rückgebaut werden. (Bild: Andrea Stalder)

Das Wort der ENHK hat grosses Gewicht und führte beispielsweise vor 13 Jahren in Kesswil dazu, dass das Bundesgericht Nein zum geplanten Inselhafen sagte. Christen ist demnach auch sehr optimistisch, dass Capuano die beiden Pavillons wieder Rückbauen muss. «Ein höheres Gutachten ist nicht mehr möglich», ausserdem sei es eine unabhängige Meinung und sie habe daher viel Gewicht, sagt Christen.

Der Inhaber des «Roten Kreuzes», Gionatan Capuano, war in den letzten beiden Tagen nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Der Sommerbetrieb ist momentan aber auch nicht offen, sondern befindet sich seit Anfang Oktober bis Ende März in der Winterpause.

Die Gemeinde und der Kanton schweigen

Der Fall liegt aktuell beim Department für Bau und Umwelt (DBU), das sich mit Verweis auf das laufende Verfahren aber nicht dazu äussert. Sie seien nicht befugt, Auskunft zu geben, da dies nur die betroffenen Parteien selbst dürften, sagt Generalsekretär Marco Sacchetti. Das Verfahren sei aber pendent und wegen der ganzen Abklärungen sehr zeitaufwendig.

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