Es machen nicht mehr alle alles

Die Feuerwehr Amriswil zieht Bilanz: Im vergangenen Jahr gab es mehr Ereignisse, jedoch weniger Einsatzstunden.

Manuel Nagel
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Das Jahr 2019 begann für die Feuerwehr Amriswil gleich mit dem Brand eines Pferdestalles in Riedt bei Erlen.

Das Jahr 2019 begann für die Feuerwehr Amriswil gleich mit dem Brand eines Pferdestalles in Riedt bei Erlen.

(Bild: PD/Adrian Salvisberg)

Die Zahlen sind eindrücklich: Rund 4500 Stunden wandten Amriswiler Feuerwehrleute im vergangenen Jahr für Übungseinheiten auf. Hinzu kamen weitere 1150 Stunden aus insgesamt 47 Einsätzen. Doch Kommandant Andreas Bösch sagt:

«Im Vergleich zum Vorjahr war 2019
ein relativ ringes Jahr für uns.»

Im Jahr 2018 waren es zwar nur 39 Einsätze, mit fast 2000 Einsatzstunden jedoch sehr intensive. «Wir hatten damals grosse Einsätze in Oberaach, Uttwil, Arbon und natürlich den Brand bei der Tobi Seeobst in Egnach», blickt Bösch zurück.

Das war 2019 anders. Das zeitintensivste Ereignis war gleich am Neujahrstag, als in Riedt ein Pferdestall brannte. «Danach gab es keine grossen Brände mehr», sagt Andreas Bösch.

Mehr Strassenrettungen als üblich

Im Gegenzug musste die Amriswiler Feuerwehr jedoch überdurchschnittlich oft zu Verkehrsunfällen ausrücken. Vizekommandant Adrian Salvisberg, der die Statistiken über die Einsätze führt, sagt:

«Nach acht Jahren ohne Zwischenfall
gab es im Dezember 2018 wieder
eine Strassenrettung.»

Und die Unfallserie fand ihre Fortsetzung im Februar 2019 bei einem schweren Autounfall in Langrickenbach und Ende Juni in Sommeri. Dass da die Amriswiler Feuerwehr parat war, auch wenn zuvor lange Zeit nichts mehr passiert war, liegt an den regelmässigen Übungen.

Spezialisierung bringt Entlastung

«Wir üben die Strassenrettung jedes Jahr intensiv – und wir haben das auch in den acht Jahren gemacht, als nichts passiert ist», sagt Kommandant Bösch. Dennoch habe man im Herbst 2019 die Gruppe «Verkehrsunfälle» angepasst. Neu arbeite man nicht mehr mit dem ganzen Kader von 30 Leuten, sondern mit einer Pioniergruppe, zu der nur noch die Hälfte gehört.

Andreas Bösch erklärt, dass man ein Siebnerteam einsetze, in dem jede Person jederzeit ausgetauscht werden könne. «Und wir bieten bei der Strassenrettung nur noch Leute auf, die tagsüber in Amriswil verfügbar sind.» Das Feuerwehrhandwerk werde immer anspruchsvoller, die Spezialisierung werde ausgebaut. «Es machen nicht mehr alle alles», sagt Bösch. So könne man auch entgegenwirken, dass die Feuerwehrleute nicht überbeansprucht würden.

Hinweis
www.feuerwehr-amriswil.ch