«Es könnte viel Zeit und Ärger gespart werden»: Die Gegner des Stadthauses auf der Festwiese wollen den Kreuzlinger Stadtrat zum Neustart bewegen

Die Initianten schlagen eine Modernisierung und ein Ausbau der bestehenden Standorte als Alternative zum Neubau auf dem Bärenplatz vor.

Martina Eggenberger Lenz
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Marktstrasse 4 und Stadthaus am Boulevard: Geht es nach dem Komitee für die freie Festwiese, arbeiten die städtischen Angestellten auch in Zukunft in diesen Gebäuden.

Marktstrasse 4 und Stadthaus am Boulevard: Geht es nach dem Komitee für die freie Festwiese, arbeiten die städtischen Angestellten auch in Zukunft in diesen Gebäuden.

Bild: Andrea Stalder (Kreuzlingen, 21. Januar 2019)

Der Gemeinderat hat die Botschaft zur Antistadthaus-Initiative letzte Woche erwartungsgemäss zurückgewiesen. Nun melden sich die Freunde der Festwiese in einer Mitteilung zu Wort, die seit dem ablehnenden Entscheid des Verwaltungsgerichts Rückenwind verspüren.

Sie berichten von einem Treffen mit dem Stadtrat, das vor zwei Wochen stattgefunden hat. Die Initianten schreiben, dass sich nach dem ausführlichen und intensiven Gespräch ein «Konsens» andeute.

«Die Annahme des Verwaltungsgerichtsentscheides könnte für den Stadtrat einen Befreiungsschlag in einer schwierigen Situation darstellen, für ihn ergäbe sich eine optimale Möglichkeit, den blockierten Weg zu verlassen und einen neuen zu beschreiten.»

Im Gegenzug wären die Initianten nach eigener Aussage bereit, erstens über einen Rückzug der Initiative nachzudenken – wenn ihnen schriftlich zugesichert wird, dass die Festwiese frei bleibt – und zweitens Alternativen zu unterstützen. «Das käme fast einer Win-win-Situation gleich, die Abstimmung über die Initiative würde überflüssig, es könnte viel Zeit und Ärger eingespart werden.» Es herrsche Übereinstimmung in zwei Bereichen: Beide Seiten befürworten eine Tiefgarage und eine Neugestaltung der Festwiese.

Schneller zum Ziel dank einer Mietlösung

Als «eine von mehreren Alternativen» zum Stadthaus auf der Festwiese schlägt das Komitee vor, die bereits genutzten Gebäude der Stadtverwaltung «grosszügig zu modernisieren und auszubauen». Beim Raumbedarf müsse geklärt werden, wie viel Reserven es tatsächlich brauche, sagt Sprecher Xaver Dahinden auf Nachfrage.

Xaver Dahinden, Sprecher des Initiativkomitees.

Xaver Dahinden, Sprecher des Initiativkomitees.

(Bild: Donato Caspari)

Es sei auch nicht nötig, dass alle Verwaltungsabteilungen im gleichen Gebäude untergebracht werden. Beispielsweise seien die Sozialen Dienste ganz glücklich mit ihrem jetzigen Standort. Zur raschen Realisierung könne der Stadtrat auch Miet- oder Miet-/Kauflösungen ins Auge fassen. Dahinden denkt da an «entstehende Projekte» am Boulevard.

Der Vorteil einer Umsetzung über mehrere Jahre sei, dass das lokale Gewerbe über Jahre Aufträge habe, die Kosten gestaffelt anfallen und teure Wettbewerbe wegfielen.

Stadtrat gewichtet den Volkswillen hoch

Stadtpräsident Thomas Niederberger bestätigt das Treffen und das «gute und sachliche Gespräch», gibt sich inhaltlich aber zurückhaltend. Der Stadtrat werde am 23. Juni den Entscheid fällen, ob er den Verwaltungsgerichtsentscheid weiter zieht oder nicht. Es bestehe ein Auftrag aus der Abstimmung von 2016, «dieses Stadthaus an diesem Standort» zu bauen. Der Stadtrat sei auch nach wie vor der Meinung, dass «es ein sehr gutes Projekt an einem guten Standort ist». Nur das Volk könne den damals gefällten Volksentscheid aufheben.

Stadtpräsident Thomas Niederberger

Stadtpräsident Thomas Niederberger

(Bild: Andrea Stalder)

Nach dem Entscheid zum Weiterzug gehe es um die Vorbereitung der neuen Botschaft zur Initiative an den Gemeinderat. Niederberger lässt durchblicken, dass es für den Stadtrat wichtig ist, so oder so eine Willensäusserung des Stimmvolks zur Initiative abzuholen. Für das weitere Vorgehen gebe es diverse Szenarien. Der Vorschlag des Initiativkomitees sei eines davon.

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