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Interview

«Es ist Zeit für neue Abenteuer»

Auf der Abschiedstour macht «Heinz de Specht» am Samstag in der Bitzihalle Station. Roman Riklin erklärt, weshalb die Band das Publikum nicht erziehen, ihm aber Denkanstösse vermitteln will.
Georg Stelzner
«Heinz de Specht» auf der Konzertbühne: Roman Riklin, Daniel Schaub und Christian Weiss. (Bild: PD/Tabea Hüberli)

«Heinz de Specht» auf der Konzertbühne: Roman Riklin, Daniel Schaub und Christian Weiss. (Bild: PD/Tabea Hüberli)

Weshalb gastiert "Heinz de Specht" eigentlich in Bischofszell? Gibt es einen besonderen Grund dafür?

Roman Riklin: Weshalb soll Bischofszell denn nicht auf unserem Tourkalender stehen?! Der Veranstalter, der Kulturverein Literaria, hat wohl Kontakt aufgenommen mit Marcel Walker von «Bretterwelt», der unsere Tour zusammenstellt.

Kennen Sie Bischofszell und die Bitzihalle, in der das Konzert stattfinden wird?

Natürlich kenne ich die Stadt Bischofszell. Meine Oma mütterlicherseits kam übrigens von da. Die Bitzihalle kenne ich seit dem Jahr 2002. Wir haben dort eine Rockversion des Musicals «Hair» aufgeführt, bei der ich die musikalische Leitung gemacht habe. Und auch «Heinz de Specht» ist schon in der Rosenstadt aufgetreten.

Was erwarten Sie vom Auftritt in Bischofszell und worauf darf sich das Publikum freuen?

Wir erwarten die Wiederbegegnung mit dem typischen Bischofszeller Publikum: Ab dem ersten Ton in Partylaune und am Schluss mindestens zwei Standing Ovations. Das Publikum darf sich auf rund ein Dutzend neue «Specht»-Songs und ein Dutzend Songperlen aus früheren Tagen freuen. Hits spielen wir sozusagen keine. Haben wir ja auch nicht wirklich.

Die Band ist gesellschaftskritisch und nimmt gerne zu aktuellen Phänomenen Stellung. Glauben Sie, damit etwas bewirken zu können?

Wir machen «Unterhaltung mit Haltung», aber die Welt zu verändern, das trauen wir uns nicht zu. Wir hoffen jedoch, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer den einen oder anderen Gedankenanstoss mitnehmen.

Genügt es Ihnen, wenn Teilen des Publikums einfach die Musik gefällt und sich nicht gross Gedanken über die Texte macht, oder empfinden Sie das als (zu) oberflächlich?

Wir fällen keine Urteile über unser Publikum und können es uns auch nicht auswählen. Grundsätzlich sind wir sehr dankbar, dass so viele Menschen immer wieder zu unseren Konzerten gekommen sind.

Wie gewichten Sie zwischen Musik und Text? Ist Ihnen beides gleich wichtig?

Ich würde uns als Textband bezeichnen. Die Musik dient den Texten als Transportmittel. Die Musik ist uns aber sehr wichtig.

Sie treten in unterschiedlich grossen Sälen und Hallen auf. Wie erleben Sie und die Band den Unterschied?

Für mich persönlich macht es wenig Unterschied. Bei wenig Publikum dauert es manchmal länger, bis der Funken überspringt, weil sich die Leute zu beobachtet fühlen.

Was bevorzugen Sie persönlich: ein Konzert vor möglichst vielen Zuhörern oder mögen Sie lieber den kleinen, intimen Rahmen?

Beides hat seinen Reiz. Für uns ist ein Konzert vor 120 bis 350 Leuten ideal.

Wie ist Ihr Verhältnis zu den Medien? Den Boulevardjournalismus scheinen Sie nicht sonderlich zu mögen.

Sie sprechen mit dieser Frage vermutlich Christians Lied «Nur din Job» an, in dem wir gewisse Methoden der Boulevardmedien anprangern. Der Boulevardjournalismus ist dann nicht in Ordnung, wenn Opfer oder Angehörige gegen ihren Willen an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Gegen einen Promi in der Badewanne haben wir nichts einzuwenden.

Weshalb beendet die Band überhaupt ihre Karriere?

Wir sind stolz, dass wir in 15 Jahren sechs Liederabende geschaffen und über 700 Konzerte gegeben haben. Jetzt ist die Zeit für neue Abenteuer gekommen.

Ist ein Revival denkbar? Zum Beispiel, wenn der Ruf der Fans laut genug ist?

Ein Revival kann ich mir zurzeit nicht vorstellen. Aber falls wir wider Erwarten irgendwann zu dritt wieder etwas auf die Bühne bringen, dann bestimmt aus dem schlichten Grund, weil wir Bock haben, zu dritt Musik zu machen.

Das Konzert in Bischofszell findet am Samstag, 11. Mai, in der Bitzihalle statt; Beginn um 20 Uhr. Ticket-Verkauf online unter info@literaria.ch oder bei «Bücher zum Turm», Marktgasse 2, Bischofszell. Weitere Auftritte: 9./10. Mai, Zeltainer Unterwasser; 24. Mai, Tonhalle Wil; 25. Mai, Presswerk Arbon.

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