Kommentar

Es ist Zeit für einen Schlussstrich unter die Affäre um den Rücktritt des Kreuzlinger Schulpräsidenten

Der Untersuchungsbericht ist aussagekräftig. Die Schulbehörden haben zwar kommunikative Fehler begangen, aber gescheitert ist letztlich der Schulpräsident. Am Ende war dessen Krankheit Schuld an der Misere, schreibt TZ-Redaktor Urs Brüschweiler in seinem Kommentar.

Urs Brüschweiler
Drucken
Teilen
Urs BrüschweilerTZ-Redaktor(Bild: Ralph Ribi)

Urs Brüschweiler
TZ-Redaktor
(Bild: Ralph Ribi)

Rund 50000 Franken hat die Untersuchung der Affäre um den Rücktritt von Schulpräsident René Zweifel gekostet. Es hat sich gelohnt, den Aufwand zu betreiben. Die Chance ist gross, dass nun ein Schlussstrich unter das Thema gezogen wird. Auf der Anklagebank sassen zwei Parteien: Die Mitglieder der Schulbehörden, die ihrem Präsidenten nicht mehr vertrauten und ihn loswerden mussten. Und René Zweifel selbst, der mit dem Amt überfordert war und dazu von einer schweren Krankheit heimgesucht wurde.

Böswilligkeit oder Machtgelüste waren nicht die Antreiber. Der Affäre liegt eine Verkettung negativer Umstände zugrunde. Nur Naivität und Ungeschick in der Kommunikation verhinderten, dass eine Lösung in Minne zustande kommen konnte.

Ein Persilschein ist es für keine Seite. Die Behörden kommen aber besser weg. René Zweifel hatte das Schulpräsidium von Jürg Schenkel übernommen, der zuvor 22 Jahre gewaltet hatte. An der Herausforderung, die Führung der Schule nach seinen Vorstellungen und Bedürfnissen umzubauen und zu modernisieren, ist er gescheitert. Am Ende wegen seiner Krankheit. Die Milizbehörden konnten und wollten ihn nicht mehr länger tragen. Für ihr Handeln, das nicht fehlerfrei, aber nachvollziehbar und verständlich war, bezogen sie verhältnismässig viel Schelte.

Die Aufarbeitung der Affäre ist vollbracht. Die Hausaufgaben in Form einer Professionalisierung der Strukturen sind in Arbeit. Die Verantwortung dafür liegt vor allem bei der neuen Schulpräsidentin Seraina Perini. Davon abgesehen, ist es Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen; auch für René Zweifel, der mittlerweile in Winterthur wieder als Schulleiter arbeitet.