«Es ist wichtig, die Schüler bei der Stange zu halten»: Die Weinfelder Sekundarschulen ziehen nach zwei Wochen Fernunterricht Bilanz

Seit zwei Wochen werden die Sekundarschüler in Märstetten und Weinfelden digital beschult. Trotz unterschiedlicher Voraussetzungen läuft der Unterricht gut. Nun, während den Ferien, wird nachgebessert.

Mario Testa
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Auch Franz Signer, Schulleiter des Sekundarschulzentrums Weitsicht in Märstetten, erteilt seinen Schülern Französisch-Unterricht am PC.

Auch Franz Signer, Schulleiter des Sekundarschulzentrums Weitsicht in Märstetten, erteilt seinen Schülern Französisch-Unterricht am PC.

(Bild: Mario Testa)

Jetzt sind Ferien. Zwei Wochen dauern sie. Aber auch danach werden die Schülerinnen und Schüler weiterhin im Fernunterricht beschult. Dies passiert in den drei Schulhäusern der Sekundarschulgemeinde Weinfelden auf unterschiedliche Art und Weise.

Individuelle Lösungen

Schulhäuser mit Unterschieden

Auch die Schülerinnen und Schüler im Schulhaus Pestalozzi in Weinfelden verfügen über Tablets, mit denen sie die Aufträge ihrer Lehrpersonen erledigen können. «Wir haben aber keine einheitliche Plattform wie in Märstetten», sagt Schulleiter Michael Bürgi. «Jede Lehrperson hat bislang auf ihre eigenen Kanäle wie Whatsapp, E-Mail oder Ähnliches zurückgegriffen, um mit den Jugendlichen zu kommunizieren.» In den Ferien werde nun eine einheitliche Plattform installiert, um über diese arbeiten zu können.

Im Thomas Bornhauser Sekundarschulzentrum (TBS) gibt es keine persönlichen, tragbaren Computer für alle Schüler, diese kommen nächstes Jahr. «Dank einer Umfrage von vergangenem Sommer wissen wir jedoch, dass die meisten Jugendlichen zu Hause auf einen Computer zugreifen können. Diejenigen, die keinen haben, konnten sich Tablets der Schule ausleihen», sagt Schulleiter Andres Bertschinger. Auch im TBS wird nun eine digitale Arbeitsplattform installiert.

Beide Weinfelder Sekundarschulleiter sind sich einig, dass der Fernunterricht gut läuft und die Lehrer und Schüler grossen Einsatz zeigen – aber je länger je mehr den persönlichen Kontakt vermissen.

Das Schulhaus Weitsicht in Märstetten ist gut für digitalen Unterricht vorbereitet. «Wir haben Glück, dass wir die Lernplattform Ilias schon seit vier Jahren nützen», sagt Schulleiter Franz Signer.

«Nicht jede Lehrperson setzte sie bis anhin gleich stark ein, aber so kannten die Schüler die Plattform bereits.»

Nur gerade am Montag nach Bekanntgabe des Lockdowns habe kein Unterricht stattgefunden. «An diesem Tag hab ich mich mit den Lehrpersonen getroffen und den Fernunterricht aufgegleist», sagt Signer. Am nächsten Tag haben die Schülerinnen und Schüler dann gestaffelt ihre Computer-Tablets in der Schule abgeholt.

Präsenzzeiten für die Schüler am Computer

Wie vom Amt für Volksschule empfohlen, wurde vor den Ferien vor allem Schulstoff repetiert. «Aber für uns ist klar, der Fernunterricht wird andauern und deshalb wollen wir den Schülerinnen und Schülern auch neuen Stoff vermitteln», sagt Franz Signer. Die Jugendlichen müssen sich an einen Stundenplan halten und zu den vorgeschriebenen Zeiten eingeloggt sein.

«Es ist wichtig, die Schüler bei der Stange zu halten. Für die Lehrpersonen bedeutet das einen grossen Aufwand, den sie aber bereit sind, zu leisten.»

18 Lektionen pro Woche werden so abgehalten, Aufgaben erteilt, Videokonferenzen geführt, unterrichtet. «Es klappt gut, auch die Eltern sind froh um die Strukturen. Aber wir merken schon, beschäftigen und unterrichten sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe», sagt Signer.

Das Sekundarschulzentrum Weitsicht in Märstetten aus der Luft fotografiert.

Das Sekundarschulzentrum Weitsicht in Märstetten aus der Luft fotografiert.

(Bild: Mario Testa)

«Die Schere zwischen Schülern mit viel oder wenig Eigenverantwortung öffnet sich nun weiter. Unsere Lehrpersonen werden viel Aufwand betreiben müssen, damit für Schülerinnen und Schüler, die wenig Eigenverantwortung übernehmen können, der Nachteil überschaubar bleibt.»