Interview

«Es ist nicht so einfach wie im Fussball»

Der nationale Wasserball-Verband Swiss Waterpolo hat nach internen Querelen seine Direktion neu aufgestellt. Dem sechsköpfigen Ad-interim-Gremium gehören auch die Kreuzlinger Ruedi Herzog (Meisterschaften) und Benjamin Redder an. Der beim SC Kreuzlingen nicht mehr erwünschte Trainer Redder ist für die Ausbildung zuständig.

Matthias Hafen
Hören
Drucken
Teilen
Internationales Know-how: Kreuzlingens langjähriger Trainer Benjamin Redder wurde vom nationalen Verband Swiss Waterpolo in die Direktion berufen.

Internationales Know-how: Kreuzlingens langjähriger Trainer Benjamin Redder wurde vom nationalen Verband Swiss Waterpolo in die Direktion berufen.

Mario Gaccioli (Kreuzlingen, 18. Mai 2019)

Benjamin Redder, wie kamen Sie zu diesem Amt?

Benjamin Redder: Weil ich mit meinem Vorgänger Martin Weissleder die Ausbildung innerhalb von Swiss Waterpolo seit Jahren mitgeprägt habe, fiel die Wahl nach dessen Demission schnell einmal auf mich. In meinen acht Jahren als Trainer beim SC Kreuzlingen habe ich zudem vom Breitensport bis zum Titelgewinn in der NLA alles erlebt. Dass ich schon so lange in der Ausbildung tätig bin, war sicher auch ausschlaggebend.

Der Schweizer Wasserball-Verband befindet sich in turbulenten Zeiten, hat gerade einen Zwist mit den Schiedsrichtern beiseitelegen können. Was hat Sie dazu bewogen, in der Direktion mitzuwirken?

Mir liegt die Ausbildung am Herzen, weil sie die Grundlage für unseren Sport bildet. Und ich habe sehr schnell zu spüren bekommen, dass die neuen Mitglieder der Direktion alle in die gleiche Richtung arbeiten.

Wie können Sie erwirken, dass in Zukunft nicht nur Kreuzlingen und Lugano um den Meistertitel spielen?

Ich habe darauf wenig Einfluss. Ich versuche aber, die Trainer mit einem breiteren Wissen auszustatten, und werde schauen, dass so die Qualität im Schweizer Wasserball grundsätzlich erhöht wird.

Wie wollen Sie das schaffen?

Es ist tatsächlich nicht so einfach wie im Fussball, wo jeder zweite erfolgreiche Trainer schon ein Lehrbuch geschrieben hat. Im Wasserball ist es viel schwieriger, an den aktuellen Forschungsstand zu kommen. Ich habe aber ein gutes internationales Netzwerk.

Sie werden auch wieder mit dem SC Kreuzlingen zu tun haben. Ist das ein Problem?

Nein, überhaupt nicht. Obwohl ich Ende der vergangenen Saison nicht mehr erwünscht war, habe ich noch gute Freunde und Bekannte im Verein. Ein Bademeister sagte mir kürzlich, «du kannst hier jedem in die Augen schauen, aber nicht alle können dir noch in die Augen schauen». Das trifft es gut.

Kreuzlingens Wasserballer entthronen Lugano

Mit einem 12:10-Auswärtssieg gegen Titelverteidiger Lugano holt sich der SC Kreuzlingen seinen ersten Schweizer Meistertitel seit 2013. Im Palmarès der Thurgauer stehen nun neun Meisterpokale.
Matthias Hafen