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Der OK-Präsident des Kantonalturnfestes sagt: «Es ist eine einmalige Erfahrung»

Am Samstag beginnt der Grossanlass mit über 9000 Teilnehmern in Romanshorn. OK-Präsident Jürg Kocherhans über schnelle Entscheide, schwierige Verhandlungen und die nicht ganz einfache Suche nach Schlafplätzen für alle.
Markus Schoch
Der Aufbau ist im vollen Gang: Jürg Kocherhans (links) im Gespräch mit Thomas Krois, der das Ressort «Fest» hat. (Bild: Donato Caspari)

Der Aufbau ist im vollen Gang: Jürg Kocherhans (links) im Gespräch mit Thomas Krois, der das Ressort «Fest» hat. (Bild: Donato Caspari)

Herr Kocherhans, ist alles parat fürs grosse Fest?

Zu 99,9 Prozent sind wir parat.

Was fehlt?

Wir sind noch am Feinschliff. Es gibt so kurz vor dem Fest immer noch da und dort kleinere Korrekturen.

Die Vorbereitungen laufen seit etwa zweieinhalb Jahren. Sind Sie froh, dass es endlich losgeht?

Sehr sogar, und nicht nur ich. Alle Beteiligten freuen sich, endlich umsetzen zu können, was geplant worden ist. Das gilt auch für den Werkhof mit Peter Höltschi an der Spitze, der uns stark unterstützt.

Sie haben sich praktisch von Anfang an in jeder freien Minute um die Planung des Kantonalturnfestes gekümmert. Woher kommt die Leidenschaft?

Es ist eine einmalige Erfahrung und eine äusserst lehrreiche Zeit. Man lernt unglaublich viele Menschen kennen, mit denen ich sonst nie zu tun habe. Beispielsweise bei der Stadt oder der Polizei.

Sie haben nicht genau gewusst, worauf Sie sich einlassen. Würden Sie es wieder tun?

Es war und ist eine unglaubliche Erfahrung, die ich sicher nicht missen möchte.

Haben Sie keinen Moment gezögert, als die Anfrage kam?

Als die Präsidentin des Turnvereins auf mich zukam, bedingte ich mir eine Woche Bedenkzeit aus. Ich sagte dann zu unter der Voraussetzung, dass ich gewisse Personen für das Organisationskomitee selber suchen darf. Ich wollte wissen, mit wem ich zusammenarbeite. Diese Freiheit bekam ich. Alle, die ich anfragte, sagten sofort zu, so dass ich mich bereit erklärte, das Präsidium zu übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt war etwa die Hälfte des Organisationskomitees beisammen. Es musste schnell gehen.

Die Zusammenarbeit verlief problemlos?

Ja, wobei die fürs Finanzielle zuständige Person nach gut einem Jahr ausstieg, weil es nicht mehr mit ihrem Job aufging. So etwas kann passieren. Es war eine schwierige Situation, einen Nachfolger zu finden, weil das erste Budget schon stand. Es ist uns dann aber gelungen.

Welche Erfahrungen haben Sie mitgebracht für diese Aufgabe?

Nicht wahnsinnig viele für einen solchen Grossanlass. Es war für alle im Organisationskomitee eine Herausforderung. Ich war jahrzehntelang Präsident des Turnvereins und gehörte gewissen Organisationskomitees an, allerdings für Veranstaltungen im viel kleineren Rahmen. Ich sagte mir: Ich kann es ja mal probieren.

Und es ging dann auch.

Der eigene Ehrgeiz sagt einem: Es muss gehen. Ich und alle anderen im OK sind sehr schnell in die Aufgabe hineingewachsen.

Sie mussten viele Verhandlungen führen. Eine schwierige Aufgabe?

Verhandlungen sind grundsätzlich nicht einfach. Es ging viel um Geld. Wir hatten keinen Rappen in der Kasse und mussten uns ständig überlegen: Können wir es uns leisten, holen wir die Kosten wieder rein und wie machen wir das?

Was war die grösste Knacknuss?

Die Benutzung der Sportplätze auf dem Campus-Areal hat einige Diskussionen ausgelöst. Die Plätze sind teilweise in einem relativ schlechten Zustand. Wir mussten alle mögliche Szenarien durchdenken und mit der Stadt, dem Fussballclub und weiteren Beteiligten besprechen, wer wann was zahlen würde.

Und wie sieht die Lösung aus?

Der Zustand der Plätze ist vor dem Grümpi des Fussballclubs am letzten Wochenende aufgenommen worden und sie werden jetzt diese Woche nochmals von Vertretern der Stadt und der Kantonsschule angeschaut. Wir haben angeboten, die Korbball-, Volleyball- und Faustballspiele zu streichen, wenn das Wetter schlecht sein sollte, um die Plätze zu schonen. Alle angemeldeten Vereine sind darüber informiert.

Was war Ihre grösste Sorge?

Das hat sich im Laufe der Zeit immer wieder mal geändert. Jetzt gegen Schluss war es, genügend Helfer zu finden, die gemeinsam 25000 Stunden im Einsatz stehen sollten. Das war eine rechte Herausforderung.

Hatten Sie viele schlaflose Nächte?

Es kam vor, dass mir etwas durch den Kopf ging, das wir am Abend zuvor im Organisationskomitee besprochen hatten. Für solche Fälle hatte ich einen Block auf dem Nachttisch, um schnell etwas aufzuschreiben.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Generell freue mich, wenn die Turner möglichst optimale Bedingungen für die Wettkämpfe vorfinden. Den Besuchern wünsche ich coole und tolle Vorführungen. Und allen zusammen eine richtig geile Party am Abend am See mit wenig Zwischenfällen. Ein grosses Highlight sind die Lake Rings am Samstagabend, 30. Juni. So etwas hat man in der Ostschweiz noch nicht gesehen: Ringturnen am Land mit Abgang ins Wasser.

Können Sie die Wettkämpfe überhaupt geniessen, oder haben Sie gar keine Zeit dafür?

Ganz genau sagen kann ich es nicht. Ziel ist aber schon, dass die OK-Mitglieder Zeit haben, um den Anlass zu geniessen.

Das Kantonalturnfest in Romanshorn wird das grösste aller Zeiten sein. Wie kam es dazu?

Wir können es uns selber nicht richtig erklären. Wir haben sicher mit der Lage direkt am See gepunktet und eine gute Werbekampagne in der ganzen Schweiz gefahren.

Wo übernachten all die Turner aus dem ganzen Land?

Das war tatsächlich eine Herausforderung, als wir sahen, wie viele kommen und irgendwo schlafen müssen. In Romanshorn steht die Zivilschutzanlage bei der Kantonsschule und die Jugendherberge zur Verfügung. Das sind ein paar Hundert Plätze, wir brauchen aber ein paar Tausend. Sehr viele übernachten in Amriswil, wo es viele grosse Hallen hat. Mit Thurbo ist abgemacht, dass alle Stunde ein Zug verkehrt. 2000 vor allem Junge schlafen ausserdem im Zelt.

Man könnte meinen, die Turner hätten keine Nachwuchsprobleme. Ist das richtig?

Es sieht so aus, auch wenn man manchmal etwas anderes hört.

Was macht den Reiz eines Kantonalturnfestes aus?

Es ist das Gesamtpaket mit Wettkampf, bei dem man zeigen kann, was man drauf hat, und Geselligkeit beziehungsweise Party.

Wie viele Besucher erwarten Sie?

Wir rechnen über alle Tage mit rund 20000 Personen.

Es wird das grösste Fest, das Romanshorn je erlebt hat?

Ja, davon gehe ich aus. Und es wird auch das grösste kantonale Fest, das je im Thurgau organisiert worden ist.

Spüren Sie Vorfreude in der Bevölkerung?

Ja, es kommt, auch wenn es lange gebraucht hat. Wir haben zwar früh und breit informiert, aber es gibt immer noch solche, die bis vor Kurzem nichts vom Kantonalturnfest gewusst haben, wie ich in Gesprächen feststelle.

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