«Es hat beiden sehr wehgetan»: Wie Beachvolleyballer Marco Krattiger die Trennung von seinem langjährigen Partner berührt

Das Schweizer Beachvolleyballduo Nico Beeler/Marco Krattiger gibt es nicht mehr. Die freie Zeit während der Coronapandemie nutzen die beiden, um grundsätzliche Fragen bezüglich sportlicher Perspektiven zu klären. Für den Amriswiler Krattiger geht der Traum von Olympia aber weiter.

Matthias Hafen
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Marco Krattiger (links) und Nico Beeler treten nicht mehr gemeinsam an. Ihre Freundschaft bleibt aber bestehen.

Marco Krattiger (links) und Nico Beeler treten nicht mehr gemeinsam an. Ihre Freundschaft bleibt aber bestehen.

Bild: Georgios Kefalas/KEY

Für Beachvolleyballer Marco Krattiger geht eine Ära zu Ende. Und das in der Saison, die eigentlich gar keine ist. Corona stand zwar nicht am Ursprung der Auflösung des Schweizer Nationalteams Beeler/Krattiger, doch forcierte es den Entscheid, den letztlich beide gemeinsam getroffen haben. «Wir waren immer davon überzeugt, dass wir sowohl sportlich als auch menschlich gut zusammenpassen», sagt der 26-jährige Amriswiler Marco Krattiger.

«Aber realistisch gesehen müssen wir uns eingestehen, dass es im Sand oft auch nicht hundertprozentig funktioniert hat.»

Die U22-EM-Silbermedaille, Platz fünf an der Elite-EM 2018, der Schweizer-Meister-Titel im gleichen Jahr sowie der Turniersieg am Drei-Sterne-Event 2019 in Edmonton, Kanada, stehen für das grosse Potenzial, das der Thurgauer Krattiger und sein 27-jähriger Partner Nico Beeler aufs Feld brachten. Schon 2014, damals noch als Junioren, spielten die beiden Ostschweizer zusammen. Seit 2017 bildeten sie auch bei der Elite ein hoffnungsvolles Duo. Über das Ganze gesehen fehlte dem Schweizer Nationalteam aber immer wieder die Konstanz. Und die ungewöhnliche Coronasaison habe dazu geführt, dass sich die beiden Grundsatzfragen gestellt hätten, so Krattiger.

Neu mit Florian Breer an der Seite

So kam heraus, dass es Beeler wieder zum Hallenvolleyball zieht. Ab Mitte September wird der Joner zu seinem Stammverein, dem NLA-Club TSV Jona, zurückkehren. Krattiger hingegen bleibt dem Beachvolleyball treu und schliesst sich neu mit dem 21-jährigen Basler Florian Breer zusammen. Breer war im Frühjahr bereits Krattigers Partner während einer Verletzungspause von Beeler.

Nächste Woche reisen Krattiger/Breer an ein Einladungsturnier nach Sofia, Bulgarien. In Baden bei Wien sowie im südfranzösischen Montpellier stehen im Herbst weitere Teilnahmemöglichkeiten im Programm der beiden. «Es ist ein grosser Vorteil, dass wir das Ende dieser Saison schon nutzen können, um uns im Court zu finden», sagt Krattiger. Denn sein neuer Partner habe eine ganz andere Spielanlage als der bisherige Partner Beeler. Das erste grosse Ziel von Krattiger/Breer ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio, die coronabedingt auf 2021 verschoben wurden.

Eine Last fiel von den Schultern

Auch wenn sich für den Thurgauer Krattiger schon wieder neue Perspektiven auftun: Die Trennung von Nico Beeler geht nicht spurlos an ihm vorbei. «Es hat mir schon wehgetan, dass es dazu gekommen ist», sagt der Amriswiler. «Beiden hat es sehr wehgetan. Es war alles andere als ein einfacher Entscheid.» Hingegen seien er und Nico Beeler überzeugt, dass es der richtige Entscheid war. «Nach der Bekanntgabe fiel uns beiden eine Last von der Schulter», so Krattiger.

«Denn im Sport tust du dich doppelt schwer, wenn du nicht immer zu hundert Prozent überzeugt bist von der Sache.»

Nach Sébastien Chevallier (2015), Jonas Kissling (2016) und eben Nico Beeler (seit 2017) ist Florian Breer der vierte Partner für Marco Krattiger. «Ich freue mich sehr auf die Partnerschaft mit Flo und glaube, mit ihm grosse Erfolge erspielen zu können», so der Thurgauer.

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