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Es grünt nicht grün genug: Weinfelden soll öffentliche Flächen naturnaher gestalten

CVP-Parlamentarier Simon Wolfer erkundigt sich beim Stadtrat über eine Strategie zur Begrünung des Zentrums.
Sabrina Bächi
Das Bepflanzungskonzept des Haffterparks soll in dieser Legislatur überprüft und angepasst werden. (Bild: Reto Martin)

Das Bepflanzungskonzept des Haffterparks soll in dieser Legislatur überprüft und angepasst werden. (Bild: Reto Martin)

Das Thema Biodiversität ist längst in Weinfelden angekommen. Mit dem neuen Baureglement entschloss sich das Stadtparlament, die Pflanzung standortgerechten Grünguts auf öffentlichen Flächen vorzuschreiben.

Die Frage blieb, ob damit auch private Bauherren angehalten sind, sich an diese Regelung zu halten. Wie die Stadt mit dieser Frage umgeht, wollte Simon Wolfer genauer wissen. In seiner Einfachen Anfrage vom 23. Mai will er vom Stadtrat Antworten, ob es auf dem Bauamt Unterlagen gibt, mit denen Bauherren sensibilisiert werden, heimische Pflanzen zu verwenden.

Simon Wolfer, CVP-Parlamentarier Weinfelden. (Bild: PD)

Simon Wolfer, CVP-Parlamentarier Weinfelden. (Bild: PD)

Weiter fragt er, ob es eine ganzheitliche Bepflanzungsstrategie für öffentliche Flächen gibt und ob die Stadt sich beim kantonalen Projekt «Vorteil naturnah» beteiligt.

Zufrieden mit dem Ist-Zustand

Der Stadtrat macht in seiner Antwort deutlich, dass er eine ganzheitliche Strategie nicht für nötig erachtet. Der Umgang mit öffentlichen Grünflächen funktioniere in Weinfelden gut und sei – soweit möglich – auf den ökologischen Wert ausgerichtet. «Ein Leitbild erscheint nicht erforderlich», schreibt der Stadtrat in seiner Beantwortung.

Er fügt jedoch an, dass aufgrund der Baumfällung im Haffterpark (unsere Zeitung berichtete) das bestehende Bepflanzungskonzept für den Haffter- und den Komiteepark überarbeitet werde (siehe Kasten).

Die Buche wird ersetzt

Im Juni musste im Haffterpark eine Buche gefällt und aufwendig mit einem Helikopter abtransportiert werden. Wegen der Hitze brachen die Äste des Baums und gefährdeten die Parknutzer. «Die gefällte Buche wird ersetzt», sagt Stadtrat Daniel Engeli. «Der neue Standort und die Baumsorte sind noch nicht fix. Das will ich mit der Stadtgärtnerei und Baumexperten klären. Schliesslich soll der neue Baum für die nächsten 150 Jahre dort stehen.» Es soll kein Schnellschuss sein, aber auch keine vier Jahre dauern. Das gelte auch für die Überarbeitung des Bepflanzungskonzeptes. Vor allem das Klima, die Anwohner und die Parknutzung müssen dabei mitbedacht werden. (sba)

Konkret antwortet der Stadtrat in seinem Schreiben auch auf die Frage, ob es ein Merkblatt für Bauherren gibt. Ein solches wolle das Ressort Hochbau in die Legislaturziele 2019–2023 aufnehmen. Damit können private Bauherren, aber auch Planer und Landschaftsgärtner, auf das Thema der einheimischen Pflanzen aufmerksam gemacht werden. Aber:

«Genaue Inhalte dieses Merkblatts sind noch nicht bekannt.»

Stadtrat bleibt für Wolfer zu vage

Auf Nachfrage sagt CVP-Parlamentarier Simon Wolfer, dass er mit der Beantwortung seiner Einfachen Anfrage insofern zufrieden sei, da sich die Exekutive der Wichtigkeit des Themas Biodiversität bewusst sei.

«Dass der Stadtrat ein Merkblatt in die Legislaturziele aufnimmt und damit ein klares Ziel definiert, begrüsse ich.»

Bezüglich der Begrünung des öffentlichen Raums bleibt der Stadtrat für sein Empfinden jedoch zu vage. Hinsichtlich des Projekts «Vorteil naturnah» lasse der Stadtrat offen, ob geeignete Flächen für das Projekt vorhanden wären. Er sehe das Projekt jedoch als Chance. «Die Stadt sollte sich auch mit Blick auf die Innenentwicklung vertiefter mit der ganzen Thematik auseinandersetzen.»

Nicht in der Beantwortung aber auf Nachfrage sagt der zuständige Stadtrat Daniel Engeli, dass er das kantonale Projekt «Vorteil naturnah» in seine Legislaturziele aufgenommen habe und im kommenden Jahr eine Teilnahme prüfen wird.

«Vorteil naturnah»

Zusammen mit der Gemeinde Eschlikon hat der Kanton das Projekt «Vorteil naturnah» durchgeführt. Dazu wurden pflegeintensive und artenarme Grünflächen naturnah aufgewertet. «Ziel war es, ein praxisorientiertes und pragmatisches Vorgehen dieser Umwandlung zu entwerfen und zu prüfen», schreibt der Kanton. Das Projekt soll Grundlagen und Erkenntnisse für die Planung und Umsetzung von naturnahen Flächen in anderen Gemeinden bieten. Es zeigt dem Kanton auch auf, wie er Gemeinden unterstützen kann, naturnahe Flächen zu schaffen. In Eschlikon wurden 1900 Quadratmeter naturnah gestaltet. (sba)

www.vorteilnaturnah.tg.ch

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