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Kein Duzis an Thurgauer Schulen: «Es gibt wichtigere Themen»

Einige Eltern der Primarschule Salmsach schlagen eine Du-Kultur zwischen Eltern und Lehrpersonen vor. Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands Thurgauer Schulgemeinden, sagt, was er von dem Thema hält.
Eva Wenaweser
Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands Thurgauer Schulgemeinden. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands Thurgauer Schulgemeinden. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Wie stehen Sie zur Du-Kultur?

Heinz Leuenberger: Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, mit anderen Leuten per Du zu sein. Es hängt aber vom Umfeld ab, in dem man sich bewegt, ob man sich duzt oder Siezt.

Wie sieht es damit generell im Kanton aus?

Ehrlich gesagt war mir nicht einmal bekannt, dass einige Eltern in Salmsach diesen Vorschlag gemacht haben. Den Sinn eine Du-Kultur einzuführen sehe ich zwar nicht, aber generell ist das jeder Schulgemeinde selbst überlassen. Wenn die Eltern sich eine Du-Kultur wünschen, können sie diesen Wunsch bei der Schulleitung vorbringen.

Ist die Du-Kultur überhaupt Thema im Schulverband?

Nein, bis jetzt war es noch kein Thema. Ich weiss auch von keiner anderen Schulgemeinde ausser Salmsach, die darüber diskutiert hat. Für mich ist es nicht ausschlaggebend dafür, ob die Schule einen guten Job macht. Lehrer sind immer noch Respektspersonen. Meiner Meinung nach muss man nicht bei allem mitmachen, das gerade aufkommt. Für mich gibt es etliche Anstandsregeln über die man heute eher diskutieren müsste.

Wo sehen Sie Vor- und Nachteile?

So auf die Schnelle und Gefühlsmässig sehe ich eher Nachteile. Da ich mich nicht damit befasst habe, ist diese Frage schwierig zu beantworten. Allerdings werde ich mich auch nicht damit befassen. Es gibt wichtigere Themen. Beispielsweise Ordnung auf dem Schulareal, Littering und den Umgang mit Lebensmitteln. Dort sehe ich grösseren Handlungsbedarf.

Kein Duzis im Bergli: Einige Salmsacher Eltern wollen die Du-Kultur. Die Schule lehnt das ab.

Der Vorschlag kam beim Elternabend: Eltern machten den Vorschlag zur Du-Kultur zwischen Müttern, Vätern und Lehrpersonen. Dies ist dem aktuellen Quartalsbrief der Schule Salmsach zu entnehmen. Nach der offiziellen Veranstaltung haben sich zwei Elternteile mit dieser Idee an eine Lehrperson gewandt, wie Schulleiterin Monika Sauder auf Anfrage bestätigt. Da die Angelegenheit das gesamte Schulhaus betreffe, wolle Sauder keine Namen nennen. Im Zuge einer gesellschaftlichen Entwicklung kommt die Du-Kultur laut Sauder immer mehr auf. «Ich denke, dass die Entwicklung vorwiegend aus dem englischsprachigen Bereich kommt, da es die Unterscheidung zwischen «du» und «Sie» dort nicht gibt», sagt Sauder. Ihr sei es aber ein Anliegen, das Private vom Beruflichen zu trennen. Deswegen lehne die Schulkommission den Vorschlag ab. «Natürlich gibt es Eltern und Lehrer, die per Du sind.» Das sei in Salmsach nicht grundsätzlich verboten und ergebe sich, wenn man sich besser kenne und ein Vertrauensverhältnis bestehe. «Wir wollen aber keine Du-Kultur ohne Vorbehalt. So ein Verhältnis soll wachsen.»

Früher war es noch anders als heute

Schulpräsident Martin Haas sagt, was früher noch anders war als heute: «Die Lehrer haben meistens im gleichen Ort unterrichtet und gelebt. Dann war man schneller per Du.» Heute ist das laut Haas aber anders. An der Primarschule des Bergli Schulhauses gäbe es nur eine Lehrkraft, die gleichzeitig in Salmsach lebe und arbeite. «In diesem Fall ist es natürlicherweise entstanden, dass man sich untereinander duzt.» Laut Haas ist es die gegenseitige Wertschätzung in einer Sie-Kultur grösser und somit sei es leichter den pädagogischen Auftrag auszuführen. «Wenn die Kinder am Mittagstisch von Herrn Meier sprechen, ist es für sie ausserdem verwirrend, wenn die Eltern plötzlich von einem Hans reden.»

Das Primarschulhaus Bergli in Salmsach. (Bild: Reto Martin)

Das Primarschulhaus Bergli in Salmsach. (Bild: Reto Martin)

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