Erstmals seit vier Jahren greift Volley Amriswil ab Dienstag wieder nach den Champions-League-Sternen - und das erst noch im heimischen Tellenfeld

Es sind zwei völlig unterschiedliche Gegner, mit denen es der Schweizer Vertreter Volley Amriswil auf dem Weg in die Königsklasse zu tun bekommt. Am Dienstag warten harte Weissrussen mit sowjetischer Spielanlage. Am Donnerstag stehen gewiefte Belgier mit taktischem Geschick gegenüber.

Matthias Hafen
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Nach 2016 unternimmt Volley Amriswil (blau) den zweiten Anlauf, sich erstmals in der Klubgeschichte für die Königsklasse der europäischen Klubwettbewerbe zu qualifizieren. Vor vier Jahren scheiterten die Thurgauer in der letzten Qualifikationsrunde am italienischen Spitzenteam Perugia.

Nach 2016 unternimmt Volley Amriswil (blau) den zweiten Anlauf, sich erstmals in der Klubgeschichte für die Königsklasse der europäischen Klubwettbewerbe zu qualifizieren. Vor vier Jahren scheiterten die Thurgauer in der letzten Qualifikationsrunde am italienischen Spitzenteam Perugia.

Mario Gaccioli

Volley Amriswil greift nach den Sternen. Am Dienstag gegen Schachtjor Soligorsk und am Donnerstag gegen Maaseik kann der NLA-Klub einen ersten Schritt Richtung Champions-League-Gruppenphase tun. Setzen sich die Thurgauer in der Dreiergruppe mit den Konkurrenten aus Weissrussland und Belgien durch, dann winkt eine zweite und letzte Qualifikationsphase vor dem grossen Pott. Allerdings bleibt nur der Tabellenerste im Rennen.

Alle drei Begegnungen in dieser Qualigruppe finden vom Dienstag bis Donnerstag jeweils um 19.00 Uhr im Amriswiler Tellenfeld statt. Die Klubs einigten sich auf diesen Spielort, weil die Austragung während der Coronapandemie in der Schweiz am unproblematischsten war. Bringt das Heimspiel Volley Amriswil den entscheidenden Vorteil? «Es ist sicher kein Nachteil, dass wir die Halle bestens kennen», sagt Trainer Marko Klok. «Die Beschaffenheit des Bodens, die Dimensionen der Halle oder die Lichtverhältnisse mögen kleine Details sein. Details aber, die man zum eigenen Vorteil nutzen kann.»

Amriswils Trainer Marko Klok.

Amriswils Trainer Marko Klok.

Mario Gaccioli

Soligorsk kürzlich zum Meister gekrönt

Dank des Zugriffs auf ein internationales Volleyball-Videoportal sind die Thurgauer bestens im Bild über die zwei europäischen Gegner. Und das, obwohl die Saison 2020/21 für alle drei Teams noch sehr jung ist. Schachtjor Soligorsk spielte vor kurzem noch die Meisterschaft 2019/20 zu Ende und durfte sich als weissrussischer Meister feiern lassen. Das Erfolgsrezept: die bewährte sowjetrussische Spielweise mit turmhohen Spielern und kraftvollen Schlägen. Doch ganz so einfach wird Soligorsk dann auch nicht zu lesen sein. «Die Mannschaft ist ein Mix von Alt und Jung, sowohl was die Spielart betrifft wie auch das Kader», so Klok.

Zwei Spielernamen mit insgesamt 42 Buchstaben

Anders als Soligorsk und Amriswil war Maaseik in der jüngeren Vergangenheit ein regelmässiger Teilnehmer der Champions-League-Gruppenphase. Die Belgier, die als Meisterschaftsdritter heuer wieder einmal in die Qualifikation mussten, setzen auf taktisches Volleyball, auf Köpfchen statt Kraft. Aus seiner Zeit in der belgischen Liga kennt Amriswils Trainer Klok die Ambitionen des Klubs sehr gut. «Ich weiss, dass sie sich an diesem Turnier nicht mit Platz zwei zufrieden geben werden», sagt der Holländer. Beachtung ist unter anderem den beiden iranischen Nationalspielern Amirhossein Esfandiar (21) und Javad Karimisouchelmaei (22) zu schenken. Vor allem Zuspieler Karimisouchelmaei wird in internationalen Fachmagazinen eine grosse Zukunft prophezeit.

Für Volley Amriswil geht die europäische Saison nach dieser Woche so oder so weiter. Wenn Platz zwei oder drei resultiert, dann wieder eine Stufe tiefer im CEV-Cup.

Champions League. 1. Qualifikationsrunde. Gruppe E (in Turnierform in Amriswil). Dienstag, 6. Oktober (19.00 Uhr): Schachtjor Soligorsk (BLR) - Amriswil. - Mittwoch, 7. Oktober (19.00 Uhr): Maaseik (BEL) - Schachtjor Soligorsk (BLR). - Donnerstag, 8. Oktober (19.00 Uhr). Amriswil - Maaseik (BEL).
Modus: Der Gruppensieger spielt in der 2. Qualifikationsrunde (ab 12. Oktober) in einem Mini-Turnier gegen Dinamo Moskau und Trentino um einen Platz in der Champions-League-Gruppenphase.

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Matthias Hafen

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Bernhard Windler