Ersatzwahl
Der Kampf um den freien Gemeinderatssitz in Tägerwilen geht in die zweite Runde

Am 4. Juli entscheidet sich in Tägerwilen, wer nach dem Rücktritt von Thomas Gerwig in den Gemeinderat einzieht. Alle drei Kandidierenden treten im zweiten Wahlgang nochmals an. Das Rennen könnte spannender kaum sein.

Rahel Haag
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Tägerwilen von oben: Am 4. Juli entscheidet sich, wer in den Gemeinderat einzieht.

Tägerwilen von oben: Am 4. Juli entscheidet sich, wer in den Gemeinderat einzieht.

Bild: Donato Caspari
(2. Dezember 2019)

Noch ist alles offen. Am vergangenen Sonntag hatten sich in Tägerwilen drei Kandidierende für den freien Sitz im Gemeinderat zur Wahl gestellt. Das absolute Mehr von 656 Stimmen hat allerdings niemand erreicht. Mit 482 Stimmen erzielte Rebecca Fässler das beste Ergebnis. Hinter ihr folgen Thomas Ammann mit 441 und Cyrill Werner mit 379 Stimmen. Im zweiten Wahlgang vom 4. Juli wird nun das absolute Mehr hinfällig und es gewinnt der- oder diejenige mit den meisten Stimmen. Klar ist, dass alle drei Parteilosen nochmals antreten werden.

Rebecca Fässler
parteilos
482
Thomas Ammann
parteilos
441
Cyrill Werner
parteilos
379
Absolutes Mehr
656 Stimmen

Sie will den Gemeinderat vielfältiger machen

Über ihr Ergebnis habe sie sich «mega gefreut», sagt Rebecca Fässler. Umso mehr, da sie zwei starke Mitbewerber habe. Mit ihren 26 Jahren ist sie die jüngste unter den Kandidierenden.

«Ich sehe mein Alter nicht als Hindernis für das Amt.»
Rebecca Fässler, Gemeinderatskandidatin.

Rebecca Fässler, Gemeinderatskandidatin.

Bild: PD/Michael Mayer

Im Gegenteil: Fässler ist überzeugt, dass sie den Tägerwiler Gemeinderat vielfältiger machen würde. Immerhin seien Frauen und junge Menschen in der Schweizer Politik am wenigsten repräsentiert. Im politischen Gremium sähe sich Fässler zudem als gute Ergänzung.

«Ich kann als Primarlehrerin und Umweltingenieurin den Gemeinderat mit meinem Fachwissen bereichern.»

In Tägerwilen habe sie sich schon für verschiedene Anliegen starkgemacht, beispielsweise für die Freihaltung der Gemeindewiese im vergangenen Jahr. Fässler ist Mitglied der Interessengemeinschaft «Zämä fürs Dorf», die in der Vergangenheit zu einigen lokalpolitischen Themen eine andere Meinung als der Gemeinderat vertreten hat. Darauf angesprochen sagt Fässler: «Ich würde sicher einen anderen Blickwinkel einbringen.»

Zusammensetzung des Gemeinderats

Im Tägerwiler Gemeinderat sitzen nach dem Rücktritt von Thomas Gerwig aktuell noch zwei Männer und eine Frau: Jean-Michel Farine (1974), Daniel Merk (1992) und Monika Kramer (1975). Gemeindepräsident Markus Thalmann tritt per 31. Juli zurück. Sein Nachfolger ist Maruks Ellenbroek (1964). (rha)

Das Gewerbe liegt ihm am Herzen

«Am Sonntag hatte ich definitiv ein Kribbeln in der Magengegend», sagt Thomas Ammann. Das ausgeglichene Ergebnis habe ihn überrascht. Im zweiten Wahlgang werde es nochmals spannend. Auf die Frage, weshalb ihn die Tägerwilerinnen und Tägerwiler wählen sollten, sagt er:

«Ich bringe sicher am meisten Erfahrung mit.»
Thomas Ammann, Gemeinderatskandidat.

Thomas Ammann, Gemeinderatskandidat.

Bild: Andrea Stalder

Der 52-Jährige meint einerseits seine Lebenserfahrung und andererseits seine Kenntnisse, die er sich als Betriebsleiter der Zecchinel Transport AG angeeignet hat. Zudem sei er seit Jahren Mitglied des Gewerbevereins. Das Gewerbe liegt ihm denn auch am Herzen. Sollte er die Wahl in den Gemeinderat schaffen, würde er sich vor allem dafür einsetzen, dass das Gleichgewicht zwischen Gewerbe und Einwohnern erhalten bleibe.

«Ein weiteres Ziel wäre, dass der Steuerfuss von 33 Prozentpunkten langfristig beibehalten werden kann.»

Ammann, der vom Einwohner-Forum Tägerwilen unterstützt wird, lebt bereits seit 30 Jahren in der Gemeinde. Aus seiner Sicht ein Vorteil: «Ich kenne Tägerwilen und bin bereit, mich für die Gemeinde aktiv einzusetzen.»

Er kennt sich mit Finanzen aus

Obwohl er im ersten Wahlgang am wenigsten Stimmen auf sich vereinen konnte, wird auch Cyrill Werner noch einmal antreten. Der 30-Jährige lebt seit viereinhalb Jahren in Tägerwilen.

«Ich bin in der Gemeinde wohl am wenigsten bekannt.»
Cyrill Werner, Gemeinderatskandidat.

Cyrill Werner, Gemeinderatskandidat.

Bild: Andrea Stalder

Im Vorfeld des zweiten Wahlgangs will er deshalb unter anderem mittels Plakaten und Inseraten auf sich aufmerksam machen. Seinen grossen Vorteil sieht er darin, dass er sich mit Finanzen auskennt. Werner arbeitet als Controller bei der Mowag und hat zudem ein Studium als Wirtschaftsingenieur absolviert. Der gelernte Motorgerät- und Automechaniker sagt über sich selber: «Ich bin ein Generalist.»

Sollte er gewählt werden, würde er sich dafür einsetzen, dass die finanzielle Lage der Gemeinde weiterhin so gut bleibe, «trotz der Coronakrise». Zudem sei es ihm wichtig, dass Tägerwilen für seine Einwohnerinnen und Einwohner lebendig und attraktiv bleibe. Werner, der von der SVP Tägerwilen unterstützt wird, sagt:

«Zudem habe ich auch ein Ohr für jene, die weniger gehört werden.»

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