Erotikbetriebe in Arbon: «Ein wirtschaftlich schwieriges Business»

Im Städtli kommt es zu einigen Änderungen. Das Angebot ist allerdings immer noch gross.

Tanja von Arx
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Die frühere Kontaktbar «Schifflände» ist heute ausschliesslich ein Restaurant.

Die frühere Kontaktbar «Schifflände» ist heute ausschliesslich ein Restaurant.

(Bild: Donato Caspari, 3. April 2019)

Sodom und Gomorrha. Den Eindruck erhält, wer sich die jahrelangen Diskussionen rund um Sicherheit und Ordnung in der Stadt Arbon angehört hat. Vor allem, was die Erotikbetriebe hier am Ort betrifft: Es würden immer mehr, und die Zustände seien unhaltbar, meinen kritische Stimmen – die Bedenken mündeten in ein entsprechendes Reglement (unsere Zeitung berichtete).

Ein Blick ins Amtsblatt lässt vermuten: Da ist was dran. Wie den Neueintragungen im Handelsregister zu entnehmen ist, gibt es seit kurzem an der Berglistrasse den Betrieb «Malibu», der offenbar Wellness, Unterhaltung und Gastronomie vereint. Auf Nachfrage sagt Peter Wenk, Leiter der städtischen Abteilung Einwohner und Sicherheit: «In den bestehenden Betrieben gibt es häufig Änderungen.» Allem Anschein nach geht es um den «Club für Gentlemen», der zurzeit einigen Wechseln unterliegt.

«Schifflände» an der Hafenstrasse: Von der Kontaktbar zum Restaurant

Gleichwohl ist das Angebot im Städtli verhältnismässig breit. Wenk sagt zur aktuellen Situation: «Die erotische Kontaktbar ‹Schifflände› ist ja nach dem Liegenschaften-Verkauf an Karl Müller zu respektive wird jetzt ‹unten› ausschliesslich als normales Restaurant geführt.» Die Pächterin habe den Betrieb an der Rebenstrasse kurzzeitig weitergeführt, allerdings schon bald freiwillig Zeit das Patent zurückgezogen. «Neben dem ‹Club für Gentlemen› verfügt momentan das ‹Paradiso› an der Metzgergasse über eine Bewilligung.»

Der städtische Abteilungsleiter sagt, dass es sich bei den besagten Etablissements um sogenannte Kioskwirtschaften handle. «Eine rechtliche Bewilligungsform auf Basis des Gastgewerbegesetzes.» Die King-Bar an der St. Gallerstrasse verfüge seit 2011 über das Patent zur Führung eines sogenannten Beherbergungsbetriebs und sei berechtigt regelmässig bis zwei Uhr offen zu halten. «Dieser Betrieb wird einwandfrei geführt und die melderechtlichen Vorschriften für das Personal werden eingehalten.»

Kein Überblick über die Freischaffenden

Wenk sagt, neben den sogenannten Kontaktbars sei in Arbon eine weitere Institution angesiedelt, in der direkt sexuelle Dienstleistungen angeboten würden. Und zwar an der Rathausgasse. «Über das freischaffende Angebot im Internet hat die Stadt indes keinen Überblick, da auch hier keine Bewilligung nötig ist.»

Gemäss dem, was Peter Wenk so zu Ohren kommt, ist das Ganze «wirtschaftlich ein schwieriges Business».

«Die Kontaktbars ächzen unter den Grundkosten und erhoffen sich mehr Umsatz.»

Die Konkurrenz übers Internet sei gross, Kunden würden online schnell Angebote finden.

Busse bis 300 Franken

Die Stadt Arbon hat ein Reglement für Sicherheit und Ordnung erarbeitet, das über verbindliche Richtlinien das Zusammenleben erleichtern soll. Erfasst sind Sachverhalte, die im übergeordneten Recht nicht geregelt sind – von Ruhezeiten über Hundehaltung bis hin zur Prostitution. Widerhandlungen können mit einer Busse bis 300 Franken bestraft werden. (tva)

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