Erneutes Rekordjahr für die Wasserversorger im Mittelthurgau

1,73 Milliarden Liter Wasser sind vergangenes Jahr durch die Rohre der RVM Süd geflossen. Probleme bereitet den Wasserversorgern die Umlegung ihrer Leitungen wegen des Siedlungsbaus.

Christof Lampart
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Der Thurgauer Trinkwasserinspektor Sandro Brandenberger trinkt ein Glas Wasser, das ihm RVM-Süd-Präsident Andreas Widmer einschenkt.

Der Thurgauer Trinkwasserinspektor Sandro Brandenberger trinkt ein Glas Wasser, das ihm RVM-Süd-Präsident Andreas Widmer einschenkt.

(Bild: Christof Lampart)

Längere Trockenperioden blieben aus, trotzdem hat die Regionalwasserversorgung Mittelthurgau-Süd vergangenes Jahr so viel Wasser verkauft wie noch nie. Sogar die Zahlen des aussergewöhnlich trockenen Jahrs 2018 wurde mit den 1,73 Millionen Kubikmetern leicht überschritten.

Die guten Zahlen präsentierte RVM-Süd-Präsident Andreas Widmer an der Delegiertenversammlung vom Dienstagabend in Wil.
Widmer führt den Anstieg darauf zurück, dass viele Landwirte und Gemüseproduzenten immer mehr Wasser brauchen. Gleichzeitig seien die privaten Verbraucher und die Geräte immer sparsamer geworden, deshalb fiel der Anstieg nicht stärker aus.

Auslastung bei weitem nicht erreicht

Trotz der neuen Rekordmarke sei der maximale Auslastungsgrad an keinem Tag im Jahr erreicht worden. Insgesamt lag die Auslastung des Versorgungswerks bei 26 Prozent und stieg selbst am verbrauchsintensivsten Tag des Jahres nicht über 35 Prozent.

«Das Wasservorkommen in der Thur-Ebene zeigt sich auch in Extremsituationen als sehr ausgiebig und als qualitativ einwandfrei»

sagt Widmer. Ein Problem ortet er in Bauvorhaben auf ehemaligem Landwirtschaftsland. Die Leitungen der RVM Süd seien vor über 45 Jahren nämlich bewusst in solche Gebieten verlegt worden. «Wegen dieser Siedlungsentwicklung und dem Bau grösserer Gewerbegebiete müssen wir uns nun mit kostspieligen Leitungsumlegungen beschäftigen», sagt Andreas Widmer.

Erfreut über das Minus

Keine unnötigen Gewinne


In der Betriebsrechnung steht dem Ertrag von knapp 650'000 Franken ein Aufwand von 585'000 gegenüber. Da 80'000 Franken dem Erneuerungsfonds zugewiesen werden, resultiert ein Verlust von 15'000 Franken. In den Reserven liegt noch eine halbe Million – und unnötig Gewinne erzielen, sei ohnehin nicht das Ziel, sagt Widmer.

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