Ermatinger Stimmbürger haben eine breite Auswahl

Für das Gemeindepräsidium von Ermatingen kandidieren vier Personen: Mit
Willi Hartmann bringt einer Behördenerfahrung mit, die drei anderen sind Quereinsteiger. Die Wahl findet am 10. Februar 2019 statt.

Nicole D'Orazio
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Das Objekt der Begierde: Das Rathaus in Ermatingen, wo der Gemeindepräsident oder die Gemeindepräsidentin arbeitet. (Bild: Andrea Stalder)

Das Objekt der Begierde: Das Rathaus in Ermatingen, wo der Gemeindepräsident oder die Gemeindepräsidentin arbeitet. (Bild: Andrea Stalder)

Die Interpartei hat die Katze aus dem Sack gelassen und präsentiert die Kandidaten fürs Gemeindepräsidium von Ermatingen. Amtsinhaber Martin Stuber tritt altershalber Ende der Legislatur zurück. Es bewerben sich Heidi Gerber, Willi Hartmann, Andreas Jenny und Urs Tobler. Der erste Wahlgang findet am 10. Februar 2019 statt. Ein allfälliger Zweiter ist auf den 7. April 2019 angesetzt.

Hartmann führt bereits eine Gemeinde

Willi Hartmann kennt man als Gemeindepräsident von Raperswilen. Er hatte im April angekündigt, nun gerne ein Präsidium im Vollamt zu übernehmen. «Ich habe mich bei drei Gemeinden beworben und mich dann auf Ermatingen konzentriert», sagt der SVP-Mann. «Es liegt im gleichen Bezirk wie Raperswilen und ich bin schon in vielen Gremien wie zum Beispiel der Regionalplanungsgruppe, dem Zivilschutz oder der Energieberatungsstelle vernetzt.»

Willi Hartmann, SVP. (Bild: PD)

Willi Hartmann, SVP. (Bild: PD)

Ermatingen sei ihm persönlich zudem sehr nahe. Er kenne das Dorf und einige Einwohner. «Es ist eine tolle Gemeinde, die mich reizt», sagt der 53-Jährige. «Ich habe auch keine Angst, weil ich als einziger Auswärtiger kandidiere. In Raperswilen war das auch so. Zudem bin ich ja schon etwas integriert», sagt er und lacht.

Ein Hauptanliegen ist Hartmann, die Bevölkerung intensiver an Projekten teilhaben zu lassen und in Arbeitsgruppen einzubinden. «Eine gute Zusammenarbeit mit dem Gewerbe ist mir auch wichtig», sagt Hartmann.

Heidi Gerber hat Bock auf das Amt

Heidi Gerber, parteilos. (Bild: PD)

Heidi Gerber, parteilos.
(Bild: PD)

«Ich bin eine Quereinsteigerin und habe Bock auf das Amt», sagt Heidi Gerber. Es reize sie und sie habe das Gefühl, dass sie das Rüstzeug dafür habe. Die 57-Jährige ist Bildungsverantwortliche von Tertianum, einem Anbieter für Wohnen und Pflege im dritten Lebensabschnitt, in Frauenfeld und Berlingen, und hat schon viele Weiterbildungen im Bereich Pflege und Bildung absolviert und verfügt über eine hohe Sozialkompetenz. «Aber das Bauwesen interessiert mich sehr.»

Gerber lebt seit 22 Jahren in Ermatingen und ist sehr Kultur verbunden. «Und das Dorf ist überhaupt nicht langweilig.» Sie ist verheiratet und hat vier Kinder. Sie ist parteilos und würde sich politisch in der Mitte ansiedeln. «Ich bin nicht jemand, der sofort alles umkrempelt, ich arbeite mich zuerst ein», meint sie. «Wichtig ist mir, dass die Gemeinde auch für Familien und Ältere bezahlbar und lebenswert bleibt.»

Andreas Jenny sucht eine neue Herausforderung

Andreas Jenny, FDP. (Bild: PD)

Andreas Jenny, FDP. (Bild: PD)

Andreas Jenny reizt die Aufgabenstellung eines Gemeindepräsidenten, weil sie Macherqualitäten verlangt, vielseitig und anspruchsvoll ist. Er war Geschäftsführer eines Medizinaltechnikunternehmens. Im Rahmen einer Nachfolgelösung wird dieses verkauft, weshalb es für ihn der ideale Zeitpunkt ist, eine neue Herausforderung ins Auge zu fassen. «Die Führung einer Gemeinde kann man heute gut mit jener eines Unternehmens vergleichen.»

Es ist ihm wichtig, sich mit Engagement und Herzblut einzubringen und den Dialog mit den Bürgern zu suchen. Als Mitglied des Rotary Clubs habe er sich auch oft für soziale Projekte engagiert. Er ist 56 Jahre alt, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Jenny lebt mit seiner Frau seit einem halben Jahr in Ermatingen. «Es hat uns vom Kanton Luzern an den Untersee angeschwemmt.» Sie hätten sich sehr gut eingelebt und integriert. Er ist der FDP beigetreten. «Das liberale Gedankengut entspricht mir und prägt mein Wirken.»

Urs Tobler ist politisch nicht vorbelastet

Urs Tobler, FDP. (Bild: PD)

Urs Tobler, FDP. (Bild: PD)

Urs Tobler liegt die Gemeinde am Herzen und er beteiligt sich aktiv am Dorfleben. So ist er zum Beispiel OK-Chef der Staaderchilbi. «Ich bin 44 und suche etwas Neues. Ich möchte mich stärker für die Gemeinde einsetzen und verfüge über die nötige Energie und Motivation für das Gemeindepräsidium.» Zudem sei es in so einem Amt wichtig, gesund und offen zu sein. «Ich will unsere Gemeinde weiterbringen und für die Zukunft ausrichten», sagt der Triboltinger.

Auch was gut läuft, könne man verbessern, wie die Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Gemeinde. «Ich möchte Ermatingen regional stärken und besser präsentieren.» Tobler ist Vertriebsleiter und ohne politische Vorbelastung, wie er sagt. Er gehört der FDP an, ist verheiratet und hat zwei Kinder. «Ermatingen ist nicht langweilig, so lange alle mitmachen. Das ist speziell.»

Schon bald treffen alle Kandidaten bei einem Podiumsgespräch aufeinander

Die Interpartei organisiert am 22. Oktober eine öffentliche Podiumsdiskussion mit den vier Kandidaten. Sie findet in der Mehrzweckhalle Ermatingen statt und beginnt um 20 Uhr. Moderator ist TZ-Redaktor Urs Brüschweiler. Mitwirkende seitens der Interpartei sind Peter Dransfeld (Grüne), Fanny Herzog (FDP), Benjamin Kasper (SVP), Reto Lagler (CVP), Thomas Ribi (SVP), sowie, als Kontaktperson und Koordinator, Urs Giezendanner (FDP). Der Gruppe gehören zwei amtierende Gemeinderäte an, sie ist ansonsten unabhängig von der Gemeinde, heisst es in einer Mitteilung.

ERMATINGEN: Sie wollen den Besten

Die Parteien ziehen bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurücktretenden Gemeindepräsidenten Martin Stuber an einem Strick. Sie bündeln die Bewerbungen und selektionieren vor.
Martina Eggenberger Lenz