Ermatinger Gemeinderatskandidaten kämpfen um Unterstützung

Die Namen von drei Exekutivmitgliedern auf einem Flyer und eine mögliche Wahlempfehlung des Gewerbevereins sorgen für Gesprächsstoff.

Martina Eggenberger Lenz
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Das Ermatinger Rathaus.

Das Ermatinger Rathaus.

Bild: Andrea Stalder

Zuerst wollte keiner, jetzt stehen drei parat: In Ermatingen ist ein richtiger Wahlkampf um den frei werdenden Gemeinderatssitz entbrannt. Vor zehn Tagen hat Fabian Munz mit der Bekanntgabe seiner Kandidatur den Anfang gemacht. Wenig später haben dann Felix Herzog und Hans Peter Neuweiler nachgezogen. Auf dem offiziellen Wahlzettel ist keiner der drei, weil die Kandidaturen zu spät angemeldet wurden (unsere Zeitung berichtete).

Kandidat Felix Herzog

Kandidat Felix Herzog

Bild: PD

Für einen kleinen Aufreger hat der Flyer von Felix Herzog gesorgt. Auf diesem sind nämlich die drei Gemeinderäte Thomas Ribi, Benjamin Kasper und Sandro Usznula als prominente Unterstützer aufgeführt. Dabei ist es ungewöhnlich, dass Vertreter einer Exekutive bei Wahlen für ein neues Mitglied ihrer Behörde Partei ergreifen. Benjamin Kasper sagt dazu:

«Ich war selber erstaunt, als ich meinen Namen so gross auf dem Flyer entdeckt habe.»

Er finde die Kandidatur von Herzog gut. Aber abgemacht sei das nicht gewesen. Auch Thomas Ribi sagt, er sei lediglich angefragt worden, ob er Herzog wählen wolle. Die Platzierung auf dem Flyer sei so kein Thema gewesen.

Stefan Winiger ist der für die Gestaltung verantwortliche Wahlhelfer. «Es gab da ein Missverständnis. Anscheinend wären die Gemeinderäte lieber nur auf der normalen Namensliste aufgetaucht.» Gemeindepräsident Urs Tobler sagt dazu, dass das Thema im Gemeinderat diskutiert worden sei. Er persönlich sei eher für ein neutrales Verhalten. Auch Urs Giezendanner, FDP-Präsident, bezeichnet das Vorgehen als «unglücklich».

Gewerbeverein will sich nicht einmischen

Kandidat Hans Peter Neuweiler

Kandidat Hans Peter Neuweiler

Bild: PD

Hans Peter Neuweiler hingegen hat in seinem ersten Inserat den Gewerbeverein als möglichen Unterstützer ins Spiel gebracht. Präsident Uli Mack bestätigt die Anfrage Neuweilers, winkt aber ab. Mittlerweile habe der Vorstand getagt. «Wir haben entschieden, für keinen Kandidaten eine Empfehlung abzugeben.» Das habe nichts mit der Person Neuweilers zu tu. Der Gewerbeverein mische sich grundsätzlich nicht ein. Die Hearings bei der Wahl des Gemeindepräsidenten seien eine Ausnahme gewesen.

Mack macht keinen Hehl daraus, dass er es ein Armutszeugnis findet, dass die Parteien nicht rechtzeitig Kandidaten finden konnten. Urs Tobler bestätigt, dass viele Wahlcouverts schon vor Bekanntwerden der Kandidaturen abgegeben worden seien. Es sei fraglich, ob es einem der Interessenten gelinge, im ersten Wahlgang das absolute Mehr zu erreichen.