Ermatinger bauen mit der Sonne

Das Team der Dransfeldarchitekten AG darf sich bei der Verleihung der Schweizerischen Solarpreise gleich drei Mal freuen. Die Jury prämiert Projekte in Bottighofen, Münchwilen und Dübendorf.

Urs Brüschweiler
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Das Team der Dransfeldarchitekten freut sich über den Erfolg und die vielen Preise: Erkan Gönc, Andreas Moosbuchner, Peter Dransfeld, Johannes Vogel, Alexander Koch, Florian Brune und Alessandro Zanetti. (Bild: PD)

Das Team der Dransfeldarchitekten freut sich über den Erfolg und die vielen Preise: Erkan Gönc, Andreas Moosbuchner, Peter Dransfeld, Johannes Vogel, Alexander Koch, Florian Brune und Alessandro Zanetti. (Bild: PD)

«Für uns ist das eine kleine Sensation.» Der Ermatinger Architekt Peter Dransfeld ist hocherfreut, dass sein Team am Dienstagnachmittag bei der 28. Ausgabe des Schweizerischen Solarpreises gleich drei Auszeichnungen entgegennehmen durfte. Die Preisverleihung im Campus Sursee im Kanton Luzern sei ein tolles Erlebnis gewesen.

«Wir sind mit dem ganzen Team samt Lehrlingen angereist, konnten viele gute Gespräche mit hochkarätigen Vertretern der Branche führen und am Schluss haben wir unseren Erfolg auch zünftig gefeiert», berichtet Peter Dransfeld.

Zwei von drei Awards abgeräumt

Zwei Projekte, die in seinem Unternehmen entstanden sind, erhielten einen Norman-Foster-Award: einerseits das Schulhaus Kastanienhof in St. Margarethen bei Münchwilen und die Solare Fitness- und Wellness-Anlage im Experimentalgebäude NEST der Empa in Dübendorf.

Ein Plus-Energie-Diplom erhält die Dransfeldarchitekten AG zudem für ein Wohnhaus in Bottighofen, welches nach einem Brand zum Solarhaus wiederaufgebaut und erweitert wurde. «Wir haben bei diesem Objekt aus der Not eine Tugend gemacht», erklärt der Firmeninhaber. «Nach der umfangreichen Erweiterung des Hauses produziert es nun doppelt so viel Energie, wie es verbraucht.»

Peter Dransfelds Architekturbüro besteht seit 24 Jahren, beschäftigt heute rund ein Dutzend Mitarbeiter in Ermatingen und hat sich zum Vorreiter im Bereich des nachhaltigen Bauens entwickelt. Es ist denn auch nicht das erste Mal, dass Projekte aus ihrem Hause ausgezeichnet werden. Seit 1996 sind neun Schweizerische Solarpreise an den Untersee gegangen.

«Schon als ETH-Student hat mich das Thema Nachhaltigkeit interessiert, als man dafür noch ausgelacht wurde», erzählt Peter Dransfeld. Doch wenn man ein Anliegen mit Leidenschaft verfolge, dann komme man am Ende zu guten Resultaten.

Überzeugen, nicht missionieren

Interessant sei, dass bei ihren Projekten etwa die Hälfte der Bauherren gar nicht mit der Vorstellung an sie gelange, etwas Spezielles in Sachen Energie und Nachhaltigkeit zu machen. Das Schulhaus in Münchwilen etwa sollte einfach ein schönes, funktionales Schulhaus werden. Im Architektur-Wettbewerb konnten die Dransfeldarchitekten dann aber die Jury überzeugen, dass ein nachhaltiges Projekt eben auch günstig sein könne. Das Solardach produziert heute fast das Doppelte an Energie, die das Gebäude selber verbraucht.

Sir Norman Foster

Mit Bundesrat Adolf Ogi wurde 1990 der Schweizer Solarpreis lanciert. Ausgezeichnet werden Bauten oder Unternehmen, die sich für die Solarenergie einsetzen. Seit 2010 wird der nach Lord Norman Foster benannte Solar Award für Plus-Energie-Bauten vergeben. Foster ist Architekt der Reichtagskuppel in Berlin.