Ermatingen: Urs Tobler hat es auf Anhieb geschafft

Klare Sache in Ermatingen bei der Wahl ums Gemeindepräsidium: Urs Tobler hat sich gegen seine drei Mitbewerber klar durchgesetzt und wird Nachfolger von Martin Stuber. 

Nicole D'Orazio
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Gratulationen für den neuen Gemeindepräsidenten Urs Tobler. (Bild: Andrea Stalder)

Gratulationen für den neuen Gemeindepräsidenten Urs Tobler. (Bild: Andrea Stalder)

Die Freude bei Urs Tobler ist riesig. Er wird neuer Gemeindepräsident von Ermatingen und löst auf die neue Legislatur hin Martin Stuber, der zurück tritt, ab. Tobler hat im ersten Wahlgang 675 Stimmen erhalten. Das absolute Mehr betrug 504. «Ein so klares Ergebnis habe ich nicht erwartet. Aber ich bin glücklich und froh. Auch, dass es nach dem ersten Wahlgang schon erledigt ist. Das war mein Ziel», sagt der FDP-Mann.

Tobler findet es toll, dass die Gemeinde mit ihm einen Triboltinger zum neuen Oberhaupt gewählt hat. «Das zeigt, dass wir eine Gemeinde sind und es keine Trennung mehr gibt, obwohl ich auch kritische Stimmen gehört habe.» 

Heidi Gerber wird Zweite

Die drei anderen Kandidaten haben klar weniger Stimmer erhalten: Heidi Gerber 128, Andreas Jenny 85 und Willi Hartmann 79. «Der zweite Platz ist für mich absolut gut», meint Heidi Gerber zufrieden. «Ich habe das Gefühl, dass Ermatingen sehr konservativ und noch nicht bereit für mich ist.» Sie sei froh, dass die Wahl im ersten Durchgang entschieden wurde.

Heidi Gerber wünscht Urs Tobler alles Gute. «Wenn ich nicht selber kandidiert hätte, dann hätte ich ihn gewählt.» Für sie wäre künftig ein Sitz im Gemeinderat eine Option, sagt Gerber. «Ich habe Blut geleckt.» 

Als Auswärtiger keine Chance

Die Enttäuschung hält sich bei Willi Hartmann (SVP) in Grenzen. «Es war schwierig abzuschätzen, wie die Stimmbürger meine politische Erfahrung gegen mich als auswärtigen Kandidaten abwägen», sagt er. Hartmann ist noch bis Ende Mai Gemeindepräsident von Raperswilen. Somit endet dann seine politische Laufbahn, wie er sagt. 

Andreas Jenny (FDP) hat vermutet, dass die Wahl im ersten Wahlgang entschieden wird. «Es ist eine klare Sache und für mich so in Ordnung», sagt er. Er wohnt seit einem Jahr in Ermatingen und seine Kandidatur habe ihm bei der Integration geholfen. «Es war für mich auch eine Neuorientierung. Mal schauen, wie es beruflich für mich weiter geht.» Zu einem späteren Zeitpunkt für den Gemeinderat zu kandidieren, wäre für ihn eine Option, je nach neuem Job, sagt Jenny. 

Sandro Usznula neu im Gemeinderat

Auch der Gemeinderat von Ermatingen wurde für die neue Legislatur gewählt. Alle Bisherigen wurden im Amt bestätigt: Hans Ulrich Hug (FDP) erhielt 566 Stimmen, Benjamin Kasper (SVP) 692, Thomas Ribi (SVP) 678, Hans Schwarz (FDP) 703 und Reto Sturzenegger (parteilos) 784. Neu der Exekutive gehört Sandro Usznula (FDP) an. Er erhielt 715 Stimmen - das zweitbeste Resultat aller Gemeinderäte. An Vereinzelte gingen 617 Stimmen. 

Eingegangen waren 1075 Stimmrechtsausweise, was einer Wahlbeteiligung von 50,7 Prozent entspricht. Wahlzettel sind 1000 eingegangen, davon waren 49 leer und 25 ungültig, womit 926 gültig waren. Mögliche Stimmen waren es somit 5556 (gültige Wahlzettel mal Sitze).

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Nicole D’Orazio

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Nicole D'Orazio