Ermatingen
Stedi-Premiere, Starmusiker und eine Nationalrätin: Ermatingen feiert den Bundesfeiertag hochkarätig

SVP-Politikerin Verena Herzog hielt die Ansprache zum Nationalfeiertag auf der neuen Schifflände. Trompeter Dani Felber brachte eine stimmgewaltige Verstärkung mit.

Margrith Pfister-Kübler
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Festrednerin SVP-Nationalrätin Verena Herzog, neben ihr Ermatingens Gemeindepräsident Urs Tobler.

Festrednerin SVP-Nationalrätin Verena Herzog, neben ihr Ermatingens Gemeindepräsident Urs Tobler.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Dem Nationalfeiertag kam dieses Jahr in Ermatingen besondere Bedeutung zu. Erstmals wurde am Sonntagabend auf der neuen Stedi unter freiem Himmel und im Festzelt gefeiert.

«Es ist das erste grosse Fest auf der Stedi und für mich ein ganz spezieller Moment.»

Das sagte Gemeindepräsident Urs Tobler zur Begrüssung. Für die Organisation dieser Feier sei viel Flexibilität nötig gewesen. Wegen des Wetters mussten das spektakuläre Fackelschwimmen und der Funken abgesagt werden. Für ein unvergessliches Erlebnis sorgte dafür der Jazzmusiker Dani Felber. Er trat nicht allein auf, sondern zusammen mit der Bluessängerin Lisa Doby, einer US-amerikanischen Singer-Songwriterin, die schon für Barack Obama sang. Danach reiste das Duo für weitere Auftritte nach Kroatien.

Zwei Stars an der ersten 1.-August-Feier auf der neuen Stedi Ermatingen: Jazztrompeter Dani Felber mit der US-amerikanischen Sängerin Lisa Doby.

Zwei Stars an der ersten 1.-August-Feier auf der neuen Stedi Ermatingen: Jazztrompeter Dani Felber mit der US-amerikanischen Sängerin Lisa Doby.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Raushalten aus Machtkonzentrationen

«Es gibt Orte, die haben eine ganz besondere Energie und Kraft. Dieser Ort Ermatingen hier ist mit Sicherheit ein solcher.»

Mit diesen Worten begann Festrednerin Nationalrätin Verena Herzog ihre Rede, die sich inhaltlich von Olympischen Spielen bis zum Politmarketing bewegte. In packender Anschaulichkeit sprach sie vom Zusammenhalt, vom Erkennen von Kondensationspunkten für Positives und Negatives. «Bleiben Sie kritisch und üben Sie Geduld», sagte sie und fügte punkto Eigenständigkeit an: «Man ist nie unabhängig. Ist man sich der immer wieder wechselnden Machtverhältnisse auf der Welt bewusst, sieht man, dass man über all die Jahrhunderte sehr gut gefahren ist, wenn man sich aus grösseren Machtkonzentrationen herausgehalten hat.» Und damit legte sie den Finger auf die Verantwortung unserer Zeit, aber auch auf die nötige Dankbarkeit für all das, was die Vorfahren geschaffen haben.

Mitten im Herzogtum Schwaben

Verena Herzog liess über die Vorfahren nachdenken: «Damals um 1291, als die Zeiten so unsicher waren und sich die alten Orte trafen, um im entstandenen Machtvakuum zu beraten, wie sie ihre noch nicht lange gewonnenen Rechte und Privilegien bewahren könnten, war Ermatingen ein Teil eines begehrten und umstritten Landesteils. Im Hochmittelalter befand sich Ermatingen mitten im Herzogtum Schwaben. In dieser Zeit hatte das Kloster Reichenau neben den Klöstern in Zürich, Zurzach und St.Gallen eine grosse Bedeutung, nicht im Glauben, sondern in der Macht. Staat und Kirche waren eng miteinander verflochten.» Herzog blendete auf die neue Stedi und meinte am Ende:

«Erst die kommenden Generationen können von eurer Leistung so richtig profitieren.»

Nach dem Singen des Schweizerpsalms und des Thurgauerliedes, begleitet von der Musikgesellschaft Ermatingen, ging es zur Rangverkündigung der Augustiade, die mit total 23 Gruppen ein grosser Erfolg war. Klare Sieger wurden die Wasserhüpfer. Es war ein Nationalfeiertagsabend, der mit gutem Ermatinger Wein und leckeren Speisen in einer späten Nacht endete. Erstmals genossen werden konnte der neue weisse «Stedi-Wein».

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