Ermatingen
Nach den Panorama-Knifes kommen die Spiele: Die Familie Hostettler hat mit dem Ekkharthof eine neue Idee umgesetzt

Der Ermatinger Unternehmer Andy Hostettler produziert die nächste Idee von seiner Tochter Reana Hostettler und deren Mann Jan Durrer. Der NaniCube vereint sieben unterschiedliche Brettspiele.

Inka Grabowsky
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Andy Hostettler mit einem NaniCube.

Andy Hostettler mit einem NaniCube.

Bild: Reto Martin

Ein Gesellschaftsspiel als Designobjekt: Das war Reana, genannt Nani, Hostettlers Ziel, als sie begann ihre NaniCubes zu konzipieren. Sie sei 2014, als sie ihren Mann Jan Durrer kennenlernte, wieder mit Spielen in Kontakt gekommen. «Er spielt mit seinen Freunden sehr viel. Das hat mich angesteckt.» Und weil es seit zwei Jahren NaniManu gibt – eine Design-Manufaktur, die in Zusammenarbeit mit dem Schreinerei Urwyler & Hostettler Wohnaccessoires aus Holz produziert – lag der Gedanke nahe, ein Holz-Spiel zu schaffen.

Der sogenannte NaniCube besteht nun aus 16 Würfeln aus Ahorn von je fünf Zentimetern Kantenlänge. Die natürlichen Strukturen geben unterschiedliche Farbtöne. Zusätzlich sind auf einigen Seiten Muster für sieben Spiele eingebrannt. Der dafür notwendige Laser und das Know-How sind ein Überbleibsel der Panorama-Knife-Produktion, die Hostettlers 2019 abgegeben haben.

So sieht ein NaniCube aus: Mit den 16 Holzwürfeln können unterschiedliche Brettspiele gespielt werden.

So sieht ein NaniCube aus: Mit den 16 Holzwürfeln können unterschiedliche Brettspiele gespielt werden.

Bild: Reto Martin

Backgammon liess sich nicht realisieren

Prinzipiell entstehe vieles bei NaniManu nach einem Brainstorming mit der Familie, sagt Reana Hostettler. «Wir haben zusammengesessen, und ich kam als erstes nur auf das Mosaik-Spiel.» Es fasziniere sie, wie man mit Holzstrukturen Bilder zusammenstellen kann. Doch sie wollte dem Objekt einen zusätzlichen Nutzen verleihen. So seien sie auf die Spielesammlung gekommen.

«Also eigentlich hat mir mein Mann nach zwei Stunden Überlegen einen ganzen Plan von denkbaren Spielen zusammengestellt.»
Reana Hostettler

Reana Hostettler

Bild: Reto Martin

Nicht alles liess sich realisieren. Backgammon beispielsweise war zu schwierig, aber immerhin Keine Eile, der Irrgarten, Mühle, Dame, Schach und das Mosaik-Legespiel sowie das selbst entwickelte «Cube-Runner» sind übrig geblieben. Bei Letzterem würfelt man über eine Hindernisbahn um die Wette.

Für Andy Hostettler, den Mitinhaber von Urwyler & Hostettler und Vater von Reana Hostettler, gibt es noch ein weiteres Spiel: ein Puzzle, das er immer dann lösen muss, wenn die Klötzli durcheinander geraten. Dann bemerkte er die speziellen Details am NaniCube. Die Gravuren sind auf der Keine Eile-Seite überlappend angebracht, so dass man weiss, welche Steine zusammengehören.

«Die grosse Leistung von Nani und Jan war es, alles durchzudenken, so dass es für die Spieler und für die Produktion funktioniert.»
Andy Hostettler

Andy Hostettler

Bild: Reto Martin

Mit zwei Würfeln gibt es weniger Streit

«Man sollte ein Produkt machen, an dem viele Menschen Freude haben», erläutert Reana Hostettler ihre Design-Philosophie. Normalerweise frage sie sich deshalb: «Kommt meine Idee bei den Leuten an?» Diesmal aber war das Spiel für ihren Mann und sie gedacht. Deshalb seien übrigens auch zwei Würfel dabei, obwohl man für die Spiele – wenn überhaupt – nur einen braucht.

«Wenn mein Mann und ich spielen, dann hat jeder am liebsten seinen eigenen Würfel. Es gibt weniger Streit.»

In den Anfängen hatte die Designerin noch simple Holzklötzli gekauft und mit Filzstift Symbole ausprobiert. «Das ging über mehrere Wochen, in denen wir auch mit unseren Freunden probehalber gespielt haben. Und dann haben wir das Projekt zugunsten von anderen Ideen zurückgestellt. Im März 2021 haben wir es ernsthaft wieder betrieben.»

Bereits hundert Exemplare in Auftrag gegeben

Die ersten Tests mit Kunden verlaufen vielversprechend. NaniManu stellte das Spiel auf der Blickfang Basel, einer internationalen Designmesse, aus und verkaufte sofort vier Exemplare. «Das ist ein grosser Erfolg für uns», sagt Reana Hostettler. Hundert NaniCubes seien bisher in Auftrag gegeben und 15 inzwischen abgesetzt, ergänzt Andy Hostettler.

Bei der Produktion massgeblich beteiligt ist der Ekkharthof in Lengwil. «Unsere Holzmanufaktur hat sich ja dort eingemietet. Wir arbeiten Hand in Hand mit der geschützten Werkstatt.» Der Preis von 189 Franken pro Spielesammlung entsteht durch die Handarbeit. Reana Hostettler tröstet Kunden mit der Nachhaltigkeit: «Man kann den NaniCube noch vererben, so robust ist er.»

Hinweis: Seit zwei Jahren gibt es in Ermatingen einen Laden in der Bahnhofstrasse 20c, wo die Spiele und die anderen Erzeugnisse von NaniManu zu kaufen sind. Auch beim Ekkharthof ist der NaniCube zu haben.

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