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Erler und Weinfelder gründen die Guggenmusik Aachtalschränzer

Die Guge-Ploger (Erlen) und die Crash-Band (Weinfelden) haben sich zu einer neuen Guggenmusik zusammengeschlossen. Die Traditionen der beiden Vorgängervereine wollen die Aachtalschränzer aber am Leben erhalten.
Georg Stelzner
Im Probelokal an der Fabrikstrasse in Ennetaach: Angie Staub und Stephanie Burkhardt. (Bild: Georg Stelzner)

Im Probelokal an der Fabrikstrasse in Ennetaach: Angie Staub und Stephanie Burkhardt. (Bild: Georg Stelzner)

Geteiltes Leid ist halbes Leid, heisst es – und manchmal sogar mehr. Dann nämlich, wenn es nicht beim Wehklagen bleibt, sondern am Ende eine tragfähige Lösung des Problems gefunden wird.

Die Guge-Ploger aus Erlen und die Crash-Band aus Weinfelden haben es vorgemacht. Statt auf der Eigenständigkeit zu bestehen und dadurch ihre Existenz aufs Spiel zu setzen, haben sich die beiden Guggenmusiken zu einem neuen Verein namens Aachtalschränzer vereint.

Zuspitzung durch Austritte

Federführend beim Zustandekommen der Fusion waren die Vereinspräsidentinnen Stephanie Burkhardt (Guge-Ploger) und Angie Staub (Crash-Band). Beide sahen sich mit demselben Problem konfrontiert.

«Es gab bei uns einige Austritte, wodurch wir eine kritische Grösse erreicht haben. Es hätte niemand mehr fehlen dürfen», erklärt Staub. Noch dramatischer präsentierte sich die Lage im Erler Verein. «Unsere Guggenmusik bestand eines Tages nur noch aus zwölf Leuten, weshalb wir gar nicht mehr spielfähig gewesen wären», gibt Burkhardt zu bedenken.

Mitglieder mehrheitlich einverstanden

Im Wissen um die gemeinsamen Sorgen nahm Angie Staub Kontakt mit der Präsidentin der Guge-Ploger auf. In der Folge kam es zu einem ersten Treffen der Vereinsvorstände. Es wurde die Idee einer Fusion diskutiert, um den verbliebenen Mitgliedern die weitere Ausübung ihres Hobbys zu ermöglichen.

Widerstand gegen diese Option habe es kaum gegeben, betont Burkhardt. Man habe jedoch Grenzen überwinden und Kompromisse eingehen müssen. Auch Staub kann von einer «sehr grossen Mehrheit» berichten, die den Zusammenschluss gutgeheissen habe.

Die breite Zustimmung unter den Vereinsmitgliedern dürfte auch durch die Zusage ermöglicht worden sein, alte Traditionen weiter zu pflegen. «Das war allen ein grosses Anliegen», sagt Stephanie Burkhardt, die auch den neuen Verein präsidiert.

Proben finden in Ennetaach statt

Die 30 Mitglieder zählende Guggenmusik Aachtalschränzer mit Sitz in Erlen erhält ein eigenes Logo, einheitliche Kostüme und eine Website, die der jetzigen Konstellation Rechnung trägt. Der siebenköpfige Vorstand besteht aus Mitgliedern der beiden inzwischen aufgelösten Vereine.

Lara Di Lanzo, die musikalische Leiterin, kommt aus den Reihen der Crash-Band. Von den Guge-Plogern wird das Probelokal in Ennetaach übernommen.

Wer den Aachtalschränzern beitreten möchte, kann sich mit Präsidentin Stephanie Burkhardt in Verbindung setzen; E-Mail: msbu@bluewin.ch

Beitrag zur regionalen Fasnachtskultur

Die Guge-Ploger aus Erlen und die Crash-Band aus Weinfelden hatten eines gemeinsam: Beide Guggenmusiken konnten auf eine recht lange Geschichte zurückblicken. Den Weinfelder Verein gab es 24 Jahre, die Erler Formation sogar noch sieben Jahre länger.

Während ihres Bestehens bereicherten diese Guggenmusiken mit Auftritten und sonstigen Aktivitäten die Fasnacht in ihrer Gemeinde und in der Region. In Weinfelden ging zu Saisonbeginn jeweils das Guggen-Warm-Up über die Bühne, und in Erlen war der Umzug am Schmutzigen Donnerstag mit anschliessendem Kindermaskenball ein beliebter Anlass. Die ersten gemeinsamen Auftritte absolvierten die Guge-Ploger und die Crash-Band in der Fasnachtssaison 2018/19, allerdings noch unter ihren angestammten Namen. Seit 24. Mai gibt es die Aachtalschränzer. (st)

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