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Weil Einzelhaltung nicht erlaubt ist: Thurgauer Veterinäramt will Schweinchen Willi einschläfern

Für den zehnjährigen Eber Willi sieht es nicht gut aus, wenn es der Tierhilfe Schweiz nicht gelingt, einen neuen Lebensplatz zu finden.
Rita Kohn
Als Ferkel wie auf diesem Symbolbild kam Willi zum Erler Landwirt. (Bild: Susann Basler)

Als Ferkel wie auf diesem Symbolbild kam Willi zum Erler Landwirt. (Bild: Susann Basler)

Zwei Minipigs zur Hochzeit: Das schien den Freunden eines Erler Landwirts das passende Geschenk für das junge Brautpaar. Das war vor zehn Jahren. Jetzt soll Eber Willi sterben. So wolle es das Veterinäramt, sagt Beatrice Baumann von der Tierhilfe Schweiz, die auf Facebook einen Hilferuf veröffentlicht hat. Denn Willi hat vor kurzem sein «Gspänli» verloren. Einzelhaltung von Schweinen ist jedoch nicht erlaubt. Deshalb habe jemand den Bauern beim Veterinäramt gemeldet.

Es gibt nur die Option einer Fremdplatzierung

«Der Bauer möchte kein junges Schweinchen anschaffen», erklärt Beatrice Baumann. Deshalb gebe es nur die Option, einen neuen Lebensplatz für den Eber zu suchen. Für die Tierhilfe Schweiz, die vom Tierarzt im letzten Moment beigezogen worden ist, ist es nicht so einfach, einen geeigneten Platz für Willi zu suchen.

«Dass wir ein Schwein platzieren müssen, kommt nur etwa alle drei bis vier Jahre mal vor.»

Sie seien sonst mehr auf Katzen, Hunde, Meerschweinchen, Kaninchen und andere Kleintiere konzentriert. «Halt alles, was wir auch vorübergehend bei uns aufnehmen können», sagt Beatrice Baumann.

Ein Problem bei der Platzierung sei, dass der Eber nicht kastriert worden sei. «Wir wären aber bereit, das zu übernehmen», versichert Beatrice Baumann. Wichtig sei, dass das Tier einen neuen Platz finden könne, bei dem es mit Artgenossen in Kontakt sei. Je älter jedoch ein Tier ist, desto schwerer fällt es, einen neuen Platz dafür zu finden. Minipigs können bei guter Haltung gut 15 bis 20 Jahre alt werden.

Das Schicksal bewegt die Menschen

Auf den Aufruf auf Facebook haben sich bereits zahlreiche betroffene Tierfreunde gemeldet und auf mögliche Auffangstationen hingewiesen. Ob eine davon in Frage kommen könnte, wusste Beatrice Baumann gestern noch nicht. «Ich habe gerade erst vom Notfall erfahren und ihn publik gemacht», sagte sie. Nun müsse sie die Möglichkeiten prüfen.

Viel Zeit zur Prüfung bleibt ihr gemäss den bisherigen Informationen nicht. Bis Freitag müsse das Tier einen Platz gefunden haben, dann laufe die Frist ab und Willi müsse getötet werden. Beatrice Baumann sagt:

«Das Veterinäramt hat dem Bauern offenbar zwei Wochen Zeit gegeben, das Problem zu lösen.»

Dass es nun eile, liege daran, dass die ersten Tage verstrichen seien, ohne dass eine sinnvolle Lösung gefunden wurde.

Viele machen ihrer Wut auf das Veterinäramt Luft

In den sozialen Medien kocht die Wut über das Veterinäramt hoch. «Ausgerechnet das Thurgauer Veterinär-Amt – Ich glaub’s ja nicht. Bei schlimmsten Verstössen reagieren sie Jahre nicht. Diesem armen Schweinchen geben sie keine Zeit», schimpft eine Userin. Auch bei anderen kommt das Veterinäramt schlecht weg. Vom kritisierten Amt selber ist vorläufig keine Stellungnahme zu erhalten.

«Falls ein Gnadenhofplatz gefunden wird, übernehmen wir gerne die Patenschaft»

Ob es gelingt, bis morgen Freitag einen neuen Platz für Willi zu finden, steht in den Sternen. Beatrice Baumann will aber nicht locker lassen. Sie kann nicht einsehen , dass es dem Minipig an den Kragen gehen soll, weil sein «Gspänli» gestorben ist. Immerhin hat ihre Aktion auf Facebook bereits grosse Beachtung gefunden: Der Hilferuf war nur zwei Stunden nach Veröffentlichung schon über 500 mal geteilt worden.

Das Schicksal von Willi bewegt, auch Leute, die ihm selber keinen Platz bieten können. «Falls ein Gnadenhofplatz gefunden wird, übernehmen wir gerne die Patenschaft», versichert etwa eine Userin.

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