Erlen
Von 52 auf 42: Weshalb Erlen die Steuern gleich um zehn Prozentpunkte senken will

Die Politische Gemeinde Erlen will ihren Steuerfuss für das Jahr 2022 einmalig von 52 auf 42 Prozent senken. Mit dieser Massnahme soll ein Teil der Überschüsse der vergangenen Jahre an die Steuerzahler zurückfliessen.

Hannelore Bruderer
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Erlen von Süden her gesehen. Die Einwohnerinnen und Einwohner sollen im kommenden Jahr massiv weniger Gemeindesteuern bezahlen.

Erlen von Süden her gesehen. Die Einwohnerinnen und Einwohner sollen im kommenden Jahr massiv weniger Gemeindesteuern bezahlen.

Bild: Manuel Nagel

An der Rechnungsversammlung Anfang Juni hatte Gemeindepräsident Thomas Boss­hard es bereits angekündigt: Beschränkt auf das Jahr 2022 soll der Steuerfuss der Gemeinde Erlen um zehn Prozentpunkte sinken. Trotz Steuerfusssenkungen in den letzten zehn Jahren verzeichnete die Gemeinde Erlen in ihren Rechnungsabschlüssen regelmässig Ertragsüberschüsse, im Jahr 2020 waren es sogar rund 1,4 Millionen Franken.

«In unserer Finanzstrategie liegen wir beim Eigenkapital zurzeit über unserem selbst gesteckten Ziel. Da es absolut ­keinen Sinn macht, Steuern auf Vorrat einzutreiben, legt der Gemeinderat den Stimmberechtigten diese einmalige Steuerfusssenkung vor», sagt Thomas Bosshard.

Thomas Bosshard ist Erler Gemeindepräsident.

Thomas Bosshard ist Erler Gemeindepräsident.

Bild: Donato Caspari (Oktober 2018)
«Mit unserem Antrag werden die Steuerzahler 2022 über gesamthaft rund 600'000 Franken entlastet. Damit wollen wir auch ein positives Signal an die Bevölkerung für die Zeit nach Corona senden.»

Im Budget 2022 mit dem auf 42 Prozent reduzierten Steuerfuss wird bei einem Gesamtumsatz von knapp sieben Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von 703'118 Franken gerechnet.

Tarife bleiben gleich

Bei den Werken bleiben alle aktuellen Tarife bestehen, auch beim Strom. Dank langfristigen Beschaffungsverträgen treffe der generelle Preisanstieg in diesem Sektor die Gemeinde Erlen derzeit noch nicht, erklärt Bosshard. In diesem Jahr wird die Gemeinde Erlen ihre Generelle Entwässerungsplanung beim Kanton zur Genehmigung einreichen. Der Gemeinderat rechnet in den kommenden Jahren mit höheren Investitionen im Bereich Abwasser.

Fahrzeug für Feuerwehr

Gesamthaft beträgt das Investitionsbudget 2022 knapp 3,2 Millionen Franken (Gemeinde 1,9 Millionen und Technische Betriebe 1,3 Millionen Franken). Mit rund 95'000 Franken schlägt die ­Ersatzbeschaffung eines Verkehrsfahrzeugs für die Feuerwehr zu Buche. Es wird erwartet, dass sich die Gebäudeversicherung Thurgau mit einem Subventionsbeitrag von rund 30 Prozent beteiligt. Über dieses Kreditbegehren wird separat abgestimmt. Beschafft werden soll ein Nissan Kastenwagen mit Doppelkabine der Klasse 3,5 Tonnen, dessen Ausbau und Ausrüstung zeitgemäss und zweckmässig ist. «Mit dieser Beschaffung haben wir dann die ganze Flotte ­unserer Feuerwehr ersetzt», erklärt Thomas Bosshard.

Der Gemeinderat beantragt ferner die Überführung von vier ­erworbenen Parzellen vom Landkreditkonto ins Finanzvermögen, die Genehmigung zweier Einbürgerungsgesuche sowie die Annahme des revidierten Feuerschutzreglements inklusive Gebühren- und Tarifordnung.

Versammlung der Politischen Gemeinde Erlen: Donnerstag, 25. November, 19.30 Uhr, Aachtalhalle Erlen.

Ersatzwahl

Auf Ende Jahr treten Daniel Löpfe aus Buchackern und Oliver Engeli aus Engishofen als Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission zurück. An der Gemeindeversammlung findet deshalb eine Ersatzwahl statt. Zur Verfügung stellen sich Stephanie Burkhardt und Philipp Dintheer, beide wohnen im Ortsteil Erlen. (hab)

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