Erlen
Geschenk mit Ablaufdatum: Warum die Einwohner von Erlen im 2022 weniger Steuern zahlen werden

Gemeindepräsident Thomas Bosshard weckte an der Gemeindeversammlung bereits Vorfreude fürs kommende Jahr: «Wir haben die Absicht, 600000 Franken an die Bevölkerung zurückzugeben.»

Monika Wick
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Stimmbürger erheben die Hand an der Gemeindeversammlung Erlen in der Aachtalhalle.

Stimmbürger erheben die Hand an der Gemeindeversammlung Erlen in der Aachtalhalle.

Bild: Monika Wick (3. Juni 2021)

Aus all den geplatzten Feiern im vergangenen Jahr hat die Erler wohl eine besonders geschmerzt: Die Absage des Dorffestes zum 25-jährigen Bestehen der politischen Gemeinde. In der Gemeinderechnung führten all die nicht durchgeführten Veranstaltungen zu einer Einsparung von 80000 Franken.

Die Einwohner haben das letzte Wort

Weitere Positionen, welche die Gemeinderechnung positiv beeinflussten, sind der Gewinn durch Liegenschaftsverkauf (220000 Franken), Mehreinnahmen bei den Grundstückgewinnsteuern (50000 Franken) sowie die Auflösung von Minusaktiven (250000 Franken). «Wir haben nun die Absicht, diese 600000 Franken an die Bevölkerung zurückzugeben, und zwar alles im 2022», erklärte Gemeindepräsident Thomas Bosshard.

Für die temporäre Steuerfusssenkung hat sich die Behörde explizit für Positionen entschieden, welche nicht durch mehr Gemeindesteuereinnahmen zur Besserstellung geführt haben und ethisch mit dem Finanzausgleich vertretbar sind. «Für das Budget 2023 steigt der Steuerfuss wieder auf 52 Prozent, sofern wir dann beim Folgebudget nichts anderes entscheiden», sagte Thomas Bosshard.

Darüber entscheiden, ob sie diese Steuererleichterung annehmen möchten, können die Stimmbürger an der Budgetversammlung vom 25. November.

Der Gemeinderat hat ein leichtes Spiel

Bei der Abhandlung der restlichen Traktanden hatte der Gemeinderat leichtes Spiel. Sämtliche Anträge wurden von den 73 Stimmberechtigten, die sich am Donnerstagabend in der Aachtalhalle versammelt hatten, diskussionslos und einstimmig durchgewunken.

So genehmigten sie die Rechnung 2020 bei einem Aufwand von 6,4 Millionen Franken und einem Ertrag von 7,8 Millionen Franken mit einem Gewinn von rund 1,4 Millionen Franken. Ebenso beschlossen sie, den Ertragsüberschuss für Einlagen in den Fond für Denkmalpflege (85000 Franken), die Vorfinanzierung zur Sanierung der Kugelfänge (400000 Franken), die Vorfinanzierung von Entwicklungsprojekten (150000 Franken), die Einlage in den W+E Fonds (300000 Franken) und einer Zuweisung zum Eigenkapital (447 753.52 Franken) zu verwenden.

Zu guter Letzt gewährten sie Giancarlo Bavaro und Valéria Jolan mit ihrem Sohn Giancarlo Antonio, Donika Neziraj, Fjolla Neziri und Bardh Neziri das Erler Bürgerrecht.