Erhält Kreuzlingen doch noch ein Parkhaus am Hafenbahnhof? Der Stadtrat fragt noch einmal nach bei den Parlamentariern 

Der Gemeinderat fand das multifunktionale Projekt mit Buseinstellhalle zu luxuriös und schickte die Botschaft im Januar zurück an den Absender.  Ob der Bau damit endgültig gestorben ist, ist noch unklar. 

Kurt Peter
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Dieses Parkhaus-Projekt wies der Gemeinderat im Januar zurück. Nun ist unklar, ob es abgeändert doch eine Zukunft hat.

Dieses Parkhaus-Projekt wies der Gemeinderat im Januar zurück. Nun ist unklar, ob es abgeändert doch eine Zukunft hat.

(Bild: pd)

Am 23. Januar wies der Gemeinderat die Botschaft über einen Kredit von 16,245 Millionen Franken für den Bau eines multifunktionalen Parkhauses am Hafenbahnhof mit deutlicher Mehrheit an den Stadtrat zurück. Kritisiert wurden vor allem die gegenüber der Machbarkeitsstudie deutlich höheren Kosten sowie der Standort.

Überzeugt von der Multifunktionalität

«Die Fraktionen werden nun mit einem Fragekatalog bedient, welcher diverse Aussagen aus der betreffenden Gemeinderatssitzung beinhaltet», fasst der zuständige Stadtrat Ernst Zülle die Situation zusammen. Die Fraktionen könnten Rückmeldungen geben, wie sie ein multifunktionales Parkhaus beurteilten.

Ernst ZülleStadtrat Kreuzlingen (CVP) Departement Bau

Ernst Zülle
Stadtrat Kreuzlingen (CVP) Departement Bau

(Bild: pd)
«Die wichtigste Frage ist,
ob wir an unserem Projekt weiterarbeiten sollen oder nicht.»

Die Antwort auf diese Frage wird aber auf sich warten lassen. Wegen der Coronakrise seien derzeit keine Sitzungen geplant, deshalb habe der Stadtrat genug Zeit eingeräumt. Er schätze, dass es bis Juli oder August dauern werde, bis Resultate vorlägen. «Ich persönlich bin nach wie vor vom Nutzen für Bus, Parkplätze, Pädagogische Hochschule und Veloabstellanlage überzeugt», hält der Stadtrat fest. Auch Rentabilität und städtebauliche Qualität überzeugten.

Die Projektansicht von der Hafenstrasse her.

Die Projektansicht von der Hafenstrasse her. 

(Bild: pd)

Er gehe davon aus, dass das Projekt nach der Vernehmlassung weiter verfolgt werde. Die geplante Multifunktionalität der Anlage heisse auch, dass es kein günstigeres Projekt gebe. Ohne Buseinstellhalle oder mit einer Halle nur für Busse könnten die Kosten gesenkt werden, «aber dann können wir nur einen kleinen Teil von dem, was wir brauchen, auch umsetzen».

Der Pädagogischen Hochschule würden beim Hafenbahnhof so oder so Parkplätze zur Verfügung gestellt, meint Zülle weiter. Auch ohne Parkhausprojekt sei dies das Ziel:

«Wird das Parkhaus nicht vor dem Stadthaus gebaut, werden wir eine provisorische Parkfläche ebenerdig für die Hochschule realisieren.»

Nach wie vor sei der Stadtrat auch der Meinung, dass Parkplätze beim Schifffahrtshafen eliminiert werden sollten. Ziel sei es, die Plätze nördlich der Baumallee aufzuheben. «Das Hafenareal sollte stattdessen mit mehr Grünflächen für Erholung und Freizeit aufgewertet werden.»

Parkhaus Seestrasse: Entscheidung steht aus

Parkierflächen mit Seesicht seien nicht mehr zeitgemäss und es sei schade, wenn der schöne Seeanstoss dadurch verschandelt werde. Weil der Stadtrat das Parkhaus am Hafenbahnhof favorisiert habe, sei eine Entscheidung über ein Parkhaus an der Seestrasse noch nicht gefallen, erklärt Zülle weiter. Es sei davon auszugehen, dass «wir es später zur Realisierung an private Investoren vergeben. Da es im Baurecht geschehen wird, hat der Gemeinderat das letzte Wort.»

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