Er wollte nicht zwei Hüte aufhaben: Mit Michael Stäheli-Engel kandidiert ein zweiter Mann fürs Präsidium der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri

Mit den beiden Einheimischen Andreas Müller und Michael Stäheli-Engel wollen mindestens zwei Personen Schulpräsident und somit Nachfolger von Christoph Kohler werden.

Manuel Nagel
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Aus einem mach zwei, mach einen, mach zwei. Es ist ein Hin und Her bei der Wahl fürs Schulpräsidium von Amriswil, Hefenhofen und Sommeri. Nachdem sich Anfang Oktober der Amriswiler Kulturbeauftragte Andreas Müller entschied, den aktuellen Amtsinhaber Christoph Kohler herauszufordern, gab dieser am 5. November bekannt, dass er für eine zweite Legislatur nicht mehr zur Verfügung steht.

Michael Stäheli-Engel steht beim Wegweiser auf dem Amriswiler Marktplatz, der zu den zwölf Schulhäusern der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri führt.

Michael Stäheli-Engel steht beim Wegweiser auf dem Amriswiler Marktplatz, der zu den zwölf Schulhäusern der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri führt.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 20. November 2020)

Andreas Müller wurde also vom Herausforderer zum einzig verbliebenen Kandidaten – bis jetzt. Denn mit dem Amriswiler Michael Stäheli-Engel steigt ein weiterer Einheimischer ins Rennen um das Amt des Präsidenten der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri (VSG). Und wie sein Kontrahent Müller, so liebäugelt auch Stäheli nicht erst seit diesem Jahr mit dem Posten an der VSG-Spitze.

Entscheid von Kohler spielte keine Rolle

Schon vor vier Jahren spielte der 47-Jährige mit dem Gedanken, sich als Schulpräsident zu bewerben, verwarf diesen aber wieder. «Meine Kinder waren damals alle schulpflichtig», sagt Stäheli. Bei einer Wahl hätte er zwei Hüte aufgehabt: einen als Vater, einen als Schulpräsident. Das wollte er nicht. Nun aber verlässt Stähelis jüngste Tochter die Schule bald.

Michael Stäheli stellt deshalb klar:

«Mein Entscheid zu kandidieren, hat nichts mit der Ankündigung von Christoph Kohler zu tun, dass dieser nicht zur Wiederwahl antritt.»

Doch er verhehlt nicht, dass er nach der Kandidatur von Andreas Müller auch etwas in Zugzwang geriet und seine eigenen Ambitionen auf dieses Amt so bald als möglich kundtun wollte. Theoretisch hätte Stäheli noch bis zum 11. Januar 2021 Zeit gehabt, seine Kandidatur offiziell einzureichen. Er tat dies jedoch am vergangenen Freitag.

Michael Stäheli-Engel beim Fototermin auf dem Amriswiler Marktplatz.

Michael Stäheli-Engel beim Fototermin auf dem Amriswiler Marktplatz.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 20. November 2020)
«In bewegten Zeiten braucht die Schule auf Führungsebene Stabilität und eine klare Ausrichtung.»

Das schreibt Stäheli gleich zu Beginn seines Communiqués. Eine langfristige und umsichtige Schulraumplanung sowie der Auf- und Ausbau von Tagesschulstrukturen, das seien weitere Schwerpunkte von ihm.

Stäheli ist nicht nur in Amriswil aufgewachsen und wohnhaft, er war hier auch mehrere Jahre als Lehrer tätig. Anschliessend war er in Zürich in der Sozialen Arbeit tätig und absolvierte ein Masterstudium, parallel zu seiner jetzigen Stelle als Fachexperte Schulevaluation beim Thurgauer Amt für Volksschule (AV), die er 2010 antrat. «In dieser Zeit habe ich zahlreiche Thurgauer Volksschulen mit Schwerpunkten auf Führung, Qualitätsarbeit und Schulentwicklung beurteilt und mir dabei ein vertieftes Verständnis für verschiedene Rollen, strategische und operative Fragen sowie für lokale Bedürfnisse angeeignet», sagt Stäheli.

Einer Partei gehört er zwar nicht an, hat aber in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Personen aus der lokalen Politik Gespräche geführt, «durch die ich mich in meiner Kandidatur bestätigt und unterstützt fühle», sagt Michael Stäheli.