Wirtschaftsapéro in Amriswil: «Er muss wollen, können und dürfen»

Die Stadt Amriswil lud zum Wirtschaftsapéro ins Kulturforum. Thema war die Nachfolgeregelung in Firmen.

Manuel Nagel
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Emil Huber (l.) von der Thurgauer Kantonalbank befragt die beiden Patrons Ernst Möhl und Hansjörg Stahel zum Thema Nachfolgeregelung in deren Firmen. (Bild: Manuel Nagel)

Emil Huber (l.) von der Thurgauer Kantonalbank befragt die beiden Patrons Ernst Möhl und Hansjörg Stahel zum Thema Nachfolgeregelung in deren Firmen. (Bild: Manuel Nagel)

Seine Affinität zum Fussball ist unbestritten: Stadtpräsident Gabriel Macedo blickte zufrieden in die besetzten Stuhlreihen des Kulturforums und meinte, dass die Vereine der Superleague schon lange keine volle Hütte mehr gehabt hätten – nun die Stadt Amriswil mit ihrem Wirtschaftsapéro hingegen schon.

Ansiedlung von neuen Firmen sei für Amriswil wichtig, fuhr Macedo in seiner Begrüssung fort. Ebenso wichtig sei aber die Pflege bestehender Firmen. Dazu gab es noch einige Informationen aus dem Stadthaus. So tue sich was beim Radolfzeller Park was, und auch beim Bahnhofsplatz und dem Busbahnhof sei man mit Hochdruck dran, denn «Stillstand bedeutet auch in einer Gemeinde Rückschritt», sprach Macedo.

Auch das Umfeld muss einverstanden sein

Um einen Schritt in die Zukunft ging es anschliessend beim Inputreferat von Emil Huber, der bei der Thurgauer Kantonalbank Leiter für Geschäftskunden im Oberthurgau ist.

Emil Huber referiert über die Nachfolgeregelung. (Bild: Manuel Nagel)

Emil Huber referiert über die Nachfolgeregelung. (Bild: Manuel Nagel)

Unter dem Titel «Nachfolge regeln – Zukunft gestalten» zeigte Huber die Schwierigkeiten auf, die bei einer Firmenübergabe auftauchen könnten. Für einen möglichen Nachfolger als Firmenchef müssten drei Bedingungen erfüllt sein, dass eine Übernahme überhaupt klappen könne: «Der oder die Nachfolger muss wollen, können und auch dürfen», sagte Huber. Sei zwar beim «Wollen» die Motivation und die Willenskraft vorhanden und beim «Können» sowohl die Fach- wie auch die Sozialkompetenz, so müsse beim «Dürfen» auch das Umfeld des Anwärters einverstanden sein. Werde einer dieser Punkte nicht erfüllt, scheitere das Vorhaben.

Vom zweiseitigen Vertrag zur intensiven Vorbereitung

Ernst Möhl. (Bild: Manuel Nagel)

Ernst Möhl. (Bild: Manuel Nagel)

Anschliessend gesellten sich Hansjörg Stahel und Ernst Möhl zu Emil Huber auf die Bühne. Der Garagist aus Oberaach und der Mostereibesitzer aus Arbon erzählten den rund 170 Anwesenden, wie die Nachfolge in ihrem Betrieb bisher ablief.

Bei den Ausführungen Stahels und Möhls wurde klar, weshalb Huber die Nachfolgeregelung als «eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Laufe der Karriere eines Unternehmers» bezeichnete. Als er 1993 mit seinem Bruder Markus den Betrieb der Eltern übernehmen konnte, habe ein zweiseitiger Vertrag gereicht, erzählte Hansjörg Stahel. Bei der laufenden Übergabe an die dritte Generation habe es hingegen bereits drei Jahre Vorbereitungszeit gebraucht, «und nun beginnt für uns beide die wichtige Zeit des Loslassens.»

Hansjörg Stahel. (Bild: Manuel Nagel)

Hansjörg Stahel. (Bild: Manuel Nagel)