Die Freie Evangelische Gemeinde Hauptwil bekommt mit Lukas Bär einen neuen Pastor

Lukas Bär tritt in Hauptwil die Nachfolge von Manfred Nufer an. Für den 38-jährigen gebürtigen Thurgauer ist es die erste Pastorenstelle. Seine feierliche Einsetzung findet am Sonntag, 25. Oktober, statt.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Lukas Bär und seine Ehefrau Nadine freuen sich auf die neue Aufgabe in Hauptwil.

Lukas Bär und seine Ehefrau Nadine freuen sich auf die neue Aufgabe in Hauptwil.

Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer (Hauptwil, Oktober 2020)

«Ich freue mich auf diese Herausforderung – auf etwas Neues, das mit viel Unbekanntem verbunden ist», sagt Lukas Bär mit einem zufriedenen Lächeln. Er habe die Menschen gerne und möchte mit ihnen unterwegs sein, gemeinsam den christlichen Glauben zu leben.

Sein Amt tritt Bär als Nachfolger von Pastor Manfred Nufer an, der nach Dschibuti in Ostafrika auswandert. Pastor bedeutet so viel wie Hirte. Auf die Frage, ob sich Lukas Bär als Hirte fühlt, meint er: «Jesus ist der Hirte seiner Schafe. Als Pastor leite und führe ich die FEG – zusammen mit einem gut eingespielten Team.» Im Vordergrund stehe dabei immer das Miteinander.

Ehepaar Bär freut sich auf das Landleben

Das Ehepaar Lukas und Nadine Bär wird in wenigen Wochen nach Hauptwil ziehen. «Es ist mir wichtig, dort zu wohnen, wo ich arbeite», erzählt der neue Pastor.

Lukas Bär hatte bis vor kurzem eine Praktikumsstelle bei der Evangelischen Freikirche Chrischona in Winterthur inne. Das Ehepaar Bär freut sich nun auf das Landleben in Hauptwil – auf viele neue und interessante Begegnungen.

Nachdem der Vorstand eine Vorentscheidung getroffen hatte, wurde Lukas Bär im Frühsommer von den Mitgliedern der FEG Hauptwil als Pastor gewählt.

Offenes Ohr für alle Menschen

Für den 38-Jährigen ist es die erste Pastorenstelle. Begegnungen mit den Mitgliedern der FEG gab es bereits an einem Kennenlerntag. Die Mitglieder seien bunt gemischt– Jung und Alt gehört der evangelischen Freikirche an. Lukas Bär betont, dass es eine nicht konfessionsgebundene Kirche sei – sie stehe allen Interessierten offen.

«In der Kirche treffen sich verschiedene Generationen – und somit allerlei Kulturen», erklärt Lukas Bär. Es falle ihm leicht, sich in andere Menschen einzufühlen und für ihre Anliegen ein offenes Ohr zu haben. Denn diese Fähigkeit wurde ihm bereits in die Wiege gelegt.

Vom Thurgau nach Thailand

Lukas Bär war gerade mal zehn Wochen alt, als seine Familie, die bis dahin im Thurgau lebte, nach Thailand auswanderte. Seine Eltern, Hans und Beatrice Bär, leisteten dort Entwicklungshilfe.

Die ersten fünf Jahre lebte die Familie Bär im Urwald bei den Karen. Die Karen sind die grösste Gruppe der Bergvölker im Norden von Thailand. «Wir wohnten in einem Stelzenhaus aus Holz. Der Grossteil der Häuser bestand dazumal allerdings noch aus Bambus.»

Schweizerschule in Singapur besucht

Da die Mutter von Lukas Bär als Pflegefachfrau arbeitete und oftmals zu den Patienten nach Hause oder zum Krankenhaus fahren musste, besass die Familie ein eigenes Auto. Ansonsten verkehrten kaum Autos auf den Lehmstrassen – Elefanten wurden als Transportmittel eingesetzt.

Die sechsköpfige Familie Bär übersiedelte später in ein grösseres Dorf. Lukas Bär besuchte in Singapur während sechs Jahren die Schweizerschule. Drei weitere Jahre drückte er die Schulbank im thurgauischen Berg und in Weinfelden. Lukas Bär absolvierte dann eine Berufslehre als Zimmermann in Unterstammheim ZH.

Danach zog es den gebürtigen Thurgauer in die USA – in Hawaii und Montana leitete er zehn Jahre lang verschiedene Teams in einer internationalen christlichen Organisation. «Diese Erfahrungen waren wertvoll und haben mich geprägt. Ich durfte viele verschiedene Kulturen kennen lernen.»

Theologische Ausbildung in Basel

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz im Jahr 2013 arbeitete Lukas Bär als Monteur im Strassenbau und absolvierte hierauf eine vierjährige Ausbildung zum Pastor am Theologischen Seminar St.Chrischona in Basel.

Seine Frau Nadine Bär-Werner, die aus Hessen stammt und Pflegefachfrau gelernt hatte, bildete sich gleichzeitig an demselben Seminar aus – in Theologie und Religionspädagogik.

Innere Verbundenheit mit Südostasien

Lukas Bär erzählt, dass er die Landschaft mit den Bergen in der Schweiz besonders schätze. «Doch in der Schweiz sind die Menschen eher zurückhaltend. In Thailand stehen die Türen tagsüber offen für alle.»

Inzwischen leben die Eltern und Geschwister Bärs ebenfalls wieder in der Schweiz. «Trotzdem – Thailand wird immer ein Teil meiner Heimat bleiben. Im Herzen fühle ich mich mit dem Land in Südostasien nach wie vor verbunden.»

Am Sonntag, 25. Oktober, 10 Uhr, findet in der Mehrzweckhalle von Hauptwil der Einsetzungsgottesdienst für Pastor Lukas Bär statt; anschliessend sind alle zu einem Apéro eingeladen.

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