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Er hat im Archiv der Kanti Kreuzlingen gegraben

Der Start für die Kantonsschule war nicht leicht. Geschichts- und Deutschlehrer Daniel Hurtado hat anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Mittelschule eine Chronik erstellt.
Nicole D’Orazio
Daniel Hurtado hat in vielen alten Ordnern geschmökert und die Geschichte der Kantonsschule zusammengestellt. (Bild: Donato Caspari)

Daniel Hurtado hat in vielen alten Ordnern geschmökert und die Geschichte der Kantonsschule zusammengestellt. (Bild: Donato Caspari)

Die Kreuzlinger mussten um ihre Kantonsschule kämpfen. Mitte der 1960er-Jahre wollten Vertreter aus Politik und Wirtschaft die zweite Mittelschule im Kanton Thurgau in Kreuzlingen eröffnen. Die Bevölkerung stand hinter dem Plan. Doch das Vorhaben hatte mit Gegenwind zu kämpfen, seitens Kanton sowie aus Romanshorn. Denn am Obersee wollte man ebenfalls eine Kantonsschule haben.

«Das war damals ein aggressives Hickhack in den Leserbriefspalten. Sozusagen das Facebook von heute»

sagt Daniel Hurtado, Geschichts- und Deutschlehrer an der Kanti Kreuzlingen. Aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums hat er die Geschichte der Schule in einer Chronik aufgearbeitet.

«Der Kanton hatte eigentlich zu Gunsten von Romanshorn entschieden. Doch die Kreuzlinger gaben nicht auf», erzählt er. Diese hatten gedroht, eine private Mittelschule zu gründen. Denn viele lokale Unternehmen wie zum Beispiel die Mowag hatten sich finanziell grosszügig am Projekt beteiligt. Und viele Gewerbler steuerten einen sogenannten Mittelschulrappen bei. Die Stadt stellte das alte Sekundarschulhaus – das heutige Gebäude A der Kanti – gratis zur Verfügung.

Es wurde deswegen die Stiftung für die Einrichtung einer Mittelschule Seetal in Kreuzlingen gegründet, welche sich für das Projekt einsetzte.

«Man hatte das Geld beisammen, um rund zwei Jahre die Löhne zu bezahlen.»

Rektor und Lehrkräfte mussten pendeln

Schliesslich lenkte der Kanton ein und gründete im April 1969 die Kantonsschulen am See – in Kreuzlingen und Romanshorn gemeinsam. Rektor Theodor Reich und die Lehrkräfte mussten pendeln. «Im ersten Jahr gingen 16 Schüler an die Kanti Kreuzlingen und 14 nach Romanshorn», erzählt Hurtado. Die Gründungsgeschichte sei für ihn eine Überraschung und ein Highlight seiner Recherche gewesen. «Was wäre passiert, wenn sich die Kreuzlinger damals nicht so gewehrt und durchgesetzt hätten?»

Für ihn sei das Ganze auch ein Pionierprojekt, da Politik, Wirtschaft und Bevölkerung zusammengespannt hatten. «Leider konnte ich mit niemandem vom damaligen Pro-Komitee sprechen, da alle verstorben sind.»

Hurtado arbeitet seit 2013 an der Geschichte der Kanti. «Rektor Arno Germann hatte mich angefragt, ob ich das gerne machen würde», erinnert er sich. «Ich war damals noch nicht so lange an der Schule angestellt und hatte somit auch noch etwas den Blick von aussen.» Die Arbeit hat ihm Spass gemacht. «Als Historiker finde ich das natürlich spannend.» Im Archiv hat er viele nützliche Unterlagen gefunden. Vor allem Zeitungsartikel, Protokolle und Jahresberichte.

Zwei Institutionen unterstützen die Kanti

Die Arbeit hat Hurtado fast abgeschlossen. «Es gibt noch Kleinigkeiten vor dem Druck zu erledigen.» Er freut sich sehr, bald das Buch in den Händen halten zu können. «Es war viel Arbeit. Ich musste teilweise etwas jonglieren, um die Chronik neben meiner Lehrertätigkeit zu bewältigen. Es war gut, dass ich so lange Zeit hatte.» Die Chronik wird von der Stiftung der Kantonsschule Kreuzlingen bezahlt. «Sie ist sehr wichtig für die Schule», sagt Hurtado.

Zusammen mit dem Verein Freunde der Kantonsschule Kreuzlingen betreut sie den Unterstützungsfonds. Aus diesem wurde zum Beispiel der Bau des Gebäudes B 1972 finanziert.

«Der Kanton liess die Kanti Kreuzlingen lange etwas links liegen. Deshalb musste man selber schauen»

erzählt der Chronist. Erst im Jahr 2000 wurde der Neubau vom Kanton bezahlt. Die beiden Institutionen würden auch heute noch verschiedene Kosten übernehmen. «Zum Beispiel Tutorenstunden. Und sie haben auch den Kicker-Kasten für die Schüler bezahlt.»

Daniel Hurtado ist schon sehr auf die Reaktionen der Kollegen und der Ehemaligen gespannt. «Es gibt sicher viele Episoden der Geschichte, die nur wenigen bekannt sind.»

Grosse Jubiläumsfeier Anfang Mai

Am 4. Mai wird an der Kantonsschule Kreuzlingen das 50-Jahr-Jubiläum gefeiert. Es werden zum Beispiel verschiedene Podiumsdiskussionen mit Ehemaligen und Schülern organisiert. Am 4. April um 19 Uhr diskutieren Marianne Bommer, Richterin aus Weinfelden und CVP-Kantonsrätin; René Imesch, ehemaliger Rektor der KSK, FDP, aus Kreuzlingen; Ruedi Herzog, Prorektor der KS Romanshorn, SP, Mitglied des Gemeinderats sowie Christian Neuweiler, Firmenchef Neuweiler, FDP, Präsident IHK Thurgau, aus Kreuzlingen. Am Fest wird auch die Chronik präsentiert und verkauft.

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