Amriswil
Er bewahrte viele Menschen vor dem sicheren Tod

Kommenden Donnerstag weiht die Stadt das Mahnmal für den Amriswiler Flüchtlingshelfer Ernst Prodolliet ein.

Manuel Nagel
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Das Mahnmal steht bereits im Radolfzeller Park.

Das Mahnmal steht bereits im Radolfzeller Park.

Bild: Manuel Nagel

Vielen Amriswilern dürfte der Film «Schindlers Liste» bekannt sein. Doch nur wenigen wissen wahrscheinlich, dass auch ihre Stadt einen Sohn von der Bedeutung eines Oskar Schindlers hat. Vielleicht war die Geschichte des Amriswilers Ernst Prodolliet nicht so geeignet für Hollywood, doch auch er bewahrte während des Zweiten Weltkrieges zahlreiche Juden vor dem sicheren Tod. Zuerst in Bregenz und anschliessend – nach seiner Strafversetzung nach Amsterdam, weil er sich den Weisungen aus Bern widersetzte – auch in der Hauptstadt der Niederlande, indem er in seinem Amt als Vize-Konsul Visa vorwiegend an jüdische Kinder, Frauen und Männer ausstellte.

Anmeldung erforderlich

Die Einweihung des Mahnmals am Donnerstag, 1. Juli, 18 Uhr, ist öffentlich. Es ist jedoch eine Anmeldung bis zum 28. Juni, 18 Uhr, an ortsmuseum@amriswil.ch erforderlich. Nebst Stadtpräsident Gabriel Macedo wird auch Simone Prodolliet, eine Grossnichte von Ernst Prodolliet, sowie weitere Persönlichkeiten an der Feier im Radolfzeller Park teilnehmen. (man)

Ernst Prodolliet starb 1984 wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag. Nun erhält er 37 Jahre nach seinem Tod ein Mahnmal im Radolfzeller Park. Die Skulptur des einheimischen Künstlers Helmut Giselbrecht stand bisher im Amriswiler Ortsmuseum.