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Thurgauer baute die Kirche Oberhofen aus Lego und hat noch Millionen Steine im Keller

Andreas Krähenbühl kauft alte Legosammlungen, reinigt und sortiert sie und verkauft sie als komplette Sets wieder. Die kleinen Bausteine haben ihn schon als Kind fasziniert.
Nicole D'Orazio
Andreas Krähenbühl und sein Lego-Modell der Kirche Oberhofen, das er selbst gebaut hat. (Bild: Andrea Stalder)

Andreas Krähenbühl und sein Lego-Modell der Kirche Oberhofen, das er selbst gebaut hat. (Bild: Andrea Stalder)

Er braucht Geduld. Viel Geduld. Denn Andreas Krähenbühl sortiert stundenlang Lego. Er erwirbt alte Sammlungen mit dem Ziel, sie weiter zu verkaufen. «Ich hatte die Idee, als ich ein Inserat auf Ebay sah, in dem jemand 50 Kilogramm Lego verkaufte», erzählt der Lengwiler.

Mittlerweile hat er mehrere Räume, die mit den kleinen, farbigen Bausteinen voll gestellt sind. «Wie viele Kilos es sind, kann ich nicht sagen. Aber ein paar Badewannen voll.» Das Sortieren der Lego nimmt viel Zeit in Anspruch. Der lange Esstisch im Wohnzimmer ist oft mit Tausenden Steinchen belegt.

«Zuerst teile ich sie in Farben ein, dann nach der Grösse.»

Als nächster Schritt versucht der 42-Jährige herauszufinden, zu welchen Sets die Bausteine gehören. Das ist oft eine Detektivarbeit. «Zum Glück gibt es Fanseiten mit genauen Auflistungen. Wenn Teile fehlen, dann bestelle ich die nach.» Das sei ebenfalls auf Fanseiten auf der ganzen Welt möglich.

Das Reinigen gehört auch zu seiner Arbeit. «In einem Wäschesack kann man die Steine problemlos in die Maschine geben», sagt er. Bei groben Fällen nimmt er Reinigungsmittel für Augenlinsen. Damit würden die Steine wieder sauber. Zudem achtet er darauf, dass ihm keine Plagiate in die Sets kommen. «In Asien gibt es Firmen, die Lego sehr gut nachahmen.»

Hörbücher helfen beim Sortieren

Die Geduld fürs Sortieren hat Krähenbühl. «Ich mach das gerne. Das gehört zu meinem Charakter», meint er und schmunzelt. «Gerne lasse ich dabei Hörbücher laufen. So ist es nicht langweilig.» Manchmal würden seine zwei Söhne oder seine Frau mithelfen. «Auch meine Mutter unterstützt mich von Zeit zu Zeit.» Der Verkauf der Sets läuft noch nicht wie gewünscht. «Ich war schon an Messen, Börsen und Märkten. Doch die Leute sind zurückhaltend. Wahrscheinlich denken sie, dass die Lego nicht vollständig sind.»

«Vor allem Lego aus den 1980ern sind bei Sammlern beliebt. Auch Star Wars, Technics, City- und Friends-Serien kommen gut an.»

Krähenbühl hat eine eigene Website mit Shop. «Auch hier ist der Traffic eher zäh, obwohl ich einer von wenigen bin in der Schweiz. Am besten läuft der Verkauf im Internet über Ricardo.» Der kleine Gewinn ist nicht die Hauptmotivation für Krähenbühl. «Primär ist es der Umweltgedanke. Lego können ohne Probleme aufbereitet werden.»

Der Spass stehe für ihn ebenfalls im Vordergrund. Schon als Bub hat er die bunten Steine geliebt und sie in allen Variationen zusammengebaut. Seinen Job als Assistent im Anlagebereich bei einer Bank hat er aufgegeben, weil ihm die Kreativität fehlte. Heute ist er glücklicher Hausmann. «Neben den Lego entwickle ich auch Spiele. Ich durfte schon Prototypen vorstellen, aber umgesetzt wurde leider noch keines», erzählt er.

10 000 Steine für die Kirche Oberhofen

Neu hat sich der Lengwiler einen Showroom eingerichtet. In diesem steht ein grosses Lego-Modell der Kirche Oberhofen. «Die Kirchenpräsidentin hat mich dafür angefragt, da die Kirche in diesem Jahr ihr 500-Jahr-Jubiläum feiert.» Das habe er sehr gerne gemacht.

Anhand von Fotos und mit Hilfe von Onlineprogrammen hat er einen Plan entworfen. «Wenn ich die aufgewendete Zeit zusammenzähle, ergibt das etwa zwei Monate», sagt er. Das Modell und die Bäume bestehen aus rund 10000 Steinen. «Für den Kies sind es nochmals rund 5500.» Demnächst will er das Schloss Liebburg nachbauen. «Dieses dient als Vorlage für mein Logo.» Seine Firma hat er Schloss Krähenstein getauft. «Eine Mischung meines Namens und Legostein.»

www.kraehenstein.ch

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