Entscheid

Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege erteilt Stadthaus grünes Licht

Die mit Spannung erwartete Stellungnahme des Fachgremiums ist da. Der Kreuzlinger Stadtrat will nächste Woche informieren. Die Initianten nehmen den Inhalt «wenig überrascht» zur Kenntnis.

Martina Eggenberger Lenz
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Blick auf den geplanten Standort für das neue Verwaltungsgebäude auf der Festwiese.

Blick auf den geplanten Standort für das neue Verwaltungsgebäude auf der Festwiese.

Bild: Reto Martin

Im September waren Vertreter der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) vor Ort, um sich die Situation des geplanten neuen Verwaltungsgebäudes auf dem Bärenplatz anzuschauen. Seither wartet man in der Grenzstadt auf den für die Zukunft des neuen Stadthauses wegweisenden Bericht des Expertengremiums. Diese Woche ist die Stellungnahme nun endlich beim Stadtpräsidenten eingegangen. Die für die Befürworter des Neubaus frohe Botschaft vorne weg: Das 2016 genehmigte Projekt «Schlussstein» hat eine weitere Hürde genommen.

Initiativkomitee nimmt Stellung

Der Stadtrat hat am Donnerstag eine kurze Medienmitteilung verschickt mit dem Inhalt, dass er die Stellungnahme am kommenden Dienstag diskutieren wird. Danach werde er über den Inhalt und seine Entscheidungen informieren. Jost Rüegg, der als Vertreter des Initiativkomitees «Zur Freihaltung der Festwiese» die besagte Stellungnahme ebenfalls erhalten hat, äussert sich auf Anfrage bereits heute:

«Die EKD erachtet den Standort auf der Festwiese wie auch das Baufeld als möglich.»
Jost Rüegg, Vertreter Initiativkomitee.

Jost Rüegg, Vertreter Initiativkomitee.

Bild: PD

Die Kommission nenne allerdings auch Einschränkungen beziehungsweise gebe Empfehlungen zur Umsetzung ab. Dabei geht es offenbar nicht um die Masse des vorgesehenen Baukörpers, sondern insbesondere um die Umgebungsgestaltung. Jost Rüegg erklärt weiter, es sei nun Sache des Stadtrates, zu entscheiden, inwiefern und mit welchen Kostenfolgen er auf die Empfehlungen eingehen wolle. Dann werde man sehen, ob das überarbeitete Projekt noch mit dem Abstimmungsprojekt kompatibel sei. Auch wenn ein Bau auf der Festwiese aus Sicht der Kommission nun theoretisch möglich sei: «Gegessen ist die Sache noch nicht.»

Baukörper stellt «Dreispitz» in den Schatten

Der Vertreter des Initiativkomitees betont, der Entscheid der EKD sei nicht überraschend. Schliesslich habe die Kommission bereits 2012 gesagt, dass das Verwaltungsgebäude auf dem Bärenplatz gebaut werden könne – allerdings hiess es damals, nur in der Ecke Hauptstrasse/Pestalozzistrasse. Dass die Experten neu auch ein Baufeld im nordöstlichen Bereich zulassen, hätte er so nicht erwartet, sagt Rüegg. Schliesslich werde die Sicht auf den «Dreispitz» verdeckt.

Das Initiativkomitee arbeite weiter auf eine Freihaltung der Festwiese hin, unabhängig des Entscheids der EKD und auch unabhängig von der hängigen Stimmrechtsbeschwerde. «Unser Anliegen ist es, das Volk vier Jahre nach der Abstimmung zu fragen, ob es am Projekt festhalten will.» Im Hinblick auf die Volksabstimmung über die Initiative, die am 7. März stattfindet, bereite man aktuell die Kommunikation vor.

Ein Punkt für den Stadtrat

Coronabedingt wird der Abstimmungskampf zur Initiative primär schriftlich über die Bühne gehen. Welcher Seite diese Tatsache eher entgegenkommt, ist unklar. Fest steht, dass die Stellungnahme der Denkmalpflege ein klarer Punkt für die Verfechter des neuen Stadthauses ist. Dabei waren es die Gegner, die in der Vergangenheit stets kritisiert hatten, dass das Projekt der EKD nicht vorgelegt worden war. Stadtpräsident Thomas Niederberger will sich erst nach der Stadtratsitzung von nächster Woche öffentlich zur Thematik äussern.