Engagement von Tägerwiler Verein: Aus zwei Koffern wurde ein ganzer Container

Yanek Schiavone und seine Vereinskollegen von «Des Sourires pour le Togo» reisen jedes Jahr nach Westafrika und helfen den armen Leuten. Sie bauen Brunnen und ganze Schulen oder versorgen ein Dorf wird mit Medikamenten.

Annika Wepfer
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Die Kinder aus Togo freuen sich auf die hilfreichen Projekte. (Bild: PD)

Die Kinder aus Togo freuen sich auf die hilfreichen Projekte. (Bild: PD)

«Das erste Mal ging ich mit bescheidenen zwei Koffern voll mit Kleidern und Spenden nach Togo. Aus diesen Koffern wurde dann ein ganzer Container», erzählt Yanek Schiavone, Präsident des Vereins «Des Sourires pour le Togo» (Lächeln für Togo) aus Tägerwilen. Nächstes Jahr im Mai besteht der Verein schon fünf Jahre. Anfangs wollte Schiavone nur einen Sprachaufenthalt in einem französischsprachigen Land machen. Weil er in seinem Leben schon an so vielen Orten war, wählte er Togo in Westafrika aus. Das Land am Golf von Guinea ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt.

Yanek Schiavone, Präsident «Des Sourires pour le Togo»

Yanek Schiavone, Präsident «Des Sourires pour le Togo»

«Bildung und Wissen sind das Allerwichtigste.»

Sein Haus war voller Spenden und Geschenken

«Von Anfang an gefiel es mir und ich hatte gute Kontakte», sagt Schiavone weiter. Als er dann etwas widerwillig in die Zeitung kam, «ich wollte nur den Menschen helfen und nicht berühmt dafür werden», wurden ihm plötzlich Spenden geschickt und jeden Tag kam jemand vorbei und gab etwas ab. «Meine Mutter zu Hause war zuerst nicht so glücklich über die fremden Menschen».

Schiavone lebte mit Unterbrechungen mehr als zwei Jahre selber in Togo. Zu Hause veranstaltete er Infoabende und Vorträge in Restaurants und machte so Leute auf sich aufmerksam. Später wurde dann der Verein gegründet. Jedes Jahr reist er mit Mitgliedern und Freiwilligen nach Togo. Dort realisieren sie Tag für Tag ein neues Projekt. Sei es ein Brunnen, ein Hühnerstall oder sogar eine ganze Schule für über 300 Kinder.

Dank des Eierverkaufs kann sich das Frauenheim finanzieren

«Alle lachen mich immer aus, wenn ich erzähle, dass wir einen Hühnerstall gebaut haben. Dieser ist aber sehr hilfreich in Togo. Wir unterstützen auch Frauenheime. Frauen können dort eine normale Lehre absolvieren und so auf das Berufsleben vorbereitet werden. Die Eier der Hühner können die Frauen dann verkaufen. Und durch den Verkauf kann sich das Heim selber finanzieren.» Der Verein schaffe es, immer wichtigere Projekte zu realisieren. Schiavone sei stolz auf das, was der Verein heute sei.

Das Schlimmste an Togo sei der Verkehr, sagt er. Die Autos seien kaputt und fast niemand besitze einen Führerschein. Es gäbe sehr viele Tote durch Unfälle.

Drei Grundpfeiler für einen besseren Alltag

Man merkte schnell, dass Dinge wie Kleidung den Leuten nicht viel bringen und man auf nachhaltige Projekte setzen muss, erzählt der Tägerwiler. Der Verein beschloss deswegen, sich auf drei Dinge zu konzentrieren: sauberes Trinkwasser, Bildung und Lebensqualität/Gesundheit.

«Bildung und Wissen sind das Allerwichtigste», sagt der Präsident. 100 Prozent der Spenden gehen nach Togo, denn die Mitglieder finanzieren sich die Reise selber. «Wir stecken viel Liebe, Energie und Zeit in die Projekte. Die Menschen sind aber so dankbar, dass es sich lohnt», erzählt er weiter. Die Planung für nächstes Jahr soll bereits schon im Februar nächstes Jahr laufen. «So viele Projekte wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Hoffentlich wird es 2019 genau so gut laufen und wir bekommen viel Arbeit», hofft Schiavone.

Am 21. September um 19.00 Uhr findet in der Aula der Sekundarschule Tägerwilen eine Präsentation der diesjährigen Projektreise des Vereins statt.