Emotionen statt Zahlen: Hydrantenfiasko an der Märstetter Budgetversammlung

Emotionale Diskussionen an der Gemeindeversammlung: Ein Kosovare, der gegen die Empfehlung eingebürgert wird, ein Votum gegen die Salt-Antenne und ein Hydrant, der Kosten verursacht, gaben zu reden

Werner Lenzin
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Ein Hydrant ist eines der grossen Themen an der Gemeindeversammlung in Märstetten. (Bild: Dominik Gisler)

Ein Hydrant ist eines der grossen Themen an der Gemeindeversammlung in Märstetten. (Bild: Dominik Gisler)

Der Grossaufmarsch von 117 von insgesamt 1997 Stimmberechtigten ist ein erstes Zeichen, für die bevorstehenden emotionalen Diskussionen, die an der Märstetter Gemeindeversammlung am Donnerstagabend geführt wurden.

Erstmals brisant wird es bei der Einbürgerung des 27-jährigen Kosovaren Durim Pacolli. Der Gemeinderat empfiehlt die Einbürgerung abzulehnen. Pacolli will jedoch seine Strafeinträge im Strassenverkehrsrecht nicht als Grund für eine Ablehnung gelten lassen. «Ich fühle mich unfair behandelt, denn die eidgenössische Einbürgerungsbewilligung liegt vor», sagt er.

Proaktiv legt er deshalb seine Strafeinträge der Versammlung offen. Unterstützung erhält er von verschiedenen hauptsächlich jungen Votanten und wird schliesslich mit 60 Ja zu 47 Nein eingebürgert.

Revisionsentwurf zum Baureglement

In Punkto Budget bezeichnet Schumacher eine künftige Anhebung des Steuerfusses weiterhin als denkbar. Mit Blick auf den Finanzplan erwartet der Gemeindepräsident grosse Investitionen im Bereich des Hochwasserschutzes, der Gemeinde- und Kantonsstrassen und bei der Ortsplanung.

Beim Entwurf des Baureglements 2019 beantragt Charlotte Hess im Namen der Salt-Antennen-Gegner, die Regelung des Baus von Mobilfunkantennen im Baureglement aufzunehmen und bis zu dessen Revision das Bewilligungsverfahren für die geplante Salt-Antenne einzufrieren.

Gemäss Schumacher hat der Vorstoss auf das aktuelle Baurecht keine Auswirkungen und eine Zonenplanänderung dauere zwei bis drei Jahre. «Der Antrag wird vom Gemeinderat aufgenommen und während der Vernehmlassungsphase auf die rechtliche Machbarkeit geprüft», versichert er.

Budget wird trotzdem angenommen

Abschliessend gibt Markus Rieter bekannt, dass er einen schriftlichen Antrag für die Umplatzierung eines Hydranten und der damit verbunden Kosten auf seinem Grundstück eingereicht habe. «Diese Geschichte beschäftigt mich seit Jahren und sie wird von der Behörde nicht wahrgenommen», bemängelt Rieter.

Dieser Hydrant ist das Thema eines laufenden Rechtsverfahrens lautet die Antwort der zuständigen Bauverwaltung und ein Rückkommensantrag, nochmals über das Budget abzustimmen, wird abgelehnt.