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In Kradolf-Schönenberg gehen wegen Tempo-30-Zonen die Emotionen hoch

In der Gemeinde Kradolf-Schönenberg ist die Einführung von Tempo-30-Zonen in Wohnquartieren ein Thema.
Georg Stelzner
Kindergärtler überqueren unter Aufsicht auf einem Fussgängerstreifen die Thurfeldstrasse in Schönenberg. (Bild: Georg Stelzner)

Kindergärtler überqueren unter Aufsicht auf einem Fussgängerstreifen die Thurfeldstrasse in Schönenberg. (Bild: Georg Stelzner)

«Seit ich im Amt bin, bekomme ich immer wieder Anfragen wegen Geschwindigkeitsbeschränkungen», erklärt Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg. Mit der Einreichung einer von 50 Einwohnern aus Schönenberg unterzeichneten Petition habe das Thema eine neue Dimension erreicht, führt Keller aus. Dies stelle eine «massive Willensäusserung» dar und verpflichte den Gemeinderat zum Handeln. Gemeindepräsident Heinz Keller sagt:

«Mir ist bewusst, dass bei diesem Thema die Emotionen hochgehen und es Befürworter wie Gegner gibt.»

Die Einrichtung von Tempo-30-Zonen, wie sie von den Petitionären gefordert wird, ist freilich alles andere als eine Massnahme, die sich quasi über Nacht realisieren lässt. Zum einen gilt es, Gesetze zu beachten, zum andern bedarf es umfangreicher Messungen. Solche sind laut Keller im Frühling dieses Jahres während einer Woche durchgeführt worden. Sie hätten ergeben, dass es zwar einige wenige signifikante Übertretungen gegeben habe, beim überwiegenden Teil der motorisierten Verkehrsteilnehmer aber keine Missachtung des Tempolimits von 50 km/h festgestellt worden sei. «Die meisten waren mit weniger als 40 km/h unterwegs», gibt Keller zu bedenken.

Im Gemeinderat gibt es unterschiedliche Ansichten

Eine Grundlage, wie der Gemeinderat mit der Problematik umzugehen hat, liefert das kommunale Leitbild. Daraus gehe hervor, wie Keller darlegt, dass der Gemeinderat nicht aktiv Tempo-30-Zonen lancieren soll, sondern nur auf Begehren der Bevölkerung. Ein solcher Fall sei jetzt eingetreten, weshalb man sich mit der Angelegenheit auch befasse. «Wir nehmen das An- liegen der besorgten Einwohner ernst», betont Keller, wobei er einräumt, dass im Gemeinderat keine einheitliche Meinung vorherrsche. Die Diskussionen verliefen recht kontrovers. Auf freiwilliger Basis gebe es Tempo 30 seit gut zwei Jahren in Buhwil, sagt Keller. Auch dort gingen die Meinungen aber auseinander.

Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg. (Bild: Donato Caspari)

Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg. (Bild: Donato Caspari)

Er selber sei bezüglich des Nutzeffekts skeptisch, gesteht der Gemeindepräsident. Eine Garantie, dass in Tempo-30-Zonen wirklich nicht schneller gefahren wird, gebe es nicht, und bauliche Massnahmen hätten auch Nachteile. Keller nennt zum Beispiel das Lärm verursachende Bremsen und Anfahren bei künstlichen Hindernissen, die überdies Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge bei einem Einsatz behinderten. Einen nicht unwesentlichen Faktor stelle auch die Kostenfrage dar. So müsse eine Studie erstellt und präzise definiert werden, wo eine Tempo-30-Zone sinnvoll und möglich ist.

Vor dem Hintergrund der widersprüchlichen Ansichten möchte der Gemeinderat in Sachen Tempo-30-Zonen nichts übers Knie brechen. Vielmehr sollen die Einwohner Gelegenheit erhalten, sich zu Wort zu melden. Der Gemeinderat möchte laut Keller öffentlich über die gesetzlichen Grund- lagen informieren und sich bei dieser Gelegenheit auch ein Bild über die Stimmungslage in der Bevölkerung machen. «Ich bin grundsätzlich gegen eine Bevormundung durch Behörden», betont der Gemeindepräsident. Entschieden sei noch nichts.

Hinweis
Nach der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 24. September findet in der Mehrzweckhalle von Kradolf eine Informationsveranstaltung statt.

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