Emmishofen soll wieder so werden, wie zu Zeiten des «Nudelsonntags»: Der Kreuzlinger «Schwaben-Migros» wird modernisiert und soll auch wieder Konstanzer anlocken

Investor Kurt Spring erneuert für 35 Millionen Franken das ehemalige Migros-Hochhaus an der Konstanzerstrasse. In zwei Jahren will man wieder an die Zeiten anknüpfen, als die Deutschen in Scharen über die Grenze kamen um Pasta und Schoggi zu posten.

Urs Brüschweiler
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Die Visualisierung des Projekts «Midori».

Die Visualisierung des Projekts «Midori».

(Bild: pd/air architekten kreuzlingen)

Lange sind sie vorbei, die Zeiten als in Kreuzlingen noch der sogenannte «Schwaben-Migros» florierte. Der Einkaufstourismus funktionierte damals umgekehrt, die Konstanzer kamen in Scharen in den grenznahen Laden an der Konstanzerstrasse um Schweizer Nudeln zu kaufen.

Der Grossist ist ausgezogen, das Gebäude samt Wohnturm in die Jahre gekommen. Seit einigen Wochen wird nun aber handfest an der Zukunft gearbeitet. Investor Kurt Spring hatte die Liegenschaft, die 1963 gebaut wurde, gekauft und will sie wieder zu altem Glanze zurückführen. Am Dienstag wurde auf der Baustelle der offizielle Baustart gefeiert.

Kurt Spring und seine Frau Fabienne Heymoz beim Baustart auf der Baustelle.

Kurt Spring und seine Frau Fabienne Heymoz beim Baustart auf der Baustelle.

(Bild: Mario Gaccioli)
«Mir hat die Lage gefallen: zwischen Bahnhof und Zoll, nahe an den Zentren von Konstanz und Kreuzlingen»

So beschreibt Spring seine Motivation. Bereits vor drei Jahren hatte er das Projekt «Midori» vorgestellt. Neue Bauvorschriften hätten dann aber vieles verzögert.

«Wir mussten mehrere Male neu beginnen. Aber jetzt geht’s los.»
Sie wollen das Projekt verwirklichen: Attila Wohlrab und Kurt Spring zeigen ein Bild vom Bau des Gebäudes von 1963.

Sie wollen das Projekt verwirklichen: Attila Wohlrab und Kurt Spring zeigen ein Bild vom Bau des Gebäudes von 1963.

(Bild: Mario Gaccioli)

«Es wird aussehen, wie ein neues Gebäude»

Im Erdgeschoss sollen nach der Realisierung wieder Geschäfte einziehen, im ersten Obergeschoss finden Studios und Büros Platz und im Wohnturm entstehen 60 kleine Appartements. Rund 35 Millionen Franken lässt sich der Privatinvestor die Sanierung und Gesamterneuerung auf 7000 Quadratmetern kosten.

«Es wird aussehen wie ein neues Gebäude», verspricht Architekt Andreas Imhof. «Und das Hochhaus wird die Kreuzlinger Skyline aufwerten.»

Wohlrab ist überzeugt, dass man Mieter findet Optimistisch zeigt sich auch Attila Wohlrab, der mit seiner Immokanzlei für die Vermietung zuständig ist.

«Wir haben schon das Garden City-Hochhaus daneben gefüllt. Ich mache mir keine Sorgen, dass uns das hier nicht auch gelingt.»

Erste Kontakte mit künftigen Ladenbetreibern seien bereits geknüpft. Wohlrab ist auch zuversichtlich, dass wieder ein Lebensmittelgeschäft einziehen wird. Investor Kurt Spring sagt:

«Wir suchen für die Läden einen Ankermieter, der sowohl für Kreuzlinger als auch für Konstanzer
ein Magnet sein wird.»
Eine weitere Visualisierung.

Eine weitere Visualisierung.

(Bild: pd/air architekten kreuzlingen)

Martin Epp vom Generalunternehmer i+R aus Vorarlberg berichtete von der Herausforderung den Bau aus den 1960er-Jahren ins neue Jahrtausend zu überführen. Brandschutz, Schallschutz, Energieeffizienz, Erdbebensicherheit, Gebäudetechnik und die Entsorgung «gesundheitlich bedenklicher Bausubstanz» seien die herausfordernden Themen. Aber bis im Frühling 2022 will man ganz fertig sein, damit «die Konstanzer auch wieder nach Kreuzlingen zum posten kommen.»

Eine weitere Visualisierung.

Eine weitere Visualisierung.

(Bild: pd/air architekten kreuzlingen)