Eistraining ja, Körperkontakt nein: So sieht das Amateur-Eishockey im Thurgau ab sofort aus

Das Kontaktsportverbot, das der Bundesrat am Mittwoch erlassen hat, trifft die Thurgauer Eishockeyklubs unmittelbar. Alle wollen mithelfen, die Coronapandemie wieder einigermassen in den Griff zu bekommen. Das heisst aber nicht, dass die Amateurvereine den Trainingsbetrieb auf dem Eis ganz einstellen.

Roger Ackermann
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Die neuen Coronamassnahmen beeinträchtigen den Spielbetrieb bis zu den Junioren.

Die neuen Coronamassnahmen beeinträchtigen den Spielbetrieb bis zu den Junioren.

Bild: Jean-Christophe Bott/KEY

Das Amateur-Eishockey passt seine Trainings pragmatisch den neuen Realitäten an. Der Meisterschaftsbetrieb ruht in der Schweiz seit einer Woche. Am vergangenen Freitagabend entschied die zuständige Regio League kurzfristig, die Saison bei den Aktiven, im Nachwuchs sowie auf allen Leistungsstufen bei den Frauen per sofort und bis auf weiteres einzustellen. Auch wenn die Kurzfristigkeit des Entscheids beispielsweise beim EHC Frauenfeld laut Präsident Elio Bohner für Irritation sorgte, führte der Beschluss des Verbandes dazu, dass die Vereine hinsichtlich der absehbaren Verschärfung der Massnahmen gegen die Coronapandemie durch den Bund gut vorbereitet waren.

«Seit letzten Freitag war uns bewusst, dass es einschneidende Einschränkungen im Eishockey geben wird. Entsprechend waren die seit gestern geltenden Regeln auch keine Überraschung für uns», sagt Andreas Staub, Präsident des EHC Kreuzlingen-Konstanz. Kontaktsportarten dürfen demnach nur noch bis zum Alter von 16 Jahren ausgeübt werden. Auf den höheren Nachwuchsstufen sowie bei den Aktiven dürfen deshalb keine regulären Trainings mehr durchgeführt werden. Was allerdings nicht heisst, dass die Amateurvereine den Trainingsbetrieb auf dem Eis in diesen Alterskategorien ganz einstellen.

«Wir werden die Übungseinheiten auf dem Eis in Bezug auf die Grösse der Trainingsgruppe sowie die Art der Übungen anpassen und beispielsweise Techniktrainings durchführen», erklärt Gody Kellenberger, Leiter Sport bei den HCT Young Lions, bei denen mit den U17- und U20-Kategorien zwei Teams von den neuen Massnahmen betroffen sind. Weil nur noch 15 Personen inklusive Trainer gleichzeitig auf dem Eis stehen dürfen, werde man die Einheiten gestaffelt und alternierend zwischen Eis- und Trockentrainings durchführen.

Situation bereits vom Frühling bekannt

Eine Organisationsform, die nicht neu ist für die Young Lions. Bereits im Frühjahr hatte man so trainiert. Entsprechend entspannt ist Kellenberger in Bezug auf die neuen Regeln, gibt aber zu bedenken, dass den Nachwuchsakteuren die für ihre Entwicklung wichtigen Meisterschaftspartien fehlen werden. Ausserdem seien nun viele der Spieler bereits zum zweiten Mal von einschränkenden Massnahmen betroffen. Mögliche Auswirkungen gar auf die Kaderplanungen des HC Thurgau sieht er deswegen aber keine. «In diesem Altern können die Spieler diese Defizite schnell ausgleichen.»

Beim EHC Frauenfeld, bei dem drei Teams bei den Aktiven betroffen sind, gehen die Planung in die gleiche Richtung, sind laut Elio Bohner jedoch noch nicht ganz abgeschlossen. «Wie und in welchem Umfang trainiert werden wird, steht noch nicht ganz fest. Klar ist aber, dass sämtliche Trainingseinheiten fakultativ sind», so der Klubpräsident. Dies betreffe auch die Nachwuchsmannschaften.

Wichtige Funktion für den Nachwuchs

Dass der Nachwuchs bis zum Alter von 16 Jahren prinzipiell ohne Einschränkung weiter trainieren kann, ist sowohl für Bohner als auch seinen Amtskollegen vom EHC Kreuzlingen-Konstanz äusserst wichtig. «Der Sport hat für die Kinder und Jugendlichen eine essenzielle Funktion. Sie sollen nicht unter der aktuellen Situation leiden müssen», sind sich Andreas Staub und Elio Bohner einig. Für viele jungen Spieler, so Bohner, sei Eishockey ein wichtiger Ausgleich zum Alltag, den man diesen auch weiterhin bieten möchte.